Buch 
5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
943
JPEG-Download
 

Italien.

943

ihren Bemühungen, die Freiheit Roms gegen die Langobarden zu schü-tzen, vom byzantinischen Hofe verlassen, wandten sich deßhalb gewöhnlichan die fränkischen Könige. So bekriegte Karl der Große, der römischenKirche zum Beistand, den longvbardischen König Desideriuö, nahm ihngefangen und vereinigte dessen Reich mit der fränkischen Monarchie (774).In der Folge gab er Italien einen eignen König in seinem Sohne Pipin.Das Exarcbat hatte schon der vom Pabste ZachariaS zum Frankenkönigeerhobene und vom Pabste Stephan III. gesalbte Pipin diesem Pabste 7K6geschenkt und Karl der Große bestätigte die Schenkung, doch vollendeteerst Jnnocenz III. um I2«v die weltliche Hoheit der Pabste. Leo III.belohnte den Frankenkönig Karl den Großen am Weihnachtstage 8VV mitder abendländischen Kaiserkrone. Der Vertrag von Verbun (843) theiltedie fränkische Monarchie und Italien fiel dem ältesten Sohne Ludwigs,Lothar I., zu. Dieser überließ die Regierung seinem Sohne Ludwig II.Nach seinem Tode (875) ward Italien der Zankapfel des ganzen Hauses.Zuerst nahm Karl der Kahle von Frankreich es in Besitz, als er gestor-ben (877), Karlmann, König von Baiern, welchem (88«) sein Bruder,Karl der Dicke, König von Schwaben, folgte. Dieser vereinigte dieganze fränkische Monarchie zum letzten Male. Seine Absetzung (887)war die Epoche der Gesetzlosigkeit und der bürgerlichen Kriege in Italien,bis Otto der Große Ruhe und Ordnung wieder herstellte. Er war 961mit der eisernen Krone in Mailand zum König von Italien gekröntworden und vereinigte diese Krone mit der deütschen. Ihm folgte Otto II.(seit 973) und diesem Otto III. (seit 983). Nach Otto III. ward Hein-rich II. (in Italien I.) von Deütschland als König der Lombardei an-erkannt und nach seinem Ableben Kvnrad II. (in Italien I.).

Konrads Nachfolger (1N39) war sein Sohn Heinrich III. (in Ita-lien II.). Von jetzt an kam die päbftliche Macht in Kampf mit derkaiserlichen, und während im südlichen Italien die kleinen Staaten zueinem großen zusammenwuchsen, löste sich im Norden das Königreichin kleinere Staaten auf. Die lombardischen Städte gründeten ihre spä-tere Macht. Pabst Gregor VII. demüthigte Kaiser Heinrich IV. 1077,Urban VI. wiegelte die eigenen Söhne gegen den Kaiser auf. Konrad,ber älteste, wurde 1V93 zum Könige von Italien gekrönt, nach seinem Tode(llül) gelang es dem zweiten, Heinrich, den Vater vom Kaiserthrone zuverdrängen. Heinrich V., das Geschöpf des Pabstes, trat bald als des->en Widersacher auf, schloß aber nach harten Kämpfen mit ihm dasWormser Konkordat 1122. Ein Hauptpunkt, der »»verglichen blieb,Erregte das I2te und I3te Jahrhundert hindurch neüe Zwiste, die Erb-schaft Mathildens, Markgräfin von Toscana (st. 1115), die alle ihreWitter mittelst Testaments, dessen Gültigkeit die Kaiser anfochten , demVäbstlichen Stuhle vermacht hatte. Unterdessen bildete sich im Süden?us den Trümmern republikanischer Freiheit und Griechen- und Lombar-venherrschaft der nvrmännische Staat zum Königreich, unter Roger I.l-H3tt). Friedrich I- von Hvhenftaufen (genannt Rothbart) zog sechsmal»ber die Alpen, um sein Königthum in Italien gegen den Republika»msmus der lombardischen Städte zu behaupten. 1183 schloß er mit>esen Städten zu Konstanz einen Frieden, der ihnen die Freiheit sicherte.E?vrend der Minderjährigkeit Friedrichs II. gelang es Jnnocenz III.,L^drichs Vormund, die weltliche Herrschaft des heiligen Stuhls inK»? in der Umgegend neü zu begründen und die Ansprüche auf^rls des Großen und Mathildens Schenkungen geltend zu machen. In