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Das Königreich Portugal.
wächst, der unter dem Namen St. Ubes-Wein bekannt ist. Aus derProvinz Algarve erhält man meistens weiße, süße Weine, besonders denvon Alvor; dagegen werden die schlechtesten Weine in Alem-Tejo undim N. der Provinz Minho gezogen.
Obgleich der Getreidehandel Portugals früher sehr bekannt war, soist doch jetzt der Ackerbau ungemein vernachlässigt, und das Land stehthierin auf einer sehr niedrigen Stufe der Kultur. Zwei Drittheile derOberfläche bieten hinsichtlich ihrer Benutzung einen höchst traurigen An-blick dar, und es ist nicht zu begreifen, warum der so fruchtbare Bodennicht bester bearbeitet wird.
Die Ernte beginnt in der Mitte Mai's, dauert bis in die MitteJuni's, und ist ungünstig, wenn im März und April der Regen zulange ausbleibt. Von den Getreidearten wird am meisten Weizen undGerste und noch mehr Mais gebaut. Roggen gebraucht man nur alsBiehfutter, und Hafer wird wenig gesäet. Selten ist auch der Anbauvon Erbsen, häufiger aber der mehrerer Gattungen von Bohnen. Reiskommt nur an den Ufern des Mondego und des Vouga, so wie in densumpfigen Gegenden von Alem-Tejp vor. Die Kartoffel ist noch wenigverbreitet, mehr dagegen sind es die Latutss vermeldn«.
Flachs und Hanf wird hauptsächlich in den an dem Douro gelege-nen Landschaften gezogen; doch reicht der Ertrag für die Bedürfnissedes Landes nicht aus. Das Spartogras wird in der Gegend des Vor-gebirges St. Vincente angebaut. Die Fasern der ^merierrna,
die im S. des Landes zu lebenden Hecken dient, werden zu feinen Ge-weben und Geflechten benutzt. Von den Färbekraütern verdient derSumach Erwähnung, den man aus dem Hafen von Oporto nach Eng-land und dem Norden ausführt.
7. Thierrsich, Viehzucht.
Saügethiere im wilden Zustande sind nicht viele vorhanden; wir er-wähnen nur Wölfe, Damhirsche, wilde Schweine und die hier allein^kommende wilde Ziege auf der Serra de Gerez; Hasen sind selten,dagegen giebt es viele Kaninchen. Unter dem Geflügel findet man dieLothen Rebhühner am reichlichsten. Treibjagden auf Wölfe werden ge-wöhnlich in den Gebirgsgegenden auf Befehl der Municipal-Kammern,der eines Jägermeisters übernommen, wenn die Wölfe in die Dörfer^Mmen. Wilde Schweine kommen nur noch in Gegenden vor, wo aus-»edehntz Tannenwaldungen sind, besonders aber in dem Walde von^erria, und da jeder schießen kann, wo und wann es ihm beliebt, so istvon der rechten Jägerei in Portugal keine Spur zu finden, und diev?nze ist „Nr auf Rebhühner und Kaninchen beschränkt. — Vonmstigen Thieren findet man Vipern und Scvrpivne.
»."Dortugals Küsten, besonders die von Veira und Algarve, und dieü^ch'w" sich durch großen Reichthum an Fischen aus, die zu denei^"Ngsspeisen des Volkes gehören. Die Sardinia (Onpen Sxrsttu»)',. Sprotte, wird in unglaublicher Menge gefangen, und ist ein«sV^/nahrungsmittel der Armen. Ebenso war früher auch die Thun-bedeutend; doch hat sie jetzt sehr abgenommen. Im Jahre 1819in d" Seefischerei (mit Ausnahme Lissabons) 17,614 Personen
kei Barken beschäftigt. Die ehemals sehr bedeutende Korallenfische-" bat gänzlich aufgehört.
-uon nutzbaren Insekten hat Portugal nicht viel auszuwerfen. Was