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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches Staakensyste«.

lichsten auf der Erde. Die größte Kälte fällt auf den Januar, in wel-chem sie jedoch nach angestellten Beobachtungen nie unter 27 ° Fahrend.(— 2" R.) im Jahre 1820 zu Lissabon sank, aber in der Regel zwischen40° und 60° Fahrenh. (-s- 4° N.) variirte. Eis wird selten auf denBächen und Flüssen bemerkt. Die kältesten Winter waren 1799, 1805,1820 und 1823. Die größte Hitze fällt auf den Juli, steht gewöhnlichzwischen 70° und 95° Fahrend. (-j- 17 bis 28° R.), und erreichte imJahre 1819 ein Maximum von 102 ° Fahrend, (-s- 31° N.). Die Hitzeist nur dann empfindlich, wenn die Seewinde ausbleiben, was jedochselten geschieht. Hagelwetter sind äußerst selten; Gewitter kommen zu-erst in der Äquinvctialzeit im März und September und sind im Win-ter am haüfigsten und stärksten. In derselben Jahreszeit und im Herbstewird man auch fast nur die Erdbeben gewahr, die am häufigsten nacheiner großen Dürre und schwüler Witterung beim ersten Regen beobach-tet wurden. Die heftigsten Erdbeben ereigneten sich in den Jahren 1356,1597 und 1755.

6. Pflanzenreich, Kultur des Bodens.

Die in Portugal wachsenden Pflanzen gleichen denen Spaniens, unddas Land ist reich an Südfrüchten. An nützlichen Holzarten ist großer Man-gel. Bemerkenswerth ist die Eiche mit eßbaren Früchten (tzuereus Leilota),die Korkeiche (üuervus 8uli6r) und die Kermeseiche; ferner die portugiesi-sche Cypresse (O^prus lmsitnmva), die man über ganz Beira und das nörd-liche Estremadura ausgebreitet findet, kiims xinoa, die Seetanne, undder Weihrauch-Wachhvlder. Sinn für Baum- und Wald-Kultur hat derPortugiese nicht, und er hält einen Wald nicht höher wie eine unfrucht-bare Wüste. Das Brennmaterial liefert ihm däS niedere Strauchwerk.Bei dieser Sorglosigkeit sind denn auch fast alle Wälder zu Grunde ge-gangen, und sowohl Berge als Thäler sind baumlos, die Quellen ver-trocknen im Sommer, in den kleineren Flüssen verschwindet das Wasserund dem Boden fehlt die Feüchtigkeit. Der größte Wald in Portugalist der von Leira, ivelcher gegen 20 Millionen ausgewachsener Baüwe,lauter südliches Nadelholz, enthalten soll. Er laüft 3 Leguas an derSeeküste hin und hat 2 Leguas Breite. Seine Benutzung ist aber sehreingeschränkt. Ein anderer Wald ist der von Azambujo; man schätzeihn zu 60,000 50jährigen Stämmen; eine andere jüngere Abtheilungdesselben zu 150,000, lauter Nadelholz und 3000 Korkeichen; den vo»MedoS, jenseits des Tejo an der Seeküste, zu 20,000. Der Kastanien^bäum kommt in allen Provinzen Portugals vor. Der Olivenbaum tstam meisten im S. angepflanzt, doch ist seine Kultur sehr vernachlässigtCitronen, Pomeranzen, Limonien, Granatäpfel, Quitten und Apfelsine"'welche letztere im Jahre 1650 aus China hierher verpflanzt wurden,findet man besonders in Estremadura, in einigen Bezirken Alem-Tejos-in der Umgegend von Coimbra und in Algarve, welches auch trefflich'Feigen und Mandeln liefert. Die Ausfuhr an getrockneten Früchte»betrug im Jahre 1819 498,519,146 Reis (gegen 825,000 Thlr.)., . _

Die Pflege des Weinstocks gehört zu den wichtigsten Zweigen oelandwirthschafklichen Kultur Portugals. Rothe (Porto-) Weine lleferhie Provinzen Minho, Tras os Montes und das nördliche Beira, dv -hat der Weinbandel, seit Aufhebung der Wein-Kompagnie, abgenomwe 'Vorzügliche Weingegenden sind auch die Gegenden um Lissabon, Torre ,KedraS, Ourem und Setüval, bei welchem letzteren Orte ein süßer W»