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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Die Niederlande.

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Am 1. Januar I84V zählte man 1,704,275 Evangelische, 3314 Sek-tirer, 1,I«0,6I6 Katholiken und 52,245 Juden. Die Freiheit der reli-giösen Meinungen, so wie gleicher Schutz, ist allen Konfessionen garantirtund alle genießen dieselben bürgerlichen und politischen Rechte. DieVerhältnisse der Katholiken anlangend, so hat jede Kirchen-Provinz einenExpriester, welcher von der propuZkmäg, kste abhängt, und dieser stehtmit der Regierung in fast gar keiner Berührung. Klöster, geistlicheSeminare und kathol. Schulen stehen ebenfalls ganz unabhängig vonder Regierung da. Es bestehen 3 apostolische Vikare in Limburg, Nord-Brabant und Luxemburg, welche den Geschäftsträger des heil. Stuhlsim Haag zu ihrem Obern haben. In Zukunft soll ein Weihbischof inAmsterdam seinen Sitz haben, und die «Sakramente und Firmung imganzen Lande austheilen.

3. Kultur des niederländischen Volks.

Da wir weiter oben von der physischen Kultur gesprochen, sokönnen wir nun zur technischen Kultur übergehen, bei welcher wirdie Industrie und den Handelsverkehr zu unterscheiden haben.

Die Wollenmanufakturen, welche einst so blühend waren, habenviel von ihrer Bedeutsamkeit verloren und sind gesunken, doch werdendie Wollenwaaren immer noch ausgezeichnet gut gemacht. Die Fabri-kation der Baumwollenwaaren wird im Süden des Landes am meistenbetrieben.

Die Industrie der Niederlande in der Leinwand-Fabrikation hat seitlanger Zeit einen ausgezeichneten Ruf behauptet, besonders was diefeineren Arbeiten, Spitzen u. dgl. m. betrifft. Ausgezeichnete Bleichenfindet man zu Haarlem und Dordrecht. Segeltuch und Taue werdenvorzüglich in Süd-Holland gemacht.

Auch die Färbereien sind nicht unbedeutend, und haben sich in neüe-ver Zeit sehr vervollkommnet. — Außerdem sind bemerkenswerth: dieAabacksfabriken zu Gouda, die Papier-, Holz- und Sägemühlen, diechauch- und Schnupftabackfabriken, Zuckersiedereien, Bierbrauereien undBranntweinbrennereien. Die Zuckersiederei wird besonders in Amster-dam, Rotterdam und Dordrecht, und die Bierbrauerei in Ober-Jjssel^trieben. Die Brantweinbrennerei ist sehr bebrütend und liefert einenansehnlichen Ertrag.

^ Die Seifen-Fabrikation ist besonders in den nördlichen, die Leder-ünbrikalion in den südlichen Provinzen zu Hause.

Die Buchdruckerkunst bat große Fortschritte gemacht, steht jedochxvch auf einer geringeren Stufe der Vollkommenheit als die Buchdrucker-nnst ju Belgien. Dasselbe gilt von der Kupferstecherkunst und Litho-graphie.

A, Industrie in der Fabrikation der Metallwaaren hat zwar einenAufschwung erfahren, ist aber unbedeütend.

im v^n niederländischen Handel anlangend, so begann dessen Blüthede« vrV' Jahrhundert zu Brügge in Flandern, zog sich jedoch zu Endemeistens nach Antwerpen und später vorzüglich nach Amster-de^,' wo er zu Ende des XVI. und zu Anfange des XVII. Jahrhun-auf *me „je gekannte Höhe stieg, von welcher er erst gegen dasil»,/XVIII. etwas herabsank, bis die Staatsumwälzung von 1795wi»k den Todesstoß gab. Zwar hatte er sich im Jahre 1813 merklich"»ever gehoben, doch ist er noch fern von seiner früheren Große.