8
Zygocera in 12 Arten Australien und die benachbarten Inselchen, in1 aber Chile bewohnt!
YI. Eine der mannigfachst differenzierten und deshalb interessante-sten und wohl auch ältesten Käferfamilien bilden die Schattenkäfer (Tene-brionidae, rund 4500 Arten), welche hauptsächlich zwei Verbreitungs-zentren haben, nämlich die Länder um das Mittelmeer herum undSüdamerika , besonders das gemäfsigte. Auf die paläarktische Kegionentfallen von den Arten 36,5%, auf die äthiopische 15%, die orientalische5,3%, die australische 12,8%, die neotropische 19,4% und auf die neo-arktische 11%. Am weitesten verbreitet erscheinen die GeschlechterOpatrum und Helops. Von den 129 Arten des erstem sind 83 palä-arktisch von Teneriffa bis Kamtschatka und Japan , im Norden bisSchweden und England, 19 sind kontinental-äthiopisch, 2 finden sichauf Madagaskar , 1 auf Isle de Bourbon, 1 auf St. Helena , 14 sindorientalisch, 8 bewohnen die Inseln der australischen Kegion von Timor bis Neukaledonien , und eine einzige findet sich in Chile . Das letztereGeschlecht (200 Arten) hat 169 Arten von den Azoren (1 eigne Art)bis zum Balchasch-See , geht aber nur in 1 bis 2 Arten bis Englandund Schweden , 1 Art findet sich in Gabun , 1 auf Ceylon, 6 in Au stralien , 2 auf Cuba und eine bei Port Famine im südlichsten Pata-gonien; 20 finden sich in der neoarktischen Kegion, aber mehr imWesten, von Vancouver -Eiland an südlich. Blaps (118) .ist ausschliefslichpaläarktisch von den Kanaren bis ca zum 120° Ö. L. v. Gr. undzwischen dem 30 und 45° N. Br., und ganz wenig Arten (1 bis 2)gehen nördlich bis England und Schweden . Asida (124) findet sich in121 Arten um das Mittelmeer herum von Spamen und Algerien bisWestsibirien (1 Art davon wird auch in Deutschland gefunden), inChile , Neumexiko und am Kap wird je eine Art angetroffen. Auf demKontinent von Afrika vom 12° N. Br. bis zum Kap beschränkt istPsammodes (48), und blofs am Kap wird Machla (7) angetroffen. Zo-phosis (119) ist über ganz Afrika nebst Madagaskar verbreitet, gehtwestlich bis zu den Kapverdischen Inseln, östlich bis in die Kirgisen-steppe, nördlich bis Griechenland , Sizilien und Spanien . Von derKrim bis zur Mongolei werden die (27) Arten von Anatolica gefunden,während Pseudoblaps (13) Vorderindien und (in 2 der Arten) Javabewohnt. Elaeus (20), Pterelaeus (23) und Saragrus (30) werden nurauf dem Festland von Australien , in Tasmanien , auf der Känguruh-und Lord Howe - Insel gefunden. Emmenaster (10) und Elaeodes (103)sind ausschliefslich neoarktisch, namentlich an der Westküste; Pra-ocis (11), Thinobatis (5) finden sich in Chile und Patagonien, ebensoScotobius (31), dessen Arten weiter nach dem Äquator vorrücken, ander Ostküste bis Montevideo , an der Westküste in den Bergen bisPeru . Noch weiter, bis zur Landenge von Panama , geht Ammo-phorus (5), welches Geschlecht aufserdem auf den Galapagos - undSandwichinseln je eine Art hat. Eine bedeutsame, gleichfalls aufhohes Alter deutende Thatsache ist es, dafs nicht wenig Inselgruppenihre eignen, nur ihnen gehörigen Gattungen haben: so Madagaskar Nycteropus (11), Madeira und die Kanarischen Inseln Hegeter (14), dieAntillen Diastolinus (7 Arten und 1 in Cayenne ) und die Galapagos endlich das Genus Stomion (3).
II. Grofssclimetterlinge, Land- und Süfswasser-mollusken. Technisch-ökonomisch wichtige
Tiere.
(Blatt VHI.)
Von den Schmetterlingen sind nur die drei ersten Gruppen derGrofsschmetterlinge, die Tag- und Abendfalter sowie die Spinner, inallen Teilen der Erde mit Sorgfalt gesammelt worden, und kennenwir daher ihre geographische Verbreitung mit ziemlich derselbenGenauigkeit, wie etwa die der Säugetiere und Vögel. Viel wenigerbekannt in dieser Beziehung sind die Eulen (Noctuidae) und dieSpanner (Geometridae), aus welchen Familien selbst in der paläark-tischen Kegion fast alljährlich neue Repräsentanten gefunden werden.Die Kleinschmetterlinge endlich wurden im Auslande, abgesehen vonden altkolonisierten Territorien, nur ganz beiläufig gesammelt, aberwir wissen, dafs alle Familien (Zünsler, Wickler, Schaben und Feder-motten) eine universelle Verbreitung haben und nur auf isolierten undentlegenen Inseln vermifst werden, aber nach Norden so weit wie diePflanzenwelt Vordringen.
Die Tagfalter (Rhopalocera, Kärtchen 1 und 2) umfassen gegen8000 Arten, welche sich auf 16 Familien verteilen. In allen Regionenfinden sich fünf Familien, nämlich: 1) die Sandaugen (Satyridae), ca850 Arten, sie gehen sehr weit nach den Polen hin, finden sich inGrönland und Feuerland, sind aber im tropischen Amerika am stärkstenentwickelt. 2) die Nymphaliden (Nymphalidae ca 1500 Arten) bildendie zahlreichste Familie der Tagschmetterlinge, und zu ihnen gehörendie bekanntesten Formen, wie Perlmuttervögel (Argynnis), Kantflügler(Vanessa), Eisvögel (Apatura) &c. Sie gehen nicht ganz so weit nachden Polen hin als die vorige Familie; auch diese Schmetterlinge habenin Südamerika das Maximum ihrer Entwickelung. 3) die Bläulinge(Lycaenidae, ca 1200 Arten) sind zwar ganz besonders stark in derneotropischen Region entwickelt, gehen aber sehr weit nach Nordenund hoch in die Gebirge hinauf. 4) Die Dickköpfe (Hesperidae, ca1200 Arten) haben gleichfalls in Südamerika die gröfste Zahl ihrerArten,_ sind auch zahlreich in der neoarktischen Region, am geringstenaber in der paläarktischen vertreten. 5) Die Bitter (Papilionidae,ca 460 Arten), zu denen die Schwalbenschwänze und Apollos gehören,sind besonders stark in den tropischen Teilen Amerikas und Asiens entwickelt, und ihre Zahl nimmt nach den Polen zu auffällig rasch ab,wenn schon einzelne Gattungen, wie die Apollos (Parnassius) echtboreal und alpin sind. Fast kosmopolitisch verbreitet sind die Weifs-linge (Pieridae, ca 820 Arten), sie gehen nach den Polen fast so weit,wie die Sandaugen, fehlen aber, auffällig genug, vollständig auf Neu seeland , während auf den Sandwichinseln eine Art gefunden wird.Die Dana'iden (Dana'idae, 530 Arten) sind eine echt tropische Familieund sie betreten die gemäfsigten Regionen nur in wenigen Arten, inder paläarktischen findet sich nur eine Art, im Mittelmeergebiete.Eine _ andere Art _ (Danais Archippus) bewohnt den gröfsten TeilAmerikas und scheint neuerdings ihr Ausbreitungsgebiet zu vergröfsern;westlich ist sie nach und nach über die Inseln des Stillen Oceans bisNeuguinea,_ Neuholland und die Molukken vorgedrungen und hat seitungefähr Mitte der achtziger Jahre Billiton erreicht, ustlich erschien sieschon an den europäischen Gestaden des Atlantischen Oceans, sowurde _ sie in den letzten Jahren einigemal in England und einmalauf Gibraltar gefangen. Eine merkwürdig versprengte Verbreitung
hat die Familie der Libytheiden (Libytheidae), da sie sich in derganzen orientalischen Region und in der australischen bis Neuguinea ,in Südost-EuropanebstKleinasienund in Westafrika findet, weiter bewohntsie die Westindischen Inseln und geht von hier südlich bis an dieNordküste Südamerikas , nördlich bis in die wärmern Teile der Ver einigten Staaten . Da sie zugleich nur sehr wenig Arten (10) besitzt,so ist es sehr wahrscheinlich, dafs sie in starkem Rückgänge begriffenist. Dasselbe dürfte wohl auch für die Nemeobiiden (Nemeobiidae,145 Arten) gelten, welche eine ähnliche Verbreitung besitzen, aber inNordamerika und einem gröfsern Teil Indiens fehlen, dagegen aufMadagaskar Vorkommen. Ausschliefslich tropisch sind die Acräiden(Acraeidae, 90 Arten) , tropisch-altweltlich die Elymniden (Elymnidae,28 Arten), welche in ihrer Verbreitung eine auffällige Ähnlichkeit mitmanchen andern Tieren zeigen, indem sie die Waldungen des tropischenkontinentalen Afrika , Indien und die Malagasischen Inseln bewohnen.Die grofsen und schönen Pagen (Morphidae, 106 Arten) sind charak-teristisch für das tropische Südamerika . (exkl. Westindien ) und fürdie orientalische Region bis Polynesien im Osten. Vier Familien ge-hören ausschliefslich der amerikanischen Fauna an, nämlich: dieEuselasiiden ((Euselasiidae, ca 80 Arten), die Eryciniden (Erycinidae,560 Arten), die Brafsoliden (Brassolidae, 62 Arten) und die Heliconier(Heliconidae, 114 Arten). Wenn schon einige dieser Familien bis in diesüdlichen Teile der neoarktischen Region Vordringen, so sind dochauch sie in der neotropischen am stärksten entwickelt, der die andernausschliefslich angehören. Kein Land der Erde läfst sich, was denReichtum an Schmetterlingsarten betrifft, auch nur annähernd mitdem tropischen Amerika vergleichen.
Von den übrigen Gruppen der Grofsschmetterlinge, den Abend-und Nachtfaltern (Heterocera , Kärtchen Nr. 3) zeigen die Abend-schwärmer (Sphyngidae, ca 350 Arten), dank ihrem ausgezeichnetenFlugvermögen, eine fast universelle Verbreitung, gehen aber, nament-lich in der Neuen Welt, weniger weit nach Norden, als die echtenSpinner oder gar die Eulen und Spanner, wie sie denn auch hoheGebirge vermeiden und in den tropischen Erdteilen am stärkstenentwickelt sind. Die Wespenschwärmer (Sesiidae, ca 220 Arten) fehlennur in der australischen Region und scheinen in Europa am höchstendifferenziert zu sein, doch sind sie im allgemeinen verhältmsmäfsigwenig gesammelt. Die Widderchen (Zygaenidae, ca 530 Arten) sindkosmopolitisch aber in der neotropischen Region unverhältnismäfsigzahlreich vertreten. Eine ganz ähnliche Verbreitung besitzen dieBären (Arctiidae, ca 300 Arten), die Holzbohrer (Cossidae, ca 90Arten?) und die Wurzelspinner (Hepiaiidae, Artenzahl?). Die echtenSpinner (Bombycidae, Artenzahl?) sind kosmopolitisch und gehen weitnach den Polen hin, die gröfsten und prächtigsten Arten sind abertropisch. Die merkwürdigen und farbenprächtigen Castniiden (Cast-niidae, 63 Arten) haben eine auffallende Verbreitung, indem sie nurim warmen Amerika und in der australischen Region gefunden werden.Die Eulen (Noctuidae, ca 2700 Arten) sind unter allen Grofsschmetter-lingen wohl am weitesten verbreitet, sie gehen nicht nur im Nordenbis Island und Grönland , sondern haben sogar auf so entlegenenInseln, wie Kerguelen , Vertreter, wo eine oder zwei ihrer Arten miteinigen Rüsselkäfern und Fliegen die einzigen Repräsentanten der Unge-heuern Insektenschar sind. Sie scheinen im allgemeinen eine sehr gleich-mäfsige Verbreitung zu haben, obwohl unsre Kenntnisse der exotischenFormen noch lange nicht genügt, ein bestimmtes Urteil zu fällen.Ähnlich ist es mit den Spannern (Geometridae, ca 1800 Ärten), diein den Tropen aber besonders grofse Formen haben. Es ist eineinteressante Thatsache, dafs diejenigen Schmetterlingsfamilien, welchein Europa eine lange Flugzeit (vom Frühling bis in den Spätherbst)haben, meist auch sehr weit verbreitet sind und weit nach den Polen hingehen, während die als Imagines auf die heifse Jahreszeit be-schränkten zwischen den Tropen unverhältnismäfsig stark entwickeltzu sein pflegen. Von den Spannern hat man neuerdings die wunderbarschönen Uraniiden (12 Arten) ahgetrennt; auch sie zeigen eine merk-würdige Verbreitung, indem die herrlichen Arten des GeschlechtsUrania nur das tropische Amerika und Madagaskar bewohnen, währenddiejenigen der andern Gattung (Nyctalemon) in der neotropischen,orientalischen und australischen Region Vertreter haben.
Von der Ungeheuern Schar der Weichtiere konnten blofs dieLand- und Süfswassermollusken bei unsrer Darstellung der Ver-breitung Berücksichtigung finden (Kärtchen 4 und 5). Die Schnirkel-schnecken (Helicidae) sind gut gesammelt worden, und die Zahl derbeschriebenen Arten mag 6000 übersteigen, doch mufs betont werden,dafs manche der Arten von sehr zweifelhaftem Werte sind. DieseFamilie ist eine der verbreitetsten Tierfamilien, ja vielleicht diekosmopolitischste von allen. Wir finden sie von Grönland bis Feuer-land und vom 72° N. Br. in der paläarktischen Region bis Neuseeland ,auf allen Inseln, selbst auf dem an Landtieren so äufserst armenKerguelenland und St. Helena hat man sie angetroffen. Die meistenArten finden sich in der neotropischen Region und ganz besondersauf den Westindischen Inseln, wie es überhaupt eine bemerkenswerteThatsache ist, dafs viele Inseln reich an eigentümlichen Schnecken-formen sind. So finden sich auf den Sandwichinseln über 300 Ärteneines nur hier vorkommenden Geschlechts (Achatinella), Madeira nebstPorto Santo beherbergt eine Landmolluskenfauna von 134 Arten, vondenen 109 nur hier auf der ganzen Erde gefunden werden, JuanFernandez besitzt 20 ihm allein eigentümliche Spezies, und die Antillenwerden von 1340 Arten luftatmender Schnecken bewohnt. Die geo-graphische Verbreitung der Landschnecken bietet überhaupt eine Reihehochbedeutsamer Momente, von denen wir nur noch einige hervorhebenwollen. Die Schliefsschneeken (Clausiha, gegen 500 Arten) finden sich amzahlreichsten in den mittlern Teilen der südlichen paläarktischenRegion um die östliche Hälfte des Mittelmeers, aber die Gattunghat einzelne Arten bis Japan , einige im tropischen Amerika und eineeinzige in Portorico . Daudebardia ist eine Winterform Europas , wosie in sechs Arten vorkommt, aber sie hat eine Art auf Neuseeland ,und es wäre nicht unmöglich, dafs man sie auch noch in den gebirgigenTeilen von Chile findet. Partela (über 90 Arten) bewohnt Oceanienvon den Salomo - bis zu den Sandwichinseln; von Simpulopsis bewohnen8 Arten die Antillen und Südamerika bis Bahia , aber eine Art wurdeauf den Salomonsinseln gefunden.
Die Lungennacktschnecken (Limacidae, ca 120 Arten) haben gleich-falls eine weite Verbreitung, werden aber in den meisten GegendenAfrikas sowie des,_ an Mollusken überhaupt sehr armen, südlichenSüdamerikas vermifst. Die Onchidiaden (Onchidiadae, ca 40 Arten)sind im wesentlichen eine tropische Familie, werden in Afrika blofsauf den Seychellen und Maskarenen und in der paläarktischen Regionan der Westküste von Spanien und in einer Art in Irland gefunden.Die Teichschnecken (Limnaeidae, gegen 400 Arten) sind sehr weit ver-breitet und gehen von allen luftatmenden Gastropoden am weitestennach Norden; in dem gröfsten Teile Afrikas und in Patagonien werden