Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.
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deckung der weiten Einfahrt des Smith-Sundes im Aug. 1852 sindals Hauptresultate derselben hervorzuheben, namentlich aber die imAug. 1851 von Cpt. Maclure (Schiff Investigator) im Pr. Wales-Sundaufgeiundene »Kordwestliche Durchfahrt”, durch die John Franldin’sAufgabe nun wenigstens scheinbar gelöst ist. Ein Kärtchen derErebus- und Terror-Bai, in der 1851 von Cpt. Ommaney die erstenSpuren der Verschollenen gefunden wurden, findet sich, in grösse-rem Maasstabe gezeichnet, unter dem Titel unserm Blatte beigefügt.
41 c . Der Atlantische Ocean. Von Ad. St. 1835. Revi-dirt 1853. ,
Die Anschauung der gegenseitigen Lage der vorzugsweise so-genannten Alten und Neuen Welt und der Ausdehnung des vielhe-fahrenen Atlantischen Oceans in der nördlichen Halbkugel gewährtin vielfacher Hinsicht Interesse. Was in dieser Beziehung die Welt-karte in Mereators Projection oder ein Planiglob für die Halbkugeldiesseits und jenseits des Meridians von Ferm bieten könnte, istentweder durch den Maasstab zu beschrankt, oder hei sehr grossemFormat für den Gebrauch unbequem, überhaupt aber weniger ge-eignet, einen Ueberblick vorzugsweise über die räumlichen Verhält-nisse zwischen unserm und dem neuen Continent zu gewähren.
Das gegenwärtige Blatt kann ein besonderes Verdienst nichtweiter in Anspruch nehmen, als das zweckmässiger-Kaumbenutzung,wodurch es möglich geworden, die westlichen, östlichen und nörd-lichen Extremitäten des Atlantischen Oceans zu übersehen, und den-noch des Länder-Details nicht ganz zu entbehren. — Das Augedurchläuft leicht den Kaum von 140 Längengraden vom Busen von-Mexico bis zum Schwarzen Meer, und erhebt sieh vom Aequatorbis zum nördl. Polar-Kreis und bis Petersburg, avo der Bottnischeund Finnische Meerhusen ihre zarten Finger ausstrecken.
Durch Bezeichnung einiger Mecrcswege aus Europ. Häfen nachAmericanischen ist die Karte bereichert Avorden. Man findet dar-gestellt :
Columbus' Fahrt zur Entdeckung der Neuen Welt 1492.
Desselben Rückfahrt im J. 1493 nach Lissabon.
GeAvülinliclicr Ours aus dem Canal nach Nord-America spät imJahre.
Der nämliche . . • früh im Jahre.
Reise des Schiffes Christian (1820) auf dem südl. Curs nach Ame-rica.
Reise des Mentor (1834) von NeAv-Vork mich Ouxhafen in 20Tagen.
Reise des Bremer Schiffes Ernst (Instar , Capt. Dann, nach New-Orleans im J. 1834.
Westindischer Curs, Schiff Elisabeth Enise , Capt. Moritz 1830/1831.
Alex. v. Humboldt' s Fahrt zur Erforschung der Neuen Welt, 1799.
Hamburger Schiff Sophie nach Rio de Janeiro (1819) in 08 Tagen.
42». Das Mittelländische und Schwarze Meer, auch alsGeneral-Karte des OsmaniSChen Reichs, mit mehre-ren Nebenkarten von Ad. St. 1833. Rev. 1854.
Die Neben-Karten sind:
1. Die Canarischen Inseln mit Madeira.
2. Nil-Delta und Palästina.
3. 4. 5. Cadiz, Gibraltar, Meerenge von Constantinopel. Diesedrei im Maasstahe der Städte - Umgehungen hei den übrigenBlättern (— vs’ö'öoö)*
0. 7. Constantinopel und Alexandria in grösserm Maasstab.Frühere Ausgaben des Hand-Atlas hatten an der Stelle dieserKarte 2 Blätter unter folgendem Titel:
„Das Mittelländische Meer in zwei Blättern, cntAV. und gez. vonC. G. Reichard. 1818. -
No. 42. Westl. Blatt, als Special-Karte der Nordafrican.Länder: Marocco mit 1 cz, Algier, Tunis, Tripolis, — dabeidie Cartons von Cadiz, Gibraltar und den Canar. Inseln.No. 43. Oestl. Blatt, zur Uebersicht des Türkischen Reichs,und als Special-Karte der Asiatischen und AfricanischenTürkei, mit Cartons von Constantinopel, der Meerenge vonConstantinopel und des Nil-Delta.”
Bei der neuern Bearbeitung ist zum GcAAÜnn für andere Zu-gaben und für bessere Anordnung überhaupt Einiges vom Umfangder Nordafricanischen Staaten weggeblieben.
Die Nebenkarte Palästina ist nach Grimm reducirt; für dieCanarischen Inseln Avurde E. v. Euch benutzt.
42 b . Palästina, nach den zuverlässigsten alten und neuenQuellen. Von K. v. Raumer und F. v. Stülpna-gel. 1844. Rev. 1853.
Ueber dieses Blatt berichtet Herr Professor von Raumer:
Eine Charakteristik der Schriften, welche hei Entwertung ge-genwärtiger Karte zu Grunde gelegt wurden, habe ich meinemWerke „Palästina” und den sich ihm anschliessenden „Beiträ-gen zur biblischen Geographie” gegeben.
Unter den Karten von Palästina benutzten wir vorzüglich dieA r on Berghaus und Kiepert Was Bergham für das ostjordanischc,das leistete Kiepert für das westjordanische Land, indem Beide mitgrossem Geschick und geAvissenhaftcr ausdauernder Mühsamkeit denausgezeichneten-Reiseberichten folgten, Berghaus denen von Burck-hardtf Kiepert denen von Robinson und Smith.
Unsere Karte ist vorzugsAveisc bestimmt, zum Verstäudnissder Bibel zu dienen.
Dem Hauptblatte, Avelches das eigentliche Palästina befasst, sindmehrere kleine hinzugefügt. Das obere erste Blatt begreift fastalle. Länder, av eiche.in der heiligen Schrift erwähnt werden. NurItalien und Malta, die Apost.-Gesch. 28 Vorkommen, mussten we-gen Mangel an Raum wegbleiben; dass die Völkertafel, 1 Mos. 10,Stieler’s Hand-Atlas. Bericht 6. A.
nicht berücksichtigt werden konnte, -leuchtet ein. — Grimm'sKarte zu Keander's Werk „das apostolische Zeitalter” und Böttger'sfleissige Untersuchungen Avurden vorzüglich bei diesem Blatte benutzt.
Die zweite Karte „Zug der Israeliten” . ist grossentheilsCopie der Karte, Avelehe ich meiner Schrift: „der Zug der Israeli-ten von Aegypten nach Kanaan” beigefügt. Einige Aenderungen,Avelehe gemacht Avorden, habe ich in meinen „Beiträgen zur bibli-schen Geographie” motivirt. Aus diesen Beiträgen nahm ich dasdritte Blatt, den „Höhendurclisclinitt vom Sinai bis zumgrossen Hermon” auf.
Den drei übrigen Blättern liegen Kieperts Arbeiten zu Grunde.Der Nachweis, Avarum der Plan von „Jerusalem zur Zeit derZerstörung durch Titus” in einigen Punkten von Robimon's AnsichtabAveicht, ist in meinen erwähnten „Beiträgen” gegeben.
Die biblischen Ortsnamen sind nach der Orthographie der lu-therischen Bibelübersetzung geschrieben und durch stehende Schrifthervorgehoben. — ln Bezug auf Angabe grösserer und kleinererDistricte Palästinas weicht unsere Karte öfters von den früherenah; die Gründe habe ich in meinem „Palästina” angegeben. In derKürze bemerke ich folgendes über jene Einthei hingen.
Ganz Palästina zerfiel in frühester Zeit in das ostjordanischeLand Gilead und das A\ r estjordanische Land Kanaan. AlsMoses mit den Israeliten aus Aegypten kam, hatten die Moabiterdas Land südlich vom Arnon, die Ammonit er die Gegend imOsten des obern Jahoks (Nähr Amman) inne, das Land Gilead wariin Besitz der Amoriter-Könige Silion und Og. Letzterer be-herrschte das Reich Basan von den Jordanquellen am Hermonsiidostwärts bis Salcha. Moses eroberte die beiden Amoriterreiche;Avas Bihon früher bcsass erhielten die Stämme Ruhen und Gad,Og’s Reich bekam der halbe Stamm Manassc. Zu letzterem hieltsich Jair, welcher väterlicher Seits jedoch von Juda abstammte,daher der von ihm eroberte und besessene District den Namen Judaam Jordaii führte. Die Gränzen der drei ostjordanischen Stämmelassen sich ziemlich genau bestimmen. — Zur Zeit des Geschicht-schreibers Josephus Avard das ostjordanische Land Gilead in dieProA’inzen Gaulanitis (= Juda am Jordan), Ituraea, Traclio-nitis, Batanaea, Auranitis und Peraea eingetheilt.
Das Avestjordanische Land, Kanaan, war, als Josua mit denIsraeliten über den Jordan ging, im Besitze sieben kanaauitischerVölker, deren Sitze jedoch nicht genau anzugehen sind. Die süd-Avestliclie Meeresküste hatten die Philister inne. Nach der Er-oberung durch Josua Avard Kanaan unter die Stämme Juda, Si-meon, Benjamin, Dan, Ephraim, (West) Manasse, Issa-schar, Sebulon, Naphtliali und Asser vcrtheilt. Es warnicht möglich eine genaue Begrenzung aller dieser Stammtheile zugeben. Um die Zeit Christi war auch diese Stammeintheilung längstin den Hintergrund getreten, und das westjordanische Palästinazerfiel in die Provinzen Judaea, Samaria und Galilaea, derenGränzen ebenfalls nicht mit voller Sicherheit auszumitteln sind.
War es nun meist unmöglich, eine genaue farbige Begrenzungder verschiedenen Districte zu geben, so wandten Avir dagegen diegrösste Sorgfalt auf richtige Stellung und Ausdehnung der geschrie-benen Namen, Avie sich aus Vergleichung dieser Namen mit dem,über den Ort und die Ausdehnung der benannten Provinzen, Stäm-me etc. im Werke über Palästina, Gesagten ergiebt. So reichtez. B. der Stamm Benjamin von Kirjath Jeariui im Westen bis zumNordende des todten Meeres im Osten, uud eben so weit reicht derName Benjamin auf der Karte.
43 a . Das Osmanische Reich in Asien (Klein-Asien,
Armenien,Kurdistan, Mesopotamien, Sy-rien). Von F. v. St. 1846. Rev. 1854.
Sammlungen,. Entwürfe und Vorarbeiten, welche seit Jahrenfür dieses Land gemacht wurden, sind meist fast werthlos gewor-den durch das Erscheinen der in 6 Blättern 1845 beendigten A r onEl. Kiepert redigirten Karte von Klein-Asien nach den neuestenund zuverlässigsten Quellen, hauptsächlich nach den in den J. 1838bis 1839 von Bar. v. Vincke, Fischer und Bar. v. Moltke ,Majors im K. Preuss. Generalstabe, und 1841 bis 1843 von II. Ki e-2 >ert f A. Schönborn und K. Koch amgeführten Recognoscirun-gen, so wie nach den besten neuern Reiserouten f vorzüglich der Eng-länder.
Diese, soAvie:
Ji, Kieper t' s Karte des türkischen Reichs in Asien. Berlin.1844. 2 Bl. in Fol., bilden sonach gegemvärtig vorzugsweise dieHauptgrundlagen. — Um doch das osmanische Reich in seiner gan-zen Erstreckung bis zum Persischen. Meerhusen darstellen zu kön-nen, ohne deshalb aber den Maasstal) zu verkleinern, Avurde dersüdöstliche Theil des Pasclialiks von Basra als Carton dem Blattebeigefügt. *
43F Iran und Turan J (Persien, Afghanistan, Beludschi-stan, Turkestan). Von F. v. St. 1843. Umgear-beitet von Herrn. Bergbaus 1854.
Zuin erstenmal erschien diese Karte unter dem Titel: Hoch-asien im J. 1821 von C. G. Reichard entworfen; darauf unterdem oben stehenden Titel entAvorfen von H. Berghaus 1831, undin zweiter verbesserter Ausgabe 1835. Es umfasst das Hochlandvon Vorder -Asia, das Plateau von Iran, das Hochland\ on Armenien und das Kaukasische Alpcnland, auch ost-Avärts die Angränzung des östlichen hohen Asiens , bis zum Hima-laya. Nach dem Vorgänge Ritters hat man diese Tafel- und Gc-birgsländcr unter dem gemeinsamen Namen Iran zusammengefasst,an das sieh nördlich das Gebiet der tiefer liegenden Landschaftenvon Turan anlehnt. Die vorliegende Bearbeitung hat eine grös-sere besonders nach Norden weiter reichende Ausdehnung erhalten.Eine Vergleichung derselben mit den frühem Auflagen zeigt, welcheFortschritte unsere Kenntniss dieser inner-asiatischen Ländermasse
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