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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatenspstem.

gen Müßiggänger Eüropa's. Sogar reisen muß er in Amerika, als obes ein Geschäft wäre. Umsonst würde er hoffen, dabei seiner Bequem-lichkeit ,ü pflegen, den» er muß darauf gefaßt sein, wenigstens 15- 2»engt. Meilen in einer Stünde zurückzulegen, oder beschließen, ruhig zuHause zu bleiben. Nirgends darf er anhalten, außer an den Plätzen,die von den Eigenthümern der Straße oder des Dampfbovts dazu be-stimmt sind; genöthigt in Gesellschaft der großen Karavanen zu reisen,welche in Begleitung von tausend schnaubenden Dampfmaschinen, vonallen Städten ab- oder anf sie zu fahren, macht jeder Gedanke an Un-terhaltung schnell den ernsteren Reflexionen anf Sicherheit des Lebensund Eigenthums Platz; seinen Geschmack und die Befriedigung seinerWünsche muß er der Majorität opfern, die i» Geschäften reist, und deß-halb unendlich mehr anf schnelle Beförderung als auf Gemächlichkeitsieht; er muß essen, trinken, schlafen und wachen, wie es der Majoritätbeliebt, und hat kein anderes Mittel gegen das lange Lerzeichniß seinerMühseligkeiten, als die Hoffnung auf ilir baldiges Ende. Diese Ge-schäftöeile ist aber keineswegs eine eigenthümliche Eigenschaft der Städteroder der Reisenden, sie erstreckt sich anf alle Bewohner der Union, unddnrchdringt selbst die Wälder des fernen Westens. Land und Städtewetteifern mit einander in der Gier nach industrieller Beschäftigung:Maschinen werden erfunden, neüe Kommunikationslinien geschaffen unddie Tiefen des Ozeans durchwühlt, um dem Unternehmungsgeist derAmeiikaner Nahrung zu verschaffen, und sie bedürfen zu ihrem Wohl-sein eben so sehr der Arbeit und Thätigkeit, als Einopäer der Nahrungund Kleidung, und sind weniger glücklich im Besitze von Reichthümern,als in der Hoffnung ihrer Erwerbung. — Diese Nativnaleigenschaft derBewohner der Bereinigten Staaten, verbunden mit ihrer Liebe zur Un-abhängkeir, liefert den vollkommensten Kommentar zu der Geschichte ihrerAnsiedelungen und zu den unglaubliche» Fortschritten ihres Fabrikwesensund Handels: Tausende von Personen, welche als Diener oder in an-dern untergeordneten Sphären im Stande wären, sich in den Städtenauf eine leichte Art fortzubringen, ziehen jährlich nach den Wäldern desWesten«, ihrer Thätigkeit einen größer» Wirkungskreis zu verschaffen;erdulden dort jede Art von Entbehrung und Mühseligkeit, ihren Durstnach Unabhängigkeit zu stillen, und kein Genuß der verfeinerten Städtekönnte ihnen Ersatz leiste» für den stolzen Anblick der Resultate ihrerunablässigen Thätigkeit. Diese Erscheinungen würde man vergeblichdurch die Liebe zu Abenteuern, und den Durst nach Reichthümern zuerklären suchen: Es gibt keine Goldmiuen in den westlichen Staaten,keinen aktiven Handel, dem gleich, der in den östlichen Staaten blüht,und keine angehaüften Güter, ihre Geldgierde zu reizen. Die Schätzedes Bodens öffnen sich dort nur der Arbeit und einer Reihenfolge er-müdender Vorbereitungen, welche mit Entbehrungen aller Art und dergänzlichen DerzichNeistnng anf die gewohntesten Bequemlichkeiten ver-knüpft sind. Der Handel des iieübebauken Landes muß durch Anlegungvon Straßen und Kommunikationslinien erleichtert werden, welche denAnsiedler» neüe und schwierigere Arbeiten auferlegen, und erst nachlen Jahren nur wird ihre Thätigkeit durch Wohlstand und Reichthu'"belohnt. Solche Aussichten haben nichts Anlockendes, weder für Körper''noch Geistesschwache, und bedingen eine Entschiedenheit des Charakters,die gänzlich unvereinbar mit dem unstäten Hang zu Abenteuern ist. Auwist jenes Volk des Westens, die Söhne der sich freigekämpften dreizev"

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