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Europäisches Staatensystem.
das Hasenpanier, und seine Krieger verübten die schnödesten Unthaten anden zurückgebliebenen Bewohnern der Stadt. Nach 7 Tagen war Mos-kwa fast ganz verwüstet, und Rußland war nun ohne dasselbe im Vor-theil. Napoleon, bitter getaüscht, harrte vergeblich auf Friedensboten,und gab Befehle zum Rückzug, welcher auch am IS—20. Oktober er-folgte. Viele Tausende fielen durch die Russen, noch mehr aber durchHunger und Kälte. Nach vielen Verlusten kam das französische Heernach Ssmolensk, allein Kutüsow rückte heran, und Napoleon sowohl alsNey wurden geschlagen. Mit Mühe, mit unerhörten Beschwerden, unterfurchtbaren Verlusten und grimmiger Kälte gingen die Franzosen am26. und 27. Nov. über die Beresina, verfolgt von den russ. GeneralenTschitschagow, Plutow, Witgenstein und Miloradowitsch. In den erstenTagen des Decembers stieg die Kälte auf 32" und ebenso das Elend ingleichem Grade. Auf dem Inge »ach Wilna zerstreüten sich die Fran-zosen in einzelnen Haufen, viele kamen um und nur einige Hundert gin-gen noch bewaffnet über den Niemen. Napoleon selbst war auf einemSchlitten nach Wilna vorausgeeilt, kam nach Waschan und ging überDresden und Mainz nach Paris. Trotz dieses unglücklichen Zuges,sprachen die Franzosen von einem ruhmwürdigen Rückzüge. Am 27.und 28. Februar 1813 ward zwischen Preüßen und Rußland ein Bünd-niß geschlossen und am 15. März kam Alexander mit dem König vonPreüßen in Breslau zusammen, worauf Preüßen am 17. März Frank-reich den Krieg erklärte. Am 4. März zogen die Russen in Berlin ein,am 2. Mai wurde zwischen den Franzosen und den vereinigten Heerender Russen und Preüßen die Schlacht bei Nützen geliefert, worin erffteresiegten. Denselben Erfolg hatten die Schlachten am 19. und 21. Maibei Bautzen und Wursche». Nach mehreren andern Kämpfen kam eszur Völkerschlacht bei Leipzig (den 18. und >9. Oktbr.) und Napoleonmußte dem Rheine zueilen. Im Jahre 1814, den 31. März, zogenAlexander, Friedrich Wilhelm und Franz in Paris ein, und am 30.Mai ward Frankreich in die Gränzen vvm 1. Januar 1792 zurückge-bracht. Nach dem Kongresse zu Wien erhielt Rußland das HerzogthuMWarschau. Alexander war es, der zuerst die Idee eines heil. Bundesaussprach und starb am 1. Decbr. 1825 zu Taganrog an den Folgeneiner starken Erkältung. Er hat viel Gutes gestiftet, Universitäten undSchulen vermehrt, die Jesuiten aus seinem Staate vertrieben, die Land-wirthschaft, Fabriken und Manufakturen befördert, Straßen und Kanälevermehrt, den Handel begünstigt und sich ein unauslöschliches Denkmalin den Herzen seiner Unterthanen gesetzt. Nach seinem Tode wurde sei"Bruder Konstantin, welcher auf die Thronfolge Verzicht geleistet, zu>".Nachfolger ausgerufen, er beharrte jedoch bei seiner Verzichtleistung ausdie Krone, trotz dem, daß ihm sein Bruder Nikolaus gehuldigt und ihnden Eid der Treüe hatte schwören lassen. Da fiel Nikolaus die He.^schaft zu. Aber einige Regimenter empörten sich, denn es war eineVerschwörung gegen die kaiserliche Familie angezettelt. Milde Map^regeln fruchteten nichts. Darauf ließ Nikolaus seine Getreüen angreifen,die Empörer zerstreüten sich, aber der General Miloradowitsch stiu'ä^durch einen Pistolenschuß. So wurde die Empörung glücklich gedämpUund am l. August 1826 fand in Moskwa die Krönung statt. Baiaber zogen die Perser heran, um Rußland die früher eroberten Provinzenzu entreißen; Abbas Mirza überschritt mit seinem Heere die russ. Gränze,wurde aber von Jermolow und später von Paökewitsch zurückgetrieben«