Amerika.
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die Stände- und Rechtsverhältnisse des Volks verweisen müssen. — DieSitten und den Charakter der Amerikaner ausführlich zu schildern, wür-den ganze Bände erforderlich sein, und wir müssen uns begnügen, inkurzen Umrissen hier nur das zu bemerken, was dieselben von Europäernscheidet. — Keine Ration verräth mehr Selbstbewußtsein, als die ame-rikanische, nach dem klasstschen Sprichwort: „wer sich das Unmöglichezutraut, wird das Mögliche möglich machen und ausführen," und „achtedich zuerst selbst, und deine Feinde werten sich nicht an dich wagen!" —wohl existirt auch unter den Bewohnern der Vereinigten Staaken einUnterschied der Stände, nur daß keiner bevorzugt sein will, da dieöffenlliche Meinung jeder Bevorzugung ernstlich zurückweisen würde.
Frei ist Amerika, weil jeder sich frei anSsprechen darf, und dieöffentliche Meinung, das ist: die Mehrzahl, das Gesetz des Handelnsbestimmt. — „Geltmachen" wird zwar den Amerikanern als Hauptstre-ben ihrer Thätigkeit vorgeworfen, aber nicht das Geld als Geld ist es,was den Amerikaner reizt, sondern die Beweglichkeit es zn verdienen. —Es gibt kein Volk in der Well , dem Geschäfte solches Vergnügen, undThätigkeit solche Zerstreuung gewährt, wie dieses mit dem Volke derVereinigten Staaten der Fall ist, und Beschäftigung ist nicht nur dieUrsache ihrer Zufriedenheit und die Grundlage ihrer Nationalgröße,sondern ohne dieselbe fühlen sie sich schlechterdings unglücklich, und stakt derSüßigkeit des Richtstbuns, traümen sie nur von den Schrecken desMüssiggangs ltsi« siorrvr ot' IravinA nvtln'nA w clo). — Thätigkeit istdie eigentliche Seele des Amerikaners, und nicht blos das Mittel, Wohl-stand und Vermögen zu erwerben, sondern die Quelle aller irdischenFreuden, die Glückseligkeit, die ihm über Alles geht. Von den frühestenMorgenstunden bis in die späteste Nacht sind die Straßen, öffentlichenÄmter, Nechnungsstubeu und Kaufhäuser der großen Städte mit Men-schen aller Stände und Gewerbe angefüllt, von denen Jeder seinem Ge-schäfte nachgeht, wie ein zieipeluum mobil«, als ob er gar nicht an'sAufhören der Arbeit oder an die Möglichkeit der Ermüdung dächte.Das Wogen der Mensche» auf den Straßen ist so unaufhörlich undregelmäßig, daß ein Müssiggänger sicher ist, entweder gänzlich von demPfad für Fußgänger verdrängt, oder so lange hin und her geschoben zuwerden, bis er mit der Menge Schritt hält. Begegnet er einem Freunde,dann spricht dieser gewiß nur von Geschäften, auf der Börse hört ernatürlich nur von Geschäften, und besucht er irgend ein öffentliches Haus,nm sich zu erfrischen, so unterhält man ihn wieder mit Getcbästen.Wohin er sich wenden mag, folgt ihm das Geräusch und das Treibender geschäftigen Menge, und wenn er sich endlich zu Tische setzt, in derHoffnung, sich wenigstens Mittags eine Stunde auszuruhen, dann wird^ zu seinem Schmerze inue werten, daß die Amerikaner auch dasEssen als ein Geschäft betreiben, und es in weniger Zeit abmachen, als^ braucht, sich gemächlich niederzulassen. In ein paar Minuten ver-hallt das Geräusch der Messer und Gabeln, und er ist wieder sich selbstüberlassen, während dem die Anderen ihren Geschäften nachgehen.Abends, wenn er keine Freunde hat, wird kein Zudringlicher seine Ruheuvreii, denn die Männer sind entweder zu Hause bei ihren Weibern, oder"eit«m sich anf die Geschäfte des künftigen Tages vor. Wer nach den^reinigten Staaten geht, um sich dort niederzulassen, muß bereit sein,^srgnügen an Geschäften und Geschäfte im Vergnügen zu finden, sonst*-'rd er sich getaüscht fühlen, und sich zurück wünschen unter die geselli-