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1 (1834) Allgemeine Botanik I / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Verfassers Anficht das Studium der Pflanzenkunde am er-sprießlichsten von dem Anfänger begonnen und verfolgt wer-den könne.

Der Verfasser theilt nämlich die Ansicht Derjenigen nicht,welche die Auseinandersetzung der Regeln der Wissenschaftdem Studium der Pflanze selbst vorausschicken wollen, um,wie sie meinen, einen ächt logisch konsequenten Lehrvortragzu geben. Er ist vielmehr der Ueberzeugung, daß manhier, wo alles reelle Wissen nur auf Objectivem beruht,den Anfänger zuerst mit dem Stoffe und, nachdem er die-sen gehörig kennen gelernt, mit der Form bekannt machensoll, welche die Wissenschaft demselben umgethan hat; damiter zuvor sehe, was die Natur gethan, ehe er erfahre, wiedurch die wissenschaftliche Anordnung uns der Ueberblick ih-rer Werke erleichtert und überhaupt möglich gemacht werde,welche Anordnung er auch dann erst gehörig zu würdigenverstehen wird.

Der Verfasser sezte sich dabei zum Ziele, von den:Einfachsten der Pflanzenstruktur ausgehend, nacheinanderzu dem mehr Zusanunengesezten fortzuschreiten, damit all-mälig das vollständige Bild der Pflanze im Allgemeinenanschaulich werde. Dabei wurde wieder, so viel es möglichwar, der Gang eingehalten, welchen die Natur selbst in derEntwicklung der Pflanzenorgane nach- und auseinander be-folgt, wodurch sich zugleich am klarsten und einfachsten dieErläuterung der Metamorphose der Pflanze ergibt, jenerLehre, die eigentlich erst das wahre Interesse für die Pflan-zenkunde zu wecken oder doch zur richtigen Höhe zu steigernvermag und deren Ausschließung aus einem Lehrbuche inunsern Tagen als ein großes Unrecht anzusehen ist, began-gen gegen Jeden, der sich aus demselben Unterricht schöpfensoll und will. Nachdem auf diese Weise für den An-