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Wurzel eine Länge von einem Fuß und darüber erreicht. Znden meisten Fällen läßt sich jedoch als Regel annehmen, daß dieWurzel bedeutend kürzer ist, als der aufwärts wachsende Theilder Pflanze. Hinsichtlich des Durchmessers gilt im Allgemeinendasselbe, was von der Große üdcrhaupt gesagt worden; welcheVerschiedenheit in der Dicke gibt es nicht von der dünnen, oftfadenförmigen Stammwurzel sehr kleiner Pflanzen, wie der Al-pen» und Stein kresse (Iwpistium nipinnm, I,. potrnouin)bis zu dem mehrere Fuß im Durchmesser haltenden Wurzelstam-me der Eiche.
Im natürlichen Zustande finden wir schon bei der Wurzel,wie bei den übrigen Pflanzenthcilcn, eine große Abwechselung inder Consistenz, die von der zähen holzigen bei Bäumen undSträuchern bis zur fleischigen und saftigen bei Dolden-pflanzen, beim Schöllkraut, bei der gemeinen oder Lh-rigen Rapunzel (ksi^tenm»'spioatum), der Rapnnzel-Glvckenblume (6ampnimla linpunoulus) u. a. vorkommt.Aber durch Verpflanzung in besseres Erdreich, durch öfteres Auf-lockern des Bodens und überhaupt durch sorgsame Pflege könnendie ursprünglich dünnen, zähen, wenig saftreichcn Wurzeln man-cher Pflanzen auf eine merkwürdige Weise zu einer viel bedeu-tender» Größe und einer weichen, fleischigen und saftreichcn Con-sisienz gebracht werden, wie dieses bei den Wurzeln der Scor-zonerc (^orLOneua Iiwpanio«), der wilden Möhre (Hau-en« kavot«), des Rübenrcbses (Lrassioa knpn) und desMangolds (Leta vulgär!«) der Fall ist, deren dünne Wur-zeln ursprünglich zähe oder fast holzig sind und durch fvrtgesezteKultur in dicke und fleischige, oft unter sich wieder verschiedengestaltete Wurzeln umgewandelt werden, welche als sogenanntegelbe, weiße, rothe und Runkelrüben und alsSchwarz-oder Haferwurzeln theils zu schmackhaften Speisen, theils zurFütterung der Hausthiere und zu manchem andern Behufe (sodie Runkelrüben zur Zuckerbereitung) benuzt werden. Bei diesergroßen Mannigfaltigkeit in der Bildung der Stammwurzel undden durch künstliche Behandlung hervorgerufenen Umänderungen,ist dieselbe dennoch keinen so bedeutenden, auf natürlichem Wegestatt findenden Umwandlungen unterworfen, wodurch der Charak-ter derselben versteckt oder ganz unkenntlich würde, wie wir die-