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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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565
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Das russische Reich.

S6S

Peter III., ausgab und unter den Unzufriedenen vielen Anhang fand;er lieferte den russischen Truppen mehrere Gefechte, nahm Kasan' einund würde vielleicht noch länger zum Schaden des Landes gehaust haben,hätte nicht sein Übermuth ihn in das Verderben gestürzt und Verrätherihn zur Hinrichtung ausgeliefert (1775). Einen Spielraum für ihreauswärtige Thätigkeit fand Catharina zuerst in dem durch Adelsmachtund die Form seiner Reichstage zerrütteten Polen. Gleich bei ihrerThronbesteigung forderte sie für den aus der Verbannung zurückgekehr-ten Biron das Herzvgthum Cnrland zurück und erhielt es von August III.,und als dieser bald nach Beendigung des 7jährigen KriegeS starb, sosehte sie, die Erschöpfung der auswärtigen Mächte benutzend, ihrenGünstling Poniatowsky zum König von Polen ein. Seit dieser Zeitbehielt sie fortwährend ihre Hand in den polnischen Angelegenheiten.Die seit den schwedisch-polnischen Kriegen bedrückten Dissidenten, welcheihre alten Rechte in Anspruch nahmen, boten zu Catharina's Plänendie Hand, sie begehrten ihren Beistand und erlangten durch ihn, wassie wollten, nachdem die heftigsten Patrioten nach Ssibrren abgeführtwaren. König Stanislaus, der willenlose, spielte bei diesen Ereignisseneine Rolle, die ihn seinen Unterthanen verächtlich machte, er kämpftemit den Russen gegen die Conföderation der Patrioten, die ihn vomThrone stürzen wollten; alle Greuel des Bürgerkrieges erlebte das un-glückliche Land. Nur die Türken, von Frankreich aufgehetzt, traten zuGunsten der Conföderation auf, wodurch diese Muth genug schöpften,um den König seiner Würde verlustig zu erkläre», doch waren so kühneEntwürfe nicht von Dauer, der Türkenkrieg vernichtete sie alle wieder.Da die Türken ungeschickte Anführer hatten, so konnten die Russen dasverlassene Cbotzim einnehmen, und die Siege Rumäuzow's am Pruth undKagul sicherte ihnen die Moldau und Walachei, auch nahm Panin dieFesinng Bender mit Sturm. Durch ihren Günstling Orlow (sprich Ar-chiv) hatte Catharina den Plan gefaßt, die Griechen zum Aufstande zubewegen; daher erschien eine russische Flotte im Mittelmeere; aber dieKriechen, nicht gehörig unterstützt, bezahlten ihre Empörung mit schmäh-lichen Niederlagen, die ihnen die Nachsucht der Türken und die Mord-svuth der Albaneser beibrachte. Die Russen vernichteten indeß allefortheile, welche bei der unglücklichen Landung errungen waren, durch-den Seesieg bei Scio, und verbrannten die türkische Flotte bei Tschesm«.i2eit dieser Zeit hörten aber die glücklichen Erfolge zur See auf; auchein Bündnis; mit den aufrührerische» Mameluken fruchtete wenig. BesserÜMg es den Russen zu Lande; Dolgorukij unterwarf ihnen die Krüm,6'riedensunterhaudlungen zerschlugen sich, und während die Russen mitven Oefterreichern und Preüßen Polen theilten, sahe die Pforte sich zurAvrtsehung des Kampfes genöthigt. Rumänzvw machte einen vergebli-che» Angriff auf Silisiria und mußte wieder über die Donau zurückziehen;v»zu kam der damals auöbrechende Aufstand Pugatschew's, der diePforte bestimmte, alle Friedensauträge Rußlands abzuweisen. Als aberrulnanzow den Großvezier in den Gebirgen der Bulgarei einschloß, sow/u- Friede zu Kutschuk Kainardschi schnell zu Stande. Die Türken. uugten in die Unabhängigkeit der Tataren in der Krüm und Kuban,^gegei, gab Rußland die Moldau und Walachei an die von der Pforternannten Fürsten zurück. Rußland behielt einige Festungen und Schiff-ern- allen türkischen Gewässern. Was es in diesem Frieden nicht^yleit, gewann es auf der andern Seite durch die Theilung Polens und