18
Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.
nicht ohne zeitraubende und schwierige Vorarbeiten, um dem Man-gel an Uebereinstimmung, obgleich die Unsicherheiten in ziem-lich enge Gränzen eingeschlossen sind, möglichst abzuhelfen. Manweiss, wie vortrefflich Krayenhqff's Messungen und Karten sind; soweit diese reichen, war nichts zu verbessern. Dabei sind Wiebe-Icings sehr genaue Karten der Provinz Holland und Utrecht eben-falls gebraucht worden; ausserdem von inländischen Werken, zurVergleichung und Auswahl, oder für die neuere Begrenzung:Sepp Niederl. Reise-en Zack Atl.; Oovens beknopte Staats-Beschr.d. Batay. Republ. mit K. (wegen Angabe der Volkszahl aller Dör-fer nützlich); Jac. de Gelder K. Amst. 1811; — Weygand, Haag1816 — Caspar Müller, Haag 1816 (2 gr. u. 4 kl. Bl.; gut für die al-tern Provinzen, bei weitem weniger aber für die Belgischen); v. Käm-pen Staats- en Aardryksk. Beschr. v. li. Kgr. d. Nederl. Ilaarl. 1816,das beste Werk meines Wissens, seit der neuen Verfassung, was abernach dem Umfang (415 S.) weit reichhaltiger seyn könnte; besonderskurz sind die Belgischen Provinzen abgehandelt. Bei der spätemBearbeitung noch: Gosselin Alphabetische Naamlyst etc. 1826.
Einige Andeutungen über die Aussprache der holländ. Na-men mögen hier Platz finden:
z wird ausgesprochen wie s;
g, eh, aus der Kehle, wie in Ach, Bach; überall, zu Anfang,nach e, i, — u. s. w.
ae, aa, wie ah; kann also nicht ii geschrieben werden;
eu, eeu| wie öh;
oe, wie u oder u li;
ou, wie au;
u, uu, wie ü, üh;
ui, uy, wie äü;
y, oder eigentlich ij, wie ey, in den kurzen EndsyIben we-niger hörbar.
Also: Daendels, Leeuwarden, Jloerhare, Zoestdyh, Woerden,Gouda, Utrecht, Zuyderzee, lihyn, Yssel, Byssicik, spr. Dalmdels,Löhw., Burh., Sustdeik, Wührden, Gauda, Utraclit, Säüdersee,Rhein, Eissel, Reissw’k.
An die Stelle dieses Blattes, dem es an Ausdehnung nach Nor-den wie nach Süden fehlte, ist in neuerer Zeit getreten :
29. Niederlande, Belgien, Luxemburg. Von Ad. St. 1833.Rcvidirt 1854.
Es versteht sich, dass bei Bearbeitung desselben ausser dendem älteren Blatte zu Grunde gelegten noch manche neuere Mate-rialien benutzt worden sind. Ein dem Zuyder-Zee abgewonnener be-deutender Strich Marschlandes, Anna Paulowna Polder, so wie dasseiner Austrocknung nahe Haarlemer Meer in seiner jetzigen Gestalt,wurden nach der Etappe Kaart van liet lvoningr. der Neodorlanden,vervaardigt op het Topogr. Bureau ( ?S öoffö) 1848 eingezeichnet.
30u.31. Der Rhein vom Bodensee bis Köln. Zugleich
Specialkarte von Württemberg, Badenund der Bayerischen Pfalz. Von F. v. St.1845. Rev. 1854.
Die Karte erschien zum ersten Mal 1823 bearbeitet von Ad. St.und zum zweiten Mal gestochen 1833. In jener Zeit hatte ihre Bearbei-tung viel Mühe verursacht, da das damals vorhandene so sehr verschie-denartige Material nur in sorgfältiger Auswahl und mit Schwierig-keit zu benutzen möglich war. Seitdem sind für diesen Länderum-fang in den theilweise erschienenen Vermessungsarbeiten Würt-temberg’s, Baden’s, des Grossherzogthums Hessen undBayern’s dem Topographen die zuverlässigsten Grundlagen gebo-ten und es bedurfte nur zur Ausfüllung einiger Lücken der Bei-hülfe anderen Materials von minderem Werthe. Für die angrän-zenden französischen Departements konnten auch mehrere der inden' ausgegebenen Lieferungen enthaltenen Sectionen der grossen„Carte topographique de la France publ. p. le Dtpbt de la guerre“benutzt werden.
Die das Badische Land von Nord nach Süd durchziehendeStaats-Eisenbahn findet sich in ganzer Ausdehnung, so wiesämmtliclie gegenwärtig dem Verkehr übergebenen und im Bau be-griffenen Schienenwege aufgenommen wurden.
32. Die Schweiz. Von F. v. St. 1844. Rev. 1852.
Ein erster Entwurf dieser K. von Ad. St. trägt die Jahrzahl1820, ein zweiter die von 1827, von deren Quellen und Grundlagenwir in Nachstehendem Einiges anführen wollen.
Scheuchzer (itinera Alpina), obgleich über 100 Jahre alt, istauch jetzt noch, selbst durch Ebel, wenigstens für graphische Dar-stellung nicht ganz entbehrlich gemacht, und hätte, von Weiss be-nutzt, dessen Atlas manchen Vorzug geben können, der an diesem,aus Vortrefflichem und höchst Mangelhaftem zusammengesetztenWerke vermisst wird. — Die Scheuermann'sahen Kärtchen einzelnerCantone und Gegenden (zwischen - Aar und Rhone äusserst genau)sind bekannt; so Keller's für ihren Zweck ganz vortreffliche Reise-karte; ferner die Blätter des top. mil. Atlas der Schweiz und a. allg.Werke.
Osterwald's Neuchatel (ein Meisterblatt); Feers Bheinthal, diefranzösische Simplon-Karte (Plan de la Route de Simplon etc. dr.p. Cordier, Ing. au Simplon) sind auf die genauesten Vermessungengegründet.
Cap. Baymend C. phys. et mineral, du Mont-Blanc , ein grossesBlatt. Wenn auch der Zusatz: „levie etc. — l'auteur n'a ipargnini soins ni trau, paar obt. la plus gründe exactitude" im beschränk-ten Sinne gelten mag; so ist es doch für diese Gegend,' nebenSaussure, welchen es ergänzen soll, das Beste. — Der Mont-Blancist daselbst zu 43° 32' 25" L. von Paris, 45° 56' 15" N. Br. an-gegeben, also abweichend von der v. Zach’schen Bestimmung. Fürjede derselben vermissen wir befriedigende Nachweisung.
Dagegen geben fürs Berner Land und die anliegende Gegenddie Trexelsclien Arbeiten gute Materialien.
Noch verdienen angeführt zu werden die kleine Karte überdie Xfnf/i-Arbeiten, Stapser Karte vom Erguel, Plan de la ville etdes Environs de Zürich etc., die Charte de la Suisse Bomande, ei-nige Blätter von Bacler Dalbe, von Amman, etc.
Die gegenwärtige dritte Bearbeitung von F. v. St. weicht inso fern von den vorhergehenden Ausgaben ab, dass 1) der Maas-stab um ein Bedeutendes grösser genommen worden, und 2) dem-zufolge bei grösserer Vollständigkeit in topographischer Hinsichtauch für bequemere Benutzung des Blattes als Gebirgskarte da-durch gesorgt ist, dass alle Gebirgsnamen vollständig ausgeschrie-ben sich finden. In den frühem Ausgaben konnten diese wegenBeschränktheit des Raumes nur mit Buchstaben bezeichnet werden,was die Veranlassung zu Abfassung des erläuternden Commentars(„Die Berge der Schweiz von Ad. Stieler, 20 Seiten in 4*°”)gab. Dieser Commentar ist somit nunmehr überflüssig gewordenund wird deshalb nicht von Neuem abgedruckt. Es können abervon der letzten Ausgabe noch Exemplare auf Verlangen abgegebenwerden, da für Jeden, der sich mit dem geograpli. Studium derSchweiz beschäftigt, diese Zusammenstellung des verewigten Ver-fassers stets ihren eigenthiimlichen Werth behält.
Neben den Hiilfsmitteln, über die oben zu den frühem Aus-gaben schon Rechenschaft gegeben worden ist, sind bei dem Ent-wurf der neuern Auflage noch ausserdem an neu erschienenenkartographischen Werken benutzt worden: Pfister''s Karte der Can-tone St. Gallen und Appenzell, Weiss K. des Cant. Bern,Sulzberger's K. des Cant. Thurgau, KeUer's K. des Cant. Zürich,Worts K. der Schweiz in 20 Bl. Für die angränzenden TlieileTyrol’s und der Lombardei dienten die Karten des bsterr. Gen.-Quartienneisterstabs , so wie auch für die Westgränze die betreffen-den Sectionen 'des grossen Atlas topographique de la France. Ueber-dies wurden: Ebels Anleitung, die Schweiz zu bereisen (4 Bde 8vo),Lutz Handlexicon der Schweiz, und Meyer's von Knonau Erdkundeder schweizerischen Eidgenossenschaft fleissig zu Rathe gezogen.
33. Italien. Generalkarte. Mit Nebenkarten: Rom’sUmgebungen; Neapel’s Umgebungen,Malta, Gozzo, Comino. Von F. v. St. 1845.Rev. 1854.
Zuerst 1817 für eine der ersten Lieferungen des Hand-Atlasentworfen, erfuhr dieses Blatt 1828 eine Umarbeitung, und erscheintdemnach gegenwärtig zum drittenmal neu bearbeitet. Die beiEntwertung der beiden Spccialblätter (No. 34“ und 34b) benutztenMaterialien dienten auch vornehmlich hier zur Grundlage.
Ausser den bereits vollendeten wurden bei Revision dieserKarte sännntliche im Bau begriffenen Schienenwege eingetragen.
(33b). Das Aikiatiselie Heer. Von F. v. St. 1828. ltev. 1845.
Den ersten Anlass zur Entwertung gab die nunmehr allgemeinbekannte, auf genaue Vermessungen gedründete schöne Carta diCabotaggio del Mare Adriatico u. s. w., welche in 24 Blätterngrössten Formats in Mailand erschienen ist.
Es hat sich durch dieselbe bestätiget, wie fehlerhaft zum Tlieilnoch die bisherigen Darstellungen der Küsten des Adriatischen Mee-res, besonders der östlichen, waren.
Die östlichen Länder: Dalmatien, Croatien, Bosnienu. s. w. sind, was die innere Aufführung betrifft, nach der vomGen. - Quartiermeisterstab in 9 schönen Blättern herausgegebenenIC. der Oesterreich. Monarchie bearbeitet. — Obgleich damit dieMeinung nicht ausgesprochen seyn soll, als sey diese Karte über-haupt und durchgängig untadelhaft befunden worden: so lässt sichdoch, der Beschränktheit des Maasstabes ungeachtet, kaum bezwei-feln, dass derselben für Dalmatien, ausser den Resultaten der Kü-sten-Vermessung, noch andere neuere Materialien zum Grunde lie-gen, welche dem. Verfasser der grossen Karte von Dalmatien in 8Blättern (M. d. T-x. Wien 1810) zu jener Zeit nicht zu Gebotestanden. Der orographisclie Theil ist, was die Namen betrifft, voll-ständig der Karte des Gen.-Quartiermeisterstabes entnommen.
A n m. Diese Nummer, Das Adriatische Meer, ist aus der neuesten Ausgabe desHand-Atlas weggeblieben, weit dieselbe durch die beiden Karten No. 51 und52, West- und Ost-Polynesien, eine nothwendige Vermehrung erhalten hat,und doch die Gesammtzahl von 83 Karten nicht überschritten werden soll.
34 a . Nördliches Italien. Von F. v. St. 1842. Rev. 1854.
Dieses Blatt erscheint hier ziun drittenmal neu bearbeitet,nachdem die früheren Ausgaben (von 1818 und 1833) nicht mehrbefriedigen konnten. Das Lombardisch - Venetianische Königreichist nach der topographischen Karte des Österreichischen (Jen.-Quartier-meisterstabs entworfen, eben so die Herzogthüiner Parma, Piacenzaund Guastalla nach der ebenfalls in Mailand von dem Österreich.Gen.-Quartiermeistcrstab erschienenen Vermessungsharte dieser Her-zogtliümer. Für Toscana diente die bekannte Inghirami' sehe Kartein 4 grossen Blattern als Grundlage, für Sardinien und den Kirchen-staat wurden die neuesten TKörZ’schcn Karten zu Käthe gezogen.
Für die spätere (zweite) Bearbeitung (1833) sind noch zweiklassische Originalwerke:
Carta Topogr. dei Ducati di Parma, Piacenza et Guastalla, levatadictro misure trigon. 1821 bis 1822. — Dell 1 Inst. Geogr.Mil. d. St. Magg. Gen. Austr. — Milano 1828. 8 Blätter,Inghirami Carta Geometrica della Toscana. Firence 1830. —4 Blätter grössten Formats,auch die in mancher Beziehung recht brauchbareCarta del Kcgno Lombardo Veneto, compil. da Gaetano Monii-ccUij 1827. 1 grosses Blatt
bonutzt worden. — Das neue Blatt enthält den Kirchenstaat,auch Corsica vollständig,* das frühere Blatt ging nur bis 42° Br.Die gegenwärtigen Kintheilungen der verschiedenen Staaten sindangegeben, auch die Gränzen einer Jeden, da wo man sich derenversichern konnte. Die 5 Compartimento’s von Toscana sind aufInghirami's Karte nicht durch Gränzen unterschieden.