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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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Österreichische Monarchie.

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Domkapitels, so wie des Wittwen- und Waisen-Versorgungs-Jnstituts füralle k. k. Erbländer. An Bildungs-Anstalten rc. besteht hier die, seit1827 wieder hergestellte Universität, die mit allen Hülfsanstaltcn reichlichversorgt ist, ein erzbischöflicheS Seminar, eine ständische Akademie, einKadelten-Jnstitut, eine Hauptschule; ein Kranken-, Gebär- und Findcl-haus; ein Theater. Ohne Garnison und Fremde hat Olmütz 12,782 I.,die sich mit Tuch-, Steingut-, Essig- und Lederfabrikation, mit Lein- undBaumwollenweberei und mit Färberei beschäftigen. Der Speditionshandelnach allen Provinzen der k. k. Erbstaaten, so wie in's benachbarte Aus-land Preußen, Polen rc. wird sehr lebhaft betrieben. Mährisch-Ncüstadt, St. an der Oskawa, mit 3704 I. Hauptschule und Mili-tairknaben-Erziehungshaus; Halbseidenzcügfabr., Tuchweberei, Kameel-haarmanufaktur, Schaafwollkamm- und Spinnmaschincnbetrieb; ansehnlicherMarktverkehr mit Pferden und Zuchtvieh und Transithandcl. Proß-nitz, St. an der Rumza, in der Hanna-Ebene, deren Hauptstadt sie ist,9986 Z. Leinweberei, Tuch- und Kasimirmanufaktur, Branntweinbren-nerei, starker GetrciLchandcl. In der fürstl. Liechtenstein'schen HerrschaftSternberg, die St. gl. Namens am Gebirge, 9008 I. Tuch-, Lein-wand--, Kanefaß- und Strumpfwebcrci. Zur Herrschaft gehören u. a. dasSchloß Neüschloß und die Dörfer Petersdorf und AuderSdorf, mit Mine-ralquelle. Schon b erg, St., 5101 I., starke Tuch- und Leinwcberei,Manchester- und Nadelfabriken. Zwittau, St. am Ursprung derZwittawa, 5038 I. Tuch- und Leinweberei, Flachs- und Wollhandel.Müglitz, St. an der March, 4096 I. Wvllzeügweberei. Mäh-risch-Trüb au, St. mit Schloß, Gymnasium der Piaristen, 3537 I.,große Feintuchfabrik. Hohenstadt, St. an der Sazawa, 2932 I.Bei Römcrstadt, St., 2946 Z., und bei Bergstadt, wo ehemalsreiche Silberstufen gewonnen wurden, baut man jetzt nur noch auf Eisen;eben so steht bei dem Städtchen Fried land ein Eisenwerk im Betrieb,und in dem benachbarten Braun seifen, St. mit 1400 Z., eine großeEisenwaarenfabrik und Leinwandmanufaktur. Gewitsch, St. mit2768 Z. Litt au, St. au der March, 2496 I. Wollstrumpfwirke-reien. Bärn, St. an der Fistritz, 2244 I., und Hof, St., 2400 I.,treiben Wollhandel und Wollspinnerei. An der nördlichen Gränze desLandes liegt, hoch im Gebirge, das Städtchen Altstadt, dann Gol-denste in, St. mit Schloß, mit einer Glasfabrik bei Blumenbach.Tobitschau, an der March, ist mit seinem Schloß eins der ältestenStädtchen in Mähren, mit 1200 I. Das bei Alvysthal gewonneneEisen wird auf den Hammerwerken zu Eisenberg verarbeitet. len-ke rg, kl. St. mit Bergschloß und 400 Z., ist der Hauptort der Deütsch-Ordens - Herrschaft gleiches Namens. Auf der fürstl. Liechtenstein'schenHerrschaft Blumenau ist bei Statanitz eine Mineralquelle.

50. Der Prerauer Kreis, der östlichste des MarkgrafthnmsMähren; darin: Weißkirchen, St. an der Betschwa, Sitz des Kreis-amtes auf dem hiesigen Schlosse Budischow, 5380 A. Gymnasium, starkeTuchweberei. Unfern von hier ist der Badeort Teplitz, und dabei dasGevatterloch, ein Erdfall von 456 Fuß Tiefe. Nicht weit westlich vonder Kreisstadt liegt Leipnik, St. mit 4260 Z. und einer Hauptschule