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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Etaatenspstem.

die Amerikaner empörten, und welche 1765 von dem Minister Green-ville, dem Mann, dessen Kurzsichtigkeit England vorzüglich den Verlustseiner Kolonieen zuzuschreiben hat, angeordnet wurden: die Aufstellungvon Wachtschiffen, um den Schleichhandel der Amerikaner mit den Nie-derländern zu unterdrücken; — die Erhöhung des Zolls auf Waaren,welche die Amerikaner nicht vom Mutterlande zu beziehen gezwungenwaren, »m 5 Procent, und — die Durchsetzung der berüchtigten Stem-pelakte, vermöge welcher bei allen öffentlichen Geschäften in Amerikanur gestempeltes Papier gebraucht werden durfte. — Diesen letzten Punkt,die Stempelakte, verwarf die öffentliche Meinung augenblicklich, als demRechte freier Briten, sich selbst zu besteuern, widersprechend» da im briti-schen Parlamente, wo dieß beschlossen worden sei, Amerika nicht vertretenwerde. Man wies mit Entschiedenheit die Stempelakte zurück; derPöbel von Boston und Nhede Island verbrannte sogar das Stempelge-setz, welcher Schritt von England aus als offene Rebellion betrachtetwurde und die Veranlassung war, die ehrfurchtsvolle aber feste Vorstel-lung der Amerikaner mit Stolz und Drohungen zurückzuweisen.

Bei der Generalversammlung zu New-Dork beschloß man nun, denHandelsverkehr mit Großbritannien möglichst ganz zu umgehen, und denBedarf von Waaren durch eigene Erzeügnisse zu decken; worauf derMinister Nockingham die Zurücknahme der Stempelakte bewirkte, zugleichaber auch in einer Erklärung Großbritanniens volleste Zuständigkeit allerHohheitsrechle über die Kolonieen behauptete, wodurch auch Connecticutsich bewogen fand, die Akte durch den Scharfrichter verbrennen zu las-sen. — Um die Autorität der Regierung zu retten, gleichwohl aber dieKolonieen nicht zu empören, schlug nun Graflon eine kleine Abgabe aufThee, Papier, Glas und Farbestoffe vor, und >770 rednzirte man selbstdiese noch auf eine Kleinigkeit von 4 Pence für das Pfund Thee, dieman noch überdies durch den Schleichhandel umgehen konnte, so daßsich vielleicht nun Alles ausgeglichen hätte, wenn nicht ein neüer unglück-licher Umstand eingetreten wäre, der wieder Altes verschlimmerte. —Die vstindische Kompagnie, welche das Monopol des Theehandelü besaß,von dem die Regierung bedeütende Zölle zog, hatte in London einen Ver-rath von 17 Millionen Pfund Thee angehaüft, den sie nicht unterzu-bringen wußte. Um nun dieser Kompagnie einen schnellen Absatz zuverschaffen, wirkte ihr der Minister North eine Parlamentsakte aus,nach welcher sie ihren Thee zollfrei ausführen, in Amerika Magazineanlegen und für das Pfund nur 3 Pence Abgabe zahlen durften. Durchdiese Begünstigung der Kompagnie, so unbedeutend dieselbe auch an undfür sich war, litten nun die amerikanischen Kaufleüte und Kleinhändler,die 4 Pence bezahlen mußten, und die sich bisher vergebens bemüh'hatten, ihren Thee direkt aus China beziehen zu dürfen, in ihrem Ab-satz, mehr aber empörte der Zusatz der Akte, daß der Ueberschuß desTheezolls in den englischen Schatz fließen sollte, was zu aüßern eben stüberflüssig als unklug war, da sich bei der Kleinheit der Abgabe gar kein sol-cher Überschuß erwarten ließ, die Gemüther der Amerikaner auf's Aüßerste-Die Gährung brach auf's Neüe anS; man beschloß, keinen Thee meistzu trinken, aber auch keinen einführen zu lassen, und verlangte nament-lich zu Boston, daß drei daselbst eingelaufene Theeschiffe, ohne auszu-laden, nach England zurückkehren sollten. — Als dieß der Statthalterund das Zollamt verweigerte, überfiel am 21. September 1773 einfen verkleideter Boftvnier die im Hafen liegenden Schiffe, und warfen