und von denen einige auf die Bäume klettern, um besser zu sehen. Von der In-schrift hat sich der Anfang erhalten: FLORIBVS ET PALMIS.
g u. io. Das letzte Abendmahl (Matth . 26, 26 — 29) ist mit der Fufswaschung(Joh. 13, 1—9) so zu sagen zu Einem Bilde vereinigt, wie wir das auch im Cod.Rossanensis (Taf. VIII) beobachten. Der mit einer Tapete verhängte Abendmahlstischhat die Gestalt des Sigma; er ist mit einem grofsen Gefäfs, zwei Bechern und rundenBroten besetzt, die Gäste liegen an ihm. Das Ruhebett entspricht dem im altenRom üblichen Lectus tricliniaris, welcher, nach der Tischseite höher, nach derAufsenseite niedriger, von letzterer aus bestiegen wurde') und mit Polster (tori) undDecken belegt war; von letzteren ist hier nur bei Christus Gebrauch gemacht. DieVerteilung der Plätze geschieht nicht mehr nach dem System des altrömischenTricliniums, mit seiner Abteilung in den Lectus medius, imus und summus, wo dertnedius der Ehrenplatz des vornehmsten Gastes war. Seit mit dem Ende derRepublik die runden mensae citreae mit runden Tischplatten aufgekommen waren,hatte der halbkreisförmige Tisch (Sigma oder Stibadium) die Ehrenplätze an denEcken (cornua), und zwar war der erste der in dextro cornu, dessen Inhaber mitdem Gesicht nach der freien Tischseite schaute. 1 2 ) Demgemäfs erscheint Petrus incornu sinistro dem Flerrn gegenüber. Judas langt nach dem Bissen. Im Hintergründeist die Stadt durch eine Architektur angezeigt. Ich gehe auf die kunstgeschichtlicheund ikonographische Bedeutung dieser zuerst von Sirmond besprochenen 3 ) Abend-mahlsdarstellung hier nicht näher ein, bemerke nur, dass sie soeben auch vonDobbert in seiner musterhaften Zusammenstellung der Abendmahlsbilder Erwähnunggefunden hat. 4 ) Die Fufswaschung, bei welcher Petrus auf einer Bank (nicht aufeinem Stuhl) sitzt, erinnert an Cod. Egberti (Taf. XIV) und die Anweisung desMalerbuches (§. 286, S. 198). Von der Inschrift hat sich nur wenig erhalten:
LEX NOVA. IS.
TVS - AS.
NÖRDLICHE HOCHWAND.
Das untere Horizontalfeld giebt die Fortsetzung der an der .Südwand vor-getragenen Passionsgeschichte des Herrn. Vom Chor ab folgen sich also:
1. Christi Gebet am Ölberg (Matth . 22, 29 — 46) vereinigt wie die Anweisungim Malerbuche (§. 288, S. 200) zwei Scenen, aber in umgekehrter Anordnung: oben
1 ) Vergl. Marquardt , Privatleben der Römer, Leipzig 1879, I, 294.
2 ) Man vergl. dazu die Ausführungen Sirmonds in den Anmerkungen zu des Sidon .Apollinar. Epist. Libr. I, 11 (Opp. var. Ed. Venet. 1728, I, 487p).
3 ) Sirmond a. a. O. und in seinen Briefen an Jos. Marie Suarez von 1630 und 1631(Opp. a. a. 0 ., IV, 474, 477. Ed. Paris 1696, p. 665). Die beigegebene Abbildung, welcheSuareq besorgt hatte, fehlt in manchen Exemplaren. Der Ort, an welchem sich das vonSirmond irrtümlicherweise für ein Mosaik angesehene Werk befand, wird nicht von ihmnoch von Suarez genannt, steht aber dadurch fest, dass des Desiderius’ Inschrift »Conscendescaelum etc.« aus der Vorhalle als zu dem Denkmal gehörig erwähnt wird.
4 ) Dobbert, Das Abendmahl u. s. f. (Repertor. f. Kunstwissensch. XIV, 175, bes. jetztXV, 380). Der betreffende Abschnitt ist soeben ausgegeben worden und gelangte demnacherst in meine Hände, als dieser Aufsatz nahezu abgeschlossen war.