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1 (1834) Allgemeine Botanik I / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
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53
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zu nehmen; sondern es sind Pflanzen, welche außer dem Zellensysteme auch mit einem Gefäßsysteme versehe» sind. Die ur-sprüngliche Form der Gefäße ist die langgestreckte Walze oder,da sie gegen ihr oberes und unteres Ende allmälig enger zuläuft,vielmehr ein sehr verlängerter, dünner Doppelkegel; diese^Form kann aber auch, wie die Grundform der Zellen, verschie-dene Abänderungen erleiden, während die Faser der Gefäßwandebenfalls unter mancherlei Modifikationen auftritt. Diese er-scheint dem »«bewaffneten Auge, wo sie für dasselbe erkennbarist, als ein zartes weißes Fädchcn; sie ist nie hohl, sondern solid,scheint aber bald rund, bald kantig, bald flach gedrückt zu seyn;dabei ist die einfache Faser immer sehr fein und in zartenGefäßen beträgt ihr Durchmesser oft kaum den 45vvvstenTheil einer Linie, während bei den stärker» Fasern der Durchmes-ser schwerlich den 4 bOOstcn Theil einer Linie übersteigen wird.

§. 18.

Die erste und einfachste Form sind die Ringgefäße.Bei diesen bildet die Faser getrennte Ringe, welche alle in Be- .zug auf die Achse der Pflanze oder des Pflanzenthcilö, dem sie ^angehören, eine wagrechte Lage haben und in vertikaler Reihe,in bestimmten Zwischcnräumen übereinander stehen, so daß einhohler cylindrischcr Raum im Zellgewebe durch sie gebildet wird.Die Entfernung der einzelnen Ringe ist in demselben Gefäßeganz gleich, in verschiedenen Gesäßen aber oft verschieden; das-selbe gilt in der Regel von der Größe der Ringe, auf wel-cher der verschiedene Durchmesser der ganzen Gefäße beruht.Die Ninggefäße finden sich in den meisten, wo nicht in allenPflanzen, welche überhaupt Gefäße besitzen, und sie liegen,wo sie mit andern Gefäßen in Gesellschaft vvrkvmmcn, gewöhn-lich nach der Achse des Pflanzcnthcilü oder nach dem Marke zu.Besonders groß und deutlich sehen wir dieselben bei monokotyle»dvnischen Pflanzen, z. B. im spanischen Rohr, im PisangMuss), in den Caladium-Arten (k'iA. 58, o.) und in derKranzblume (Hoäydnum) (kiA. 66, v.); aber auch in diko-tyledonischcn Pflanzen, wie im Stcngel der Balsamine (I'iA.64, t>.) und des G a rt e n k ü r b i s, werden sie mehr oder weni-ger deutlich erkannt. Da sie jedoch meist in kleinerer Anzahl