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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

der, Alle ein anderes religiöses Dogmensystem und den diesem System-eigenen Kultus haben, ohne daß sie darum mit einander hadern. — DasKirchen- und Predigerwesen, welches früher sehr im Argen lag, wirdübrigens neüerer Zeit immer mehr geregelt: Früherer Zeit nahmen dieGemeinden, ohne Prüfung, den Ersten Besten, der ihnen anfstieß undstellten ihn zu ihrem Prediger an; neüerer Zeit aber, wo, um diesemUnwesen zu steüern, die in Europa vrdinirten Geistlichen der Haupt-kirchen zusammentraten, und nach dem Bilde der aus früherer Zeit be-standenen presbyterianischen Synoden, unter demselben Namen Gesell-schaften errichtete», in welcher nur die aufgenommen wurden, die sichentweder, wie sie, über ihre Ordinirung ausweisen konnten, oder sich einerPrüfung unterwerfen, haben diese neuen Synoden, die jetzt fast durchdie ganzen Vereinigten Staaten eingeführt sind, und sich jedes Jahr aneinem bestimmten Ort versammeln, ohne jedoch Staatsinstitute zu sein,durch ihre anerkannten Mitglieder und durch das gefühlte Bedürfnißeiner bessern Ordnung, eine solche Anerkennung gefunden, daß, obgleichdurch ihre Existenz die Freiheit der Gemeinden, welche Prediger anstel-len wollen, nicht im Geringsten geschmälert wird, dennoch jetzt nichtleicht ei» Prediger mehr angestellt wird, der nicht von einer Synodeverlangt, geprüft oder genehmigt worden wäre. —

Einen vollständigen Beweis vom Zunehmen der Religiosität in denVereinigten Staaten gewährt das ungemcin glückliche Gedeihen der vonmehreren Sekten gegründeten Sonritägsschulen, und der Mäßigkeitö-,Missions- und Bibelgesellschaften. Die »Fmrerinsn Lid!« Sooistz-« be-sitzt nach der englischen den größten Fond und ist am thätigsten in derVerbreitung des göttlichen Wortes. Die Zahl der von ihr seit ihremEntstehen, von 1816 bis 1810 verbreiteten Bibeln und Evangelien be-trägt 2.131,518, und außer diesen Büchern hat sie noch bedeute, de Sum-men auf Missions-Stationen in Constantinopel, Bombay, Ceylon, Bir-mah, China und den Sandwichs-Jnseln verwendet, und die heilige Schriftauch in den Sprachen dieser Länder drucken und verbreiten lassen. Die»^Mkvioun Dornst ok tlvnnumsiuuers" ist eine andere Gesellschaft zu?Verbreitung des Christenthums, und deren Plan so umfassend, als bisjetzt noch nie ein ähnlicher von einer Gesellschaft ausgeführt wurde.Fast alle Sekten haben Missionsgesellschafte» errichte«, und amerikanisch-Missionäre durchziehen bereits jetzt schon alle Welttheile und die Inselnder Südsee, — ja die der Baptisten, welche 26 Stationen im Weste»Amerika'-, in Ha'ity, in Süd-Amerika, in Birmah und Siam besitzen-haben sogar Stationen in Hamburg uud Pariö errichtet. —

5. Kultur des Volkes.

Die Sucht nach edlen Metallen lockte zu Ende des sechzehnten n»dAnfang des siebeiizehnten Jahrhunderts Abenteurer nach Nord-Amerika-die sich zwar in dieser Erwartung getaüscht fanden, dafür aber gar baldden Werth des »eüen Landes für Ackerbau und Handel erkannten, undSchilderungen desselben nach Hause berichteten, die schnell die Aufmerkesamkeit der Landsleüte auf sich zogen. Bürgerkriege und Religioiisvek'folgungeii, die damals das britische Jnselrrich durchzogen, veranlaßt-»Viele, im Westen des atlantischen Meeres ein Asyl zu suchen, und dmGedrückten und Verfolgten aller Sekten und Meinungen fandenjenem ausgedehnte,i Lande, was sie wünschten, ein weites Feld für ib^Thätigkeit, und die unbeschränkteste Freiheit der Meinung. So