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Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.
34h Königreich beider Sicilien, nebst dem südlichen Theiledes Kirchenstaats. Mit Nebenkarte von Malta. 1848.Kev. 1853.
Die illtcrc Bearbeitung unter dem Titel: Südliches Italien mitSicilien, 1825.” gehört Herrn Hübbe ausschliesslich an, und derHerausgeber hat nur durch nähere Besprechung über die erste An-lage und durch einzelne unbedeutende Bemerkungen Antlieil daran.
An llülfsmitteln hat der Verfasser ausser den inländischenKarten hauptsächlich benutzt und verglichen:
K. Zannoni, — Bacler Dalbe, — die Carta arnmini-strativa. — Orgiazzi — Werke, die aus unsern frühemBerichten schon bekannt sind, dann das Meisterwerk: Cartadi Cabotaggio del Mare Adriatieo. Milano 1821bis 1822. 24 gr. Bl.
Nuova Carta degli stati Pontifici meridionali. Mi-lano 1824. 4 Blätter.
Nächstdem die bekannten allgemeinen geographischen Werke, undunter den Keiscbeschreibungen etc. vorzüglich de Sayve, Kephali-des, Bartels, Spaüanzani.
Zur Grundlage diente zugleich eine Auswahl aus des Heraus-gebers handschriftlicher Sammlung von 0 r t s b c s ti m m u n g e n unddahin gehörigen Notizen.
Nachdem sich die Notliwendigkeit licrausgestellt hatte, die imJahre 1825 gestochene und 1845 revidirte Platte der, von HeinrichHiibbe gezeichneten, Karte vom südlichen Italien durch eine neuePlatte zu ersetzen, musste in Ueberlegung genommen werden, ob esrathsam seyn werde, jene ältere Zeichnung wiederum zu benutzen,oder eine andere in neuer Bearbeitung dem Kupferstecher als Vor-bild zu übergeben. Mit Rücksicht auf das, was sotvohl der Grün-der des Atlas als auch Hübbe selbst über die Grundlagen jenerZeichnung, und die dabei benutzten Materialien bemerkt haben(4te Auflage des Berichts S. 9), konnte die Wahl nicht lange schwan-ken; demgemäss die Bearbeitung einer völlig neuen Zeichnung be-schlossen wurde.
Der Vorrath an geographischem und besonders kartographischemMaterial ist seit den zuletzt vergangenen fünfundzwanzig Jahrenin Bezug auf das nördliche und mittlere Italien ungemein bereichertworden, so zwar, dass nichts, oder doch nur sehr wenig zu wün-schen übrig bleibt, was vorzugsweise den vortrefflichen Arbeitendes k. k. österreichischen Gencral-Quartiermcistcrstabes zu verdan-kt 11 ist. Minder reichlich sind die Quellen für das südliche Italien,oder das Königreich beider Sicilien, geflossen. Indessen ist durchVeranstaltung einer Gesellschaft italiänisclier Gelehrten und Geld-männer, an deren Spitze Graf Orlandciii steht, ein allgemeines geo-graphisch-historisches Werk bearbeitet und herausgegeben worden,welches ganz Italien, daher auch das genannte Königreich, um-spannt.. Zu diesem, seinem Inhalte, wie dem Preise nach sehr kost-baren Werke gehört auch eine grosse Sammlung von Karten, die,unter dem Titel: Atlante geografico degli stati Ilaliani, delineato so-pra le migliori e piu moderne mappe, per servire e corredo aüa cor-rograßca jisica, storica et statistica dell Italia, di Attilio ZucagniOrlandini, aus zwei Bänden in gr. Polio, besteht, davon der ersteeine allgemeine Karte von ganz Italien im Maasstabe von 1:620,000,und in 15 Sectionen zerlegt und 52 Staats- und chorographisclieProvinz-Karten des nördlichen Italien, und der zweite Band eineähnliche Sammlung von 77 Karten enthält, die sich auf Unter-Ita-lien beziehen.^ Die Provinz-Karten des Königreichs beider Siciliendiesseits des 1‘aro, fünfzehn an der Zahl, sind sämmtlich in einer-lei verjüngtem Maasse entworfen, welches sich zur natürlichenLange wie 1: 267,000 verhält. Von demselben Theile des König-reichs giebt der Atlas drei Generalkarten, deren erste einer oro-hydrographischen Darstellung gewidmet ist, während die zweite denpolitischen Zustand unter der Herrschaft der Römer und im Mit-telalter, und die dritte den politischen Zustand der Gegenwart ent-hält. Jede dieser drei Gencralkarten ist im Maasstabe von 1:647,000gezeichnet. Von dem Königreich jenseits des Karo, oder der InselSicilien sind in dem Atlas zwei Karten gegeben, eine alt-geogra-phische und eine neu-geographische, davon letztere nach dem Ver-hältniss von 1:534,000 entworfen ist; und endlich von Malta eineSpeeialkarte im Maasstab von 1:146,000.
Man konnte nicht lange darüber zweifelhaft seyn, dass Orlan-dini’s Atlas der neuen Bearbeitung unserer Karte zum Grunde zulogen sey. Das italiänische Werk ist im Jahre 1844 zu FlorenzH*u ^ c 'l t g ctr(; ten, und gehört in Deutschland, tlioils wegen dero ie seines Preises, tlieils des geringen literarischen Verkehrs mitsetf 16 ? halber zu den Seltenheiten. Das Exemplar, welches dies-Pi-mioso' 111424 ' vu , r<le > ist ein Eigenthum Sr Majestät des Königs vona,l j dessen Privatbibliothek es auf Alex. v. llumboldt’sdieses Blattes' hüt t l "° f ' I)r ‘ Berghaus, welcher die Bearbeitungwerthvnll °n C j B° mitzll ng gnädigst überwiesen wurde.
feo weitl voll Orlandnu’s Aüas ist, so darf cs doch nicht unbe-merkt bleiben, dass er in den Ortslagcn hin und wieder Abwei-chungen darbietet gegen die Resultate der trigonometrischen Ver-messungen, welche im Königreich beider Sicilien auf Befehl derRegierung ausgefulirt und von meinem elirenwertlien Freunde O. L.r. Littrow zu Wien m seinem „Verzeiclmiss geographischer Ortsbe-stimmungen” (Leipzig 1844) nach handschriftlichen Mittheilungen desGenerals Visconti, Inspcetors des topographischen Instituts in Nea-pel, bekannt gemacht worden sind. Jene Abweichungen sind abernur in dem Maasstabe der Spccialkartcn auffallend, dagegen in demMaasstabc unserer Genoralkarte weniger merkbar oder gänzlich ver-schwindend ; und darum wurde es für rathsam erachtet, die Ortsla-gen nicht zu corrigiren, was immer ein Verfahren ist, welches ohneKenntniss der Gesammtlieit einer zusammenhängenden Landes-Ver-messnng, seine bedenkliche Seiten hat. Die neue Karte, welche imJahre 1847 von Hermann Berghaus gezeichnet wurde, kann daherals eine treue Reduktion der Orlandini’schen Blätter angesehenwerden.
35». Galizien, Ungarn, mit Croatien, Slavonien, — Sieben-bürgen; Moldau, Walachei, Serbien, Bosnien etc. Von
Ad. St. und G. Gr. Beicliard. 1822 u. 1827. Neubearbeitete Auflage von F. v. St. 1835. Bev. 1853.
Der osmanisclie Tlieil auf dem Blatte der ersten Aufl. war vomHofrath .T. O. Beichard entworfen. — In der neuen Bearbei-tung ist die Darstellung der Dalmatischen Küste auf Grund der mehr-mals angeführten Carta di Cabot. d. M. Adr. verbessert. BeiRevision des Blattes im J. 1853 wurden die Donau-Mündungen unddie Küsten des schwarzen Meeres, die Ortslagen in Montenegro unddessen Begrenzung wesentlich corrigirt und die Eintheilung derösterr. Kronländer nach der neuen Organisation des Kaiserstaatsvollständig berichtigt, so wie alle gegenwärtig im Betriebe oder derAusführung befindlichen Schienenwege nachgetragen.
Der seit 1815 bestehende Freistaat Krakau wurde 1846 demOesterr. Kaiserstaate einverleibt.
35F Ungarn und ein Theil von Siebenbürgen. Von F.v. St. 1825. Bev. 1853.
* Dieser Karte liegen hauptsächlich die neuen Arbeiten desOesterr. General-Quartiermeisterstabs, so weit sie zurZeit der Erscheinung bekannt waren, und Lipszky zum Grunde.— Nach Jenen musste der westliche Theil etwas abweichend vonIÄpszky orientirt werden.
Das Colorit dieser Karte stellt, so speziell als es der Maas-stab gestattet, die gegenwärtige Eintheilung des Kronlandes in 4Kreise und deren, den früheren Comitaten entsprechenden Unterab-theilungon dar.
Die folgenden Erläuterungen werden als ein nicht unwesent-licher Beitrag zum Verständniss und zur Vervollständigung derKarte dienen.
I. (Erfuuterung ungtmfcfjcr, uurfj fftiuomjcfjcr, cnmfifdjerober iflgrifrijcr Wörter, bic ßci geograjpfjifdjcuDikiicnnungeuuorfuunmen.
Aussprache: s =.scli; v = w;
ks = x; zs = j
Also, Al, All (slavon. I)olnj,niznj),Unter, NiederArany, GoldArok, Grubeli.'uiya, Bergwerk, BadBjeld, s. FejerBor, boros, WeinBd, büs, Trauer, traurigCsdh, BöhmischOzerne, s. feketeDolnj, s. AlsoEgyliäz, Kirche, GebäudeErd», WaldErsek, ErzbischofFalü, Falva, DorfFojer, Feber (sl. bjeld) weissFekete (sl. szerne), schwarzFelsö (sl. Hornj, er. ill. (Jornj),ober, überFolyoviz, FlussFö, fej, HauptFöld, Erde, LandGornj, s. FelsöHäl, Heläsz, Fisch, FischerHalom, HügelH;lz, HausHegy, Berg
Hely (sl. mesto), Ort, Raum
Hev (heo), warm, heiss
Hiddg, kalt
Homok, Sand
Hornj, s. Felsö
Kerezt, Kreuz
Kiräly, König,
Kis (sl. er. ill. mald), kleinKö, Stein
Küt, Quelle, BrunnenLak, See, SumpfLiget, HaynMagyar, Ungarisch'
Mali, s. KisMeleg, warmMesto, s. HelyMezö, FeldMonostor, KlosterNagy (sl. welka, er. ill. velica),gross
Nemes, adelig
Nemct (sl. nemta), deutsch
Niznj, s. Alsö
z = s; cs, ts = tseh; sz = s;im Französischen.
O' (slav. ill. Stara, er. Sztara),alt
Oläh, WalachiscliOrszdg, das ReichPalanka, SchanzePuszta, Wüste, EinödeSajo, So, SalzSebes, schnellStara, s. O'.
Szasz, Sachsen (sächsisch)Szent (sl. Swata, ill. Sveti), Hei-lig (Sanct)
Sziget, InselSztara, s. O'.
Tartomauy, Provinz, BezirkTelek, Gesträuch, Busch, HolzTenger, MeerTö, der SeeTörök, TürkischTot, WendischUj (sl. Nowe), neuVär, Burg, SchlossVärmegye, Provinz, Gespann-schaftVäros, StadtVasdr, MarktViz, vize, Wasser, FlussWelka, s. Nagy
Einige Heiligen - Hamen.
Agotha, Agathe
Andras, Endre, Andreas
Benedek’, Benedict
Ersdbeth, Örsdbeth, Elisabeth
Gyorgy, Georg
lllona, Helene
Imre, Emmerich
Istvän f Stephan
1 väny, Jän, Jünos, Johann
Jakab, Jab, Jakob
Katalin, Katharina
Läszlö, Ladislav
Lörincz, Lorenz
Margitha, Margarethe
Märton, Martin
Mihäly, Michael
Miklös, Niklas
Päl, Paul
Tarnäs, Thomas
II. (Mdaruii;) bei* auf bei: Harte burrfj tlfifuirpugen fic=jeidjncteu Hergnamcu licöfl einigen i)öfji’nme|funi]eu.
A. Die Karpaten mit ihren Verzweigungen.
1) Anfang der Karpaten bei Presburg.
Bezeichnungstuf (1er Karte
Kl. Karp. Kleine Karpaten.
J Gr. Javoriua.