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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

eben so einträglich machen wollten, als die ihrer Nachbarn. Die Pflan»zer, welche nach ihnen kamen, und die südliche» Staaten zu ihrem Wohn- »as

sitze wählten, waren durch die mittelst der Sklaverei ihnen zugesicherten diese

Erwerbsquellen irre geleitet; denn ohne diese Sicherheit würden sie sich den

gewiß eher im Norden oder Westen angesiedelt haben, wo sie ihr Der- fj,hi

mögen durch eigene Arbeit vermehren konnten. Die jetzigen Vereinigten auch

Staaten sind schuldlos an der Sklaverei; selbst ein Theil der südlichen trag

Sraaten opponirte beim Anfang dagegen, und die gesetzgebende Der- Er,w

sammlung von North-Caroliua verbot, schon vor dein Ausbruche des welck

Nevolutivnskrieges, die weitere Einführung von Negersklaven; das Gesetz Weij

erhielt aber die Zustimmung des britischen Parlaments nicht. Die Re- selbst

gierung der Union hat gethan, was nur irgend eine Regierung recht» gege,

sicher Weise thun konnte: die Einführung neuerSklaven wurde verboten; aus

der Sklave kann sich freikaufen, und jedem ist Zeit und Gelegenheit ge- habe

geben, sich die Mittel dazu zu verdienen. Viele Sklaven, namentlich in ftens

den größer» Städten, miethen sich selbst von ihren Herren, gegen einen amei

gewissen Tage- oder Monatslohn, um für sich zu arbeiten, und nicht zwest

nur Tausende, nein, Hunderttausende leben glücklicher und freier unter keine

dem schreckhaften Namen „Sklaven," als der größte Theil unserer Tage- gelm

löhner in Deütschland! — Feind aller Sklaverei muß man das Band, und

welches die Vereinigten Staaten umschlingt, nicht aus dem Auge verlie- gleiq

ren: die Sklaverei ist zwar von Eüropa und den nördlichen Sraaten der in L

Union mit jeder Waffe angegriffen worden, welche Moralität, Religion, lina

Politik, Aberglauben und Rachsucht schmieden konnten, während die süd- aus»

lichen Staaten sich mit der Angst der Verzweiflung und jener Überein- und

siimmung der Gesinnungen vertheidigten, welche ihnen das Bewußtsein viele

ihrer gemeinschaftlichen Gefahr einflößte, und dieser Krieg der öffentlichen Zusa

Meinung dauert noch fort, wird aber, so Diele es auch fürchten, die Mio

Union nie bedrohen. Der Verein der Staaten wird so lange bestehen, ist

als ihre individuelle Prosperität, deren Ende wohl jetzt kein menschliches Verl

Wesen noch voraus sehen kann. Großbritaniens schon vor zweihundert hebi>>

Jahren prophezeiter Untergang, welchen man durch die englische Natio- ten ,

nalschuld eben so vorbereitet glaubte, als die amerikanische Katastrophe woh»

durch den gefährlichen Einfluß der Sklaverei, gibt den besten Beweis- -

Die Interessen der Vereinigten Staaten sind dieselben als die englischen: Urest

Amerika ist mit der Freiheit vermählt, ungeachtet der Negersklaverei n»d

und der Deklamationen politischer Schwärmer, aber seine Freiheit, seine sind

Ehre, seine Macht und seine Existenz sind der Union verpfändet, und sich ^

jeder Versuch, die südlichen Staate» zur Abschaffung der Sklaverei z» Reg«,

zwingen, sei es nun dadurch, daß man die Sklaven zum Widerstände Beja

gegen die Weißen reizt, oder die letzteren nöthigt, ihre Rechte der Ma- der tz

jvrität des Nordens abzutreten, wäre einer Usurpation der Souverainitm Buni

über die Sklavenstaate» gleich zu achten, und dem Grundvertrage v«r selbe,

Union zuwider, der sie alle als gleiche, von einander unabhängig/ lebe»

Staaten erklärt. Die Sklaverei kann zwar weder durch religiöse noch g„ng

durch philosophische Gründe vertheidigt werden, aber wo sie einmal ein* akla„

geführt ist, gebietet die Klugheit, zu ihrer Abschaffung keine Mittel z» Volk,

wählen, welche, ohne den moralischen Zustand der Sklaven zu verbessern» gebir,

ihren Besitzern zum offenbaren Verderben gereichen würden. Die nörd' oder

lichen Staaten würden durch ihre Emancipationsprediger zwar den arten

gern die Freiheit geben, aber die Rechte der Weißen mit Füßen trete», welch

und aus den Bewohnern des Südens Unterthanen machen, während l"