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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

selbst kein Unterschied der Stände durch die Geburt, und, mit Ausnahmeder Sklavenbevölkerung und der freien Farbigen, gibt es nur Bürger,die sich blos durch ihre Beschäftigungen als Ackerbauer, Handwerker,Kaufleute, Gelehrte und Beamte unterscheiden, übrigens aber überallgleiche politische Rechte genießen, und, wenn einmal Bürger eines Staa-tes, zu allen Privilegien und Immunitäten der Bürger der übrigenStaaten berechtigt sind. — In den großen Städten gibt es allerdingsCoterien reicher Familien, die gern, wenigstens in ihrem Umkreise, eineStändeverschiedenheit einzuführen wünschen, aber ihr Reichthum ist nichtbeständig, und der Masse des Volkes gegenüber sind sie gänzlich macht-los, und der Versuch, vornehme aristokratische Distinktivnen zu schaffen,wird in Amerika stets mißglücken, da jede Aristokratie in sich selbst dasPrinzip der Verewigung tragen, und entweder auf Vermögen oder aufMacht gefußt sein muß, was Beides hier nicht der Fall ist; denn kaumder vierte Theil der Begüterten hat sein Vermögen geerbt, die Übrigenhaben ihren Reichthum durch Thätigkeit erworben, und der Weg zumReichthum steht, bei den unermeßlichen Hülfsquellen des Landes undbei der gänzlichen Abwesenheit aller Monopole, der ganzen Bevölkerungoffen, während die, welche Vermögen besitzen, Gefahr lausen, es zu ver-lieren, oder es am Ende doch, da das Recht der Erstgeburt verschwundenist, gleichmäßig unter ihre Kinder vertheilen müssen. Die Abschaffungder Erstgeburtrechte hat in Amerika mehr für die Ausgleichung der Ständegethan, als der Geist der Absonderung je überwinden wird; sie ist diestärkste Stütze der Demokratie in der Verfassung jedes einzelnen Staa-tes, und eines der kräftigsten Mittel, die Industrie des Landes zu för-dern, denn: ste nöthigt die Stzhne, ihr ererbtes Vermögen durch per-sönliche Thätigkeit zu vermehren, und öffnet den Armen die Hoffnungauf künftigen Wohlstand. — Aristokratische Prätensionen existiren auckhier, doch bleiben sie stets unmächtig und sterben mit dem Prätendenten-— Das Volk wird beständig durch Worte und Thaten erinnert, daßes selbst der Gesetzgeber ist, daß alle Macht allein von ihm ausgeht,und daß es das unschätzbare Vorrecht besitzt, Männer seiner eigene»Wahl, die seine Gesinnungen theilen, zu den Staatsämtern zu berufe»,und eben so wird es auch fortwährend aufgefordert, über jeden Kand>*baten abzusprechen, dessen Ehrgeiz Auszeichnung und Würde zu seine»Füßen sucht. — Warum sollten aber auch die Amerikaner einer höhere»und vornehmeren Klasse huldigen, da eine solche doch weder von de»Gesetzen anerkannt, noch mit irgend einer Staatsgewalt verknüpft ist,und wie sollte das Volk diejenigen verehren, von denen es selbst gewohwist, Huldigungen zu empfangen, die entweder sein« eigenen Erwählte»sind und ihm Alles zu danken haben, oder die besiegten Opfer sein^Abneigung! — Der Ständeunterschied bedingt hier nicht die Sitten ok«'die größere oder geringere Masse von Kenntnissen des Volkes, und me>'bwürdig ist der hohe Grad von Intelligenz, welcher selbst die niedrigst»"Klassen durchdringt, und in der großen Masse nützlicher Kenntnissesteht, welche auf den Glückszustand der Menschen einen unmittelbar»»Einfluß ausüben. Diese Kenntnisse sind es besonders, durch welche sts»die Amerikaner vor andern Völkern vortheilhaft auszeichnen, und s»!deren Erwerbung sie bessere Vorkehrungen getroffen haben, als vielleiwirgend ein anderes Volk. — Eigentliche Gelehrte vom Fach findet M»»in geringerer Zahl, als in Eüropa, doch begegnet man ihnen mit a»»zeichnender Verehrung, da man eine gewisse Bekanntschaft mit den A»

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