verbreitet]]sind die Skinke (Scincidae, 63 Gattungen, über 300 Arten), diesich mit Ausnahme der Inseln des Stillen Oceans allenthalben finden undin der Alten Welt als „Blindschleiche“ weit nach Norden gehen. DieHaftzeher (Geckotidae, 54 Gattungen, 200 Arten) gehen nicht so weit nörd-lich, sind aber auf allen Inseln des Stillen Oceans angetroflen. Die Land-eidechsen (Zonuridae, 12 Gattungen, 52 Arten) sind afrikanisch und ame-rikanisch, haben aber isolierte Formen im südöstlichen Europa und aufden vorderindischen Khasya-Hügeln. Die Amphisbaenen (Amphisbaeni-dae, 2 Gattungen, 13 Arten) sind neotropisch-afrikanisch mit einzelnenArten in Nordafrika , Spanien und Kleinasien . Rein auf die heifsenStriche Afrikas und Südamerikas beschränkt erscheinen die Glattkieler(Lepidosternidae, 6 Gattungen, 8 Arten), während die gemeinen Eid-echsen (Lacertidae, 11 Gattungen, 80 Arten) altweltlich, die-. Warn-eidechsen (Varanidae, 3 Gattungen, 30 Arten) und Krötenechsen (Aga-midae, 42 Gattungen, 160 Arten) altweltlich-tropisch, die Chamäleons(Chamaeleontidae, 1 Gattung, 30 Arten) vorwiegend afrikanisch sind mitwenigen Arten in Indien . Amerikanisch sind die Tejueidechsen (Teidae,12 Gattungen, 74 Arten); die Fufswühler (Chalcidae, 5 Gattungen,8 Arten) und die amerikanischen Doppelschleichen (Ohirotidae, 1 Gattung,2 Arten). Auf das tropische Südamerika beschränkt sind die kleinenFamilien der Schindelechsen (Chirocolidae, 1 Gattung, 5 Arten; Iphi-sadae, 1 Gattung, 1 Art, und Anadiadac, 1 Gattung, 1 Art) und Schwanz-echsen (Cercosauridae, 1 Gattung, 5 Arten); bloi's in Mexiko werdenKrustenechsen (Helodermidae, 2 Gattungen, 6 Arten) gefunden. Reinkontinental-australische Familien sind die Flossenfüfsler (Pygopodidae,4 Gattungen, 6 Arten); Aprasiaden (Aprasiadae, 1 Gattung, 2 Arten)und Lialiden (Lialidae, 1 Gattung, 3 Arten). Hauptsächlich in deräthiopischen Region, aber bis Südeuropa vordringend, werden dieSandechsen (Sepidae, 7 Gattungen, 22 Arten) gefunden, während dieBodenechse (Chamaesauridae, 1 Gattung, 1 Art) nur Südafrika be-wohnt. Merkwürdig versprengt und auf ein hohes Alter der Familiedeutend ist die Verbreitung der Nacktaugen (Gymnophthalmidae,6 Familien, 14 Arten) im tropischen Südamerika , Westafrika , Südosteuropa bis Zentralasien , Australien mit Neuguinea , Mauritius , Sandwichinselnund Bonininseln; der Maskenwiihler (Acontiadae, 2 Gattungen, 7 Arten)Südafrika inkl. Madagaskar , Ceylon und Ternate, und der Leguanen(Iguamdae, 56 Gattungen, 240 Arten) das ganze warme und gemäfsigteAmerika , Fidschi-Inseln , Nordaustralien und Madagaskar .
IV. Amphibien und Fische.
(Blatt VI.)
Die beiden ersten Kärtchen sind der Verbreitung der Lurche undder Knorpelfische in ihrem ganzen Umfange inkl. der Haft- undBüschel-lciemer (Plectognathi und Lophobranchi), die 4 übrigen derjenigen derKnochenfische gewidmet. Was die Verbreitung der Fische betrifft, sohaben wir nur über die Süfswasserformen eine nähere Kenntnis, undaufserdem kennen wir noch eine Reihe von Lokalfaunen betreffs derMeerbewohnenden genauer, wie z. B. die der Ostsee durch Möbiusund Heincke, des Mittelmeeres durch Giglioli, des Roten Meeres durchKluntzinger, der malayisch -ostindischen Gewässer durch Bleeker undweiter durch eine ganze Reihe von Arbeiten die der europäischen undöstlich-nordamerikanischen des Atlantischen, und der westlich-nord-amerikanischen und japanischen des Stillen Oceans . Das Vorkommender Meeresformen wurde durch einfaches Einträgen der farbig aus-gezeichneten Namen an der betreffenden Stelle, wie bei den See-säugetieren, markiert, für die Süfswasserfisclie aber die für die Land-tiere gebrauchte Methode der Flächenbemalung und Kurvenkonstruk-tion in Anwendung gebracht. Ein B hinter dem Namen einer Seefisch-familie deutet an, dafs sie wenigstens an der betreffenden Stelle, dieTiefe bewohnt, bathybisch ist. Aufser den Monographien und Lokal-faunen wurden für die Lurche hauptsächlich die Werke von Boulangerund für die Fische die von Günther benutzt.
I. Lurche (Amphibia). 1. Urodela, Schwanzlurche bilden eine imRückgang begriffene uralte Ordnung, welche gegenwärtig ihren Schwer-punkt in Nordamerika hat, in der australischen Region ganz und. inden andern tropischen Regionen fast ganz fehlt. Von den vier Familienist eine (Armmolche, Sirenidae, 1 Gattung, 3 Arten) ausschliefslichnordamerikanisch; eine zweite, die der Aal- und Biesenmolche (Amphiu-midae, 3 Gattungen, 6 Arten) wird aufserdem noch auf Japan und inden gegenübcrgelegenen Küstenländern des gemäfsigten Asiens gefunden;eine dritte (Ohne, Proteidae, 2 Gattungen, 4 Arten) ist nordameri-kanisch und unterirdisch in Südösterreich. Die Salamander (Salaman-dridae, 8 Gattungen, 27 Arten) sind Bewohner der gemäfsigten Altenund Neuen Welt, während die Axelotl (Amblystomidae, 4 Gattungen,25 Arten, auf der Karte markiert durch eine violette Punkt-Strichlinie)sich in Nordamerika und dem gemäfsigten Ostasien inkl. Japan finden,mit einer, wie es scheint isolierten Art in der östlichen orientalischenRegion. Die Blethodontidae (7 Gattungen, 33 Arten, auf der Kartemarkiert durch eine rosarote Punktlinie) sind Bewohner des warmenund gemäfsigten Amerikas , haben aber eine versprengte Art im ge-birgigen Italien , auf Corsica und Sardinien . 2. Die Ordnung der durchsubterranes Leben ganz rückgebildeten Blindwühler (Apoda. s. Ooeciliao,4 Gattungen, 10 Arten) ist auf die tropischen Teile dos kontinentalenAmerikas , auf Afrika und Seychellen (aber ohne Madagaskar ) undauf Indien nebst Ceylon und die Sundainseln beschränkt..
3. Die dritte Ordnung der Froschlurche (Anura ) ist eine verhältnis-mäfsig moderne. Kröten (Bufonidae) finden sich fast universell, fehlenaber auf Madagaskar , Neuseeland und in der ganzen oceanischon Insel-welt mit Ausnahme der Sandwichinseln. Echte Frösche (Ranidac)fehlen im wüsten Afrika , im südlichen Südamerika und gehen in deraustralischen Region blofs bis Neuguinea und zu den Fidschi - Inseln .Laubfrösche (Hylidae) sind amerikanisch und südlich-gemäfsigt-palä-arktisch bis. Japan , aber nicht in England. Engmäuler (Engystomidae)finden.sich im ganzen warmen Amerika , exkl. Westindien , in der ganzenäthiopischen und indischen Region bis Neuguinea . Scheibenzüngler(Discoglossidae, Boulanger) sind versprengt: im südlichen und west-lichen Europa mit. Nordafrika , in Südchina und Neuseeland . Pfeif-frösche (Oystignathidae) bewohnen ganz Amerika südlich vom 25° N. Br.an und das kontinentale Australien . Wühlkröten (Pelobatidae) werdenin Nordamerika , Südwosteuropa und in ganz Indien bis Neuguinea angetroflen. Baumfrösche (Dendrobatidae) bewohnen Guinea , Cubaluid Madagaskar . Dyscophidae (markiert durch braune Schraffierung)finden sich nur auf Madagaskar und in Hinterindien . Die zungenlosenLYösche (Dactylethridae) sind ausschliefslich afrikanisch und nur imtropischen Südamerika , teilweise mit sehr lokalisierter Verbreitung
finden sich die Familien der Vollzähner (Hemiphractidae), Taubfrösch.(Dcndrophrynistidae), der Wabenkröten (Pipidae) und der seltene:Amphignothodontidae.
II. Süßwasserfische (verschiedene Ordnungen). Keine Familie deiSüfswasserfische ist kosmopolitisch. Am weitesten verbreitet sind di:Barsche (Percidae), aber sie fehlen im indo-malayischen Archipel, iider ganzen australischen Region, auf Madagaskar und im ganzen östliehen und flachem Südamerika . Welse (Siluridae) haben eine kolossale Entfaltung in Südamerika , gehen nicht tveit nach Norden uncwerden in der westlichen paläarktischen Region nicht angetroflenAale (Muraenidae) werden in Südamerika , im westlichen Nordamerika hi Westafrika und in den Flufssystemen des Kaspischen und Schwarze:Meeres vermifst. Die Karpfen (Cyprinidae) bewohnen die ganze paläarktische Region, mit dem Zentrum im südlichen Zentralasien , di:orientalische, neoarktische und äthiopische aufser Madagaskar , fehle:aber in der australischen und neotropischen. Paläarktisch und neoarktisch sind die Familien der Hechte (Esocidae), Süfswassergroppei(Cottidae), Lachse (Salmonidae) und Stichlinge (Gasterosteidae). Letzter,fehlen indessen im Gebiete der Donau , und eine Art Lachs bewohnNeuseeland , aber wahrscheinlich als neuer Einwandrer in das süfsWasser. Die Bricken (Cyclostomata) werden in fliefsenden Gewässer:der nördlich-gemäfsigten Zonen der Alten und Neuen Welt gefundenhaben aber Arten in den Bergen von Peru und Ohili, gleichen hieriialso den Bären, Wasseramseln, grofsen Laufkäfern (Carabus) u. a. mIn allen tropischen Gebieten kommen Zahnkarpfen (Cyprinodontidae)Trommelhechte (Ghromidae) und Arayaimas (Osteoglossidae) vor, di:letzten beiden aber ziemlich beschränkt. Zentralamerikanisch, indisclund australisch sind die Süfsivasserheringe (Clupeidao), südamerikanisclund indisch die Umberfische (Sciaenidae) und die SgmbranchiidaeAfrikanisch-indisch sind die Notopteridae, Mastacembahdae xmä. Laby-rinthfische (Labyrinthici); südamerikanisch-afrikanisch die Characinülae.südamerikanisch-australisch mit einer Art in Italien (grünschraffiertcLinie) die Ährenfische (Atherinidae). Zirkumpolar - antarktisch (inNeuseeland , Südaustralien nebst Tasmanien und im südlichen Süd amerika ) treten die den Lachsen verwandten Haplocliitonidae undGalaxidae auf. Nordamerikanisch sind zwei Familien der Glanz-schupper, nämlich die „mud-fishes“ (Amiadao) und Knochenhecht ,(Lepidostcidae) während sich die Löffelstöre (Polyodontidae) auclnoch in den Flüssen der Ostküste von Mittelasien (im Yang-tse-Kiangfinden, was an die Verbreitung der Amphiumen &c. erinnert. Isolierfinden sich folgende Familien von Knochenfischen im süfsen Wasser.1) nur in Nordamerika Hyodontidae (hechtartig), Percopsidae (Lachsevom Habitus der Barsche) und sehr lokalisiert teilweise unterirdisch undklein die den Zahnkarpfen verwandten Hetropygiidae. 2) Ausschlicfs-lich südamerikanisch sind die elektrischen Aale (Gymnotidae) undAmazonenbarsche (Polycentridae). 3) Nur Afrika bewohnen die elek-trischen Hechte (Mormyridae), die Pantodontidae und Kneriidae (kar-pfenartig), sowie von den Glanzschuppern die Flöfselhechte (Polypteri-dao). 4) Auf Indien beschränkt sind die Hechtköpfer (Lucioceplialidaeund Schlangenköpfer (Ophiocephalidae), beide Familien den Labyrinth-oder. Kletterfischen nahe verwandt. Die im Seewasser weit verbreitet:Familie der Meeräschen (Mugilidae) geht gern in stifse Wasser; iiItalien , aber nur hier, auch die der Schleimfische (Blenniidao), und deiBaikalsee beherbergt als zurückgelassen von verschwundenem Meereähnlich wie Seehunde, auch eine makrelenartige Seeform (die Famili,Comephoridae bildend). Versprengt findet sich die sehr alte Ordnui^der Lurchfische (Dipnoi) gewissermafsen übriggebliebene Inselkuppeiverschwundener Kontinente — in Südamerika , VVestafrika und Australien mit jo einer Art. Auch die hechtartigen Hundsfische (Umbridaefinden sich in je einer Art in Südosteuropa und im östlichen Nordamerika . Süfswasserschellfische (Gadidae) treten auf in Nordamerika .Europa und Australien , aber sie dürften sich überall unabhängig von ein-ander aus Seeformen entwickelt haben, wie gewifs auch die Süfswasser-grundeln (Gobiidae) in Westindien , Ostindien, Westafrika , Italien undauf den Sandwichinseln, während sie wohl im Kaspi- und Baikalseezurückgeblieben sind.
Von der Verbreitung der Seefische sei nur erwähnt, dafs mancheFamilien, welche die arktischen und antarktischen Gewässer in alle.Tiefen bewohnen, nach den Tropen zu immer mehr ausschliefsliclu-Tiefseeformen werden, entsprechend der Verteilung der Temperatmim Meere.
Wirbellose Tiere.
I. Käfer.
(Blatt VII.)
Von der Ungeheuern Menge der bekannten Käfer (gegen 100000Arten in einigen 50 Familien) konnte selbstverständlich nur eine ge-ringe Anzahl der wichtigsten und durch ihre Verbreitung interessantestenBerücksichtigung finden. Käfer und Schmetterlinge sind diejenigenInsekten, welche seit länger als hundert Jahren auch in den nichteuropäischen Teilen der Erde eitrigst gesammelt werden, und so istes möglich, sich von ihrer Verbreitung zur Zeit schon ein ähnliclklares Bild wie etwa von derjenigen der Wirbeltiere machen zukönnen, während unsre Kenntnisse über die verschiedenen Faunen,z. B. der fliegen- und wespenartigen Insekten so lückenhaft sind, dafseine graphische Darstellung der Verbreitung dieser Tiere noch keinenAnspruch an den mindesten Wert erheben könnte. Ich habe mich beder Bearbeitung der sechs Kärtchen für Käfer insoweit einer kleine:Inkonsequenz schuldig gemacht, dafs ich die Blatthörner (Nr. 2 und 3nach ihren Unterfamilien, aber nicht wie die Lauf-, Pracht- undSchattenkäfer nach ihren interessanten und lokalcharakteristischeiGattungen dargestcllt habe; ich würde den erstem Modus auch fürdie letztem Familien vorgezogen haben, wenn bei ihnen Unterfamilienin dem Sinne wie bei den Lamellicorniern existierten. Für die Bock-käfer liefsen sich beide Methoden vereinigen.
I. Laufkäfer (Carabicidae) bilden nächst den Rüsselkäfern diezahlreichste Käferfamilie (620 Gattungen und rund 8500 Arten) undsie sind als Fleischfresser weiter, namentlich nach Norden und höheiin den Gebirgen verbreitet als diese Vegetarier, wenn schon sie aueinigen Inseln, wo Rüsselkäfer Vorkommen (z. B. Kerguelen), fehlenIhr eigentlichstes Heim ist die paläarktische Region, wo 30% von alle:Arten Vorkommen, dann folgt die neotropische mit 19%, die äthiopische