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1) Der harzige grüne Färbestoff (Blattgrün, Chlo-rophyll), welcher aus einzelnen oder zusammengeballten Kör-nern besteht, die in der Zellenflüssigkeit vertheilt oder auf der In-nenfläche der Zellenwände abgelagert vorkommen. Meyen*)hält diese Körner für Sastbläschcn, welche den Färbestoff ein-schließen. Doch dem sey, wie ihm wolle, so viel ist gewiß, daßer die Ursache der grünen Pflanzensarbe ist; er findet sich daherin allen grünen Pflanzenthcilen, vorzüglich in den Blättern undblattartigen Theilen, doch auch in vielen Stengeln. In ki§. 33.sind sehr stark vergrößerte Zellen aus einem Kürbisstengel, mitaufgelagertem körnigen Färbestoff dargestellt. Die harzige Naturdieses Stoffes geht daraus hervor, daß derselbe sich nicht in Was-ser, wohl aber in Weingeist, Aethcr, in ätherischen und fettenOelen auflöst, welche leztcre ihn sogar der weingeistigen Lösungentziehen und in sich aufnehmen. Merkwürdig ist die Beobach-tung, daß die grüne Auflösung dieses Färbcstoffes am Sonnen-lichte sehr bald ihre Farbe verliert, erst bräunlich, dann weißwird, hingegen, im Finstern aufbewahrt, die grüne Farbe langebehält. Gerade umgekehrt verhält es sich bei den lebenden Pflan-zen; diese färben und erhalten sich nur im Lichte grün, währendihr grüner Färbestoff im Finstern verbleicht. Daher sieht manoft bei Pflanzen, welckc den Winter über im Keller oder in ei-nem finstern Zimmer stehen, daß die Blätter und jungen Zweigeihre grüne Farbe mehr oder weniger verlieren, diese aber imFrühling am Sonnenlichte astmälig wieder erhalten. Daher rührtauch die bleiche Farbe von Pflanzen, welche im Finstern, entferntvvm Sonnenlichte, aufgewachsen sind, «nd eben darum finden wirbei den fest aufeinander liegenden, kvpfförmig geschlossenen Blat-tern (den sogenannten Häuptern) des Gemüsekohls die innernBlätter, welche dem Lichte verschlossen bleiben, bleich und olmcgrüne Farbe. Dcmungeachtet kommt der grüne Färbestoff nichtausschließlich in den dem Lichte ausgcsezten Pflanzenthcilen vor,sondern wird auch zuweilen in den mehr nach innen liegendenTheilen angetroffen. So haben die H o l l n n derart cn, derSauerdorn (Lorberis vulAnrls) und ankere, unter ihrer äus-scrn grauen oder braunen, eine innere grüne Rinde; so ist in
--) PhywN'mie (Berlin IN».) S.