Buch 
6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
204
JPEG-Download
 

204

Amerikanisches Dtaatensystem.

»vohl hatte eine Schrift mehr gewirkt! — Anfangs wagten zwar nur 7Provinzen diesen Schritt; aber am 4. October waren schon IZ Provin-zen, unter denen auch Maryland, zu diesem Zweck vereint.

Die merkwürdige Urkunde der Unabhängigkeitö-Erklärung entschieddas Schicksal von Amerika. Man hatte in demselben die unveraüßer-lichen Menschenrechte an die Spitze gestellt, dann ei» Register der Sün-den Englands gegen die Kolvnieen aufgezählt, besonders das Unrecht,die Kolvnieen mit Taxen zu belegen, gerügt, und zuletzt die Freiheit undUnabhängigkeit des Landes ausgesprochen.

Englands Plan zur Unterdrückung des Aufstandes war meisterhaftangelegt: die Generale Clinton und Cornwallis sollten South Caroliuaangreifen; Howe New-Jersey und New-Aork, und Bourgagne Canadabehaupten; zugleich schlössen die Briten eine Allianz mit den Indianern,und schämten sich nachher nicht, die eingesandten Siegeszeichen der Wil-den, amerikanische Kvpfhaüte, Skalps, im englischen Kriegsrathe aufzu-stellen, während der amerikanische Kongrest, im grössten Kontrast mitdiesen Graüeln, das rein menschlichste Verfahren beobachtete. — Deramerikanische General Lee wies am 15. Juni >776 den General Clintonvon South-Carolina zurück; — glücklicher warHove, der den amerikani-schen HeersührerPutnam mit300üMann Verlustnach New-Uork zurückwarf,wo Washington stand; am glücklichsten aber war Bourgagne, der dieAmerikaner aus ganz Canada verdrängte, und den Angriff auf New-Aork vorbereitete, das gleichfalls geraümt werde» mußte; auch beiWhiteplains wurden die Amerikaner besiegt, nnd Newport vom Gene-ral tzowe eingenommen. Nach diesen Unfällen gingen die Amerikanerim November nach Hause, und Washington halte kaum mehr 3VN0Mann um sich. Indeß schlug dieß den Muth des Mannes und seinerKommittenten nicht nieder; er ward dafür durch Freiwillige aus Penn-sylvania und Neuangeworbene verstärkt, und ging noch im Jahre >776über den Delaware vor, überfiel am 26. Dec. die Briten bei Trenton,machte >vvl> Hessen zu Gefangenen, schlug am 2. Ja». 1777 den GeneralCornwallis bei Princetowu, und trieb die Engländer aus New-Jerseyheraus. Den größten Theil des Jahres 1777 blieb Washington infesten Stellungen, da Howe große Verstärkungen erhalten hatte; daaber dieser den Brennpunkt des Aufstandes, den Sitz der Regierung,Philadelphia, zu nehmen beabsichtigte, verließ Washington seine Stel-lung, um ihm entgegen zu gehen; leider aber wurde er am II. Sept.bei Brandywine geschlagen und hierauf Philadelphia von den Englän-dern genommen und fast zerstört. Trotz seines Sieges wagte aber Howenicht tiefer in's Innere vorzudringen, wohin sich der Kongreß zurückge-zogen hatte, sondern trat vielmehr im Anfange des Jahrs 1778 seinKommando an Clinton ab, nachdem vorher der General Bourgagne mit5,752 Mann seiner Truppen bei Sarataga, dem Puttawe des amerika-nischen FeiheitskriegeS, vom General Gates gefangen worden war. —Jetzt wuchs den Amerikanern der Muth mehr als je; Frankreich, dasden Verlust Canada's vom letzten Kriege her noch nicht verschmerzthatte, trat öffentlich auf ihre Seite, in einem Bündnisse, welches vor-züglich Franklin zu Paris betrieben hatte, und dem ein Handelsvertragmit Amerika vorausgegangen war, und Frankreich unterstützte seine»Bundesgenossen Anfangs mit Geld, später aber auch mit Truppen.Nun machte England, aber zu spät, den Amerikanern Friedensanträge,die sehr gemäßigt waren und allen früheren Beschwerden abhelfen so«"