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1 (1834) Allgemeine Botanik I / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Diese müssen wir bei der pflanzlichen Formenlehre oderder Lehre von der Bildung der Organe (Morphologie, Or-gan ograp hie) stets berücksichtigen, weit nur durch die schritt-weise Verfolgung des Umwandlungsganges die wahre Bedeutungund das Wesen der Pflanzenorgane erkannt wird. Der Begründerder Lehre von der Metamorphose, Göthe, welchem die Pflan-zenkunde hauptsächlich ihre gegenwärtige höhere Richtung ver-dankt, hat dreierlei Arten der Metamorphose unterschieden: dieregelmäßige oder fortschreitende, welche in dem norma-len Gange der stufenwcisen höheren Ausbildung von den erstenSamenblättern bis zur Frucht besteht; die unregelmäßigeoder rück schreitende, bei welcher die höhere Entwicklung derOrgane nicht bis zum Gipfel aufsteigt, sondern auf einer gewissenHohe angelangt, wieder um eine oder einige Stufen zurücksinkt(indem z. B. der Kelch den Stengclblättern, oder die Staubge-fäße den Blumenblättern ähnlich werden), wodurch aber häufig,wie wir schon bei mehreren Gelegenheiten erfahren haben, dieGeheimnisse der regelmäßigen Metamorphose sich vor unsern Au-gen enthüllen; die zufällige Metamorphose, welche nicht ur-sprünglich im Pflanzenbau gegeben ist, sondern durch äußere Reizeund Verletzungen, besonders durch Insekten, hervorgerufen wirdund sich in mancherlei Auswüchsen und Verkrüppelungen der Or-gane ausspricht, wvra-n sich endlich die übrigen krankhaften Um-änderungen der Organe reihen.

Göthe verfolgte die Metamorphose vorzüglich bet den pha-nerogamischen Pflanzen, und hat, indem er von den Kotyledonenausgehend, bis zu der Frucht und den Samen hinauf die Um-wandlungsstufen auf die klarste und bündigste Weise erklärte, denStengel mit seinen Knoten als einen besonderen, von den Blät-tern unterschiedenen Theil betrachtet, wie sich derselbe auch demBlicke von Außen darstellt. Indem aber der als Äichter und geist-reicher Naturforscher gleich hoch zu achtende Begründer dieser Lehrehauptsächlich nur die Umwandlungen der um den Stengel stehen-den Blätter von Glied zu Glied darstellte, hat derselbe noch nicht dievollständige Metamorphose der Pflanze gegeben. Eine Darstellungderselben wurde erst in neuester Zeit von einem ebenso treuen, abernoch tiefer in das Wesen der Pflanze eindringenden Beobachter *)versucht, deren Hauptresultate wir nun noch kennen lernen wollen.

") Ernst Meyer, die Metamorphose der Pflanze und ihre Wider-sacher (Linusen. Jahrg. 18 Z 2 . S- 401 460 ). Unter den ausländischenSchriftstellern, welche sich mit der Metamorphosenlehre der Pflanze be-schästigl haben, ist vor allen De Candolle zu nennen, so auch Tur-pin, welche unbekannt mit Göthe's Lehre, die ihrige aus der Natur-beobachtung schöpften, ferner der Schwede Agardh. Keiner hat indessenweder so einfach und ungetrübt wie Göthe, noch so tief eindringend wieMeyer, die Metamorphose dargestellt.

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