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1 (1834) Allgemeine Botanik I / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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innern Wesen, nach ihrem wechselseitigen Zusammenhange untereinander und nach ihren Beziehungen zu den Zwecken des Menschen.

I».

Nach diesen Gesichtspunkten hat man die Botanik in ver-schiedene Zweige zerfällt, die jedoch nur vereint deren wahrenInbegriff ausmachen. Dahin gehören als zwei Hanptzwcigc:die reine Botanik, welche die Pflanzen an und für sich be-trachtet, ohne Rücksicht auf ihre Benutzung für das bürgerlicheLeben zu nehmen, und die angewandte Botanik, welchedie Pflanzen kennen lehrt, indem sie vorzüglich ihre Anwendungzu den verschiedenen Zwecken des Menschen berücksichtigt-

Die reine Botanik betrachtet entweder die Pflanzen nurnach ihren äußern Eigenschaften, so daß sie bloß eine beschrei-bende Darstellung derselben, als unter sich verschiedener Natur-körper bezweckt Naturgeschichte der Pflanzen, Phy-tognvsic, oder sie lehrt den innern Bau der Gewächse unddie Erscheinungen im Pflanzcnleben kennen, indem sie zugleichdie Ursachen der leztcrn zu erforschen strebt Natur lehreder Pflanzen, Phytonomie.

Jeder dieser untergeordneten Zweige zerfallt wieder in meh-rere Abschnitte. Zur. N a turgeschichte der Pflanzen ge-hören :

Die botanische Kunstsprache, Terminologie oderGlossvlvgie, der Inbegriff der in der Pflanzenkunde gebräuch-lichen Ausdrücke.

Die botanische System künde, welche die Grundsätzeund Regeln einer wisicnschaftlichen Eintheilung des Pflanzenreichs,Behufs einer leichtern Uebersicht desselben, und zugleich die ver-schiedenen, bis jezt von den Botanikern versuchten Einthcilungs-wcisen kennen lehrt.

Die P hy tograp h i e, welche die Regeln feststellt, wo-nach die Pflanzen auf die zweckmäßigste und allgemein verständ-liche Weise beschrieben und benannt werden. Dahin gehörenwieder als untergeordnete oder praktische Theile: die Beschrei-bung der wirklich bekannten Pflanzcnartcn beschreibendeBotanik; die Kenntniß der Pflanzennamen und der bei ihrerBildung zu beobachtenden Regeln Nomcnclatur; der In