Buch 
5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
706
JPEG-Download
 

706

Europäisches Staatensyflem.

die Moltkesche Sammlung von Gemälden zu Kopenhagen. Ein botanischerGarten mit etwa 1V,V0V Pflanzenarten befindet sich zu Kopenhagen.

Was die Künste betrifft, so zeichnet sich in der Skulptur Thorwald-sen aus. Malerei und Musik dagegen sind zurück, und in letzterer möchtenur Kuhlau eine Ausnahme machen. Zwar hat Dänemark im Reichtder schönen Künste stets einzelne, ausgezeichnete Talente hervorgebrachtund gebildet, aber es kann bei seiner isolirten Lage und der geringe"Ausdehnung seiner Gränzen dem Fluge des Genies nicht genügen. D>ePoesie eines Volks drückt seinen Charakter aus, und da der Charakterder Dänen ernst, so ist auch ihre Poesie ernst. Das Heidenthum gadihnen die Sage vom Odin und seinen Äsen, das Christenthum lieferteLegenden, Island gab ihnen seine Kriegs- und SeeraüberfahrteN,

dersen, Hertz und Heilberg^zn nennen. ^Jn der Astronomie zeichnete sich

bech, Fallen u. a.'m., in der Kanzelberedtsamkeit Palluden, PavelsClausen, im Leb»style Seideln», Bastholm, Münter, Schmidt-Phiseldenu. s. w. aus. Im Gebiete der Philologie, so wie der Alterthumskulchhat Dänemark viele ausgezeichnete Männer hervorgebracht, z. B. Raff'Rasn, Finn Magnusen. ,

Mit der periodischen Presse steht es sehr gut und vor einigen Jahck'traten Männer zur Bildung eines Presivereins zusammen, dessen TendGursprünglich dahin ging, die Rechte der Presse zu schützen, die Pckchselbst aber zugleich vor dem Mißbrauche ihrer Rechte zu bewahren. ^Verein giebt mehrere Blätter heraus, von denen besonders die „Kops ,,hagener Post" und das „Vaterland" dazu beigetragen haben,für Oeffentlichkeit und Allgemeinheit zu wecken und zu nähren.den eigentlichen politischen Zeitungen dagegen steht es nicht bei"'ders aus.

8. Blicke auf die politische Geschichte Dänemarks.

Die älteste Geschichte Dänemarks besteht aus Sagen und An-maßungen. Nachdem Odin die Reiche Schweden, Norwegen und D" §mark gegründet, soll er die Herrschaft über dieselben unter seine AAe-und Verwandte getheilt haben, und seinem Sohne Skivld damalsmark zugefallen sein. König Gottrit oder Gottfried verheerte das -der Obotriten und unterwarf sich Friesland, gerieth mit Kack. „fGroßen in Krieg und fiel durch den Mordstahl der Seinigen.schloß sein Nachfolger Hemming mit Karl Frieden, nach' welchesEider als Gränzfluß zwischen dem dänischen und fränkischen ^eim . ^stimmt wurde. Hemming starb 812 und sein Nachfolger, der »apiHarald, sah sich wegen der Unruhe im Reiche genöthigt, LudwigFrommen um Beistand zu bitten, ließ sich mit seinem Brudertaufen, und durch Ansgar oder Anschar, einen Mönch aus dem "

phälischen Kloster Corvei, das Christenthum in Dänemark vervr :Als christlicher König heißt er Harald I., obwohl er in der Reihe» ichder dänischen Könige Harald der VI. war. Die Dänen waren 1 ^dem Christenthums sehr abgeneigt, und es entstanden große Verwirr» v