Buch 
6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
205
JPEG-Download
 

Amerika,

203

ten; allein der Kongreß wollte nur auf Amerika's Unabhängigkeithin unterhandeln, und so zerschlug sich die Sache schnell wieder; derSeekrieg zwischen Frankreich und Großbritannien entspann; am 27. Juni1778 fiel bei Quessant zwischen d'Orvilliers und Koppel die erste See-schlacht vor, die unentschieden blieb; am 12 . Dec. eroberte General Ba-ringto» die französische Insel St. Lucia, auf welcher General d'Estaingmir SOS» Mann gelandet hatte und geschlagen wurde, wogegen d'Estaingspäter St. Vincent den Engländern nahm, und >779 den englischenAdmiral Byron schlug. — In Amerika selbst wechselte zu dieser Zeitdas Kriegsglück ungemein: der amerikanische General Wayne entrißzwar am 16. Juli 1779 dem englischen General Clinton das Fort BonyPoint, allein Colliers zerstörte die ganze Seemacht der Amerikaner inder Penobscat-Bay, und General Prevost eroberte ganz Georgia, nach-dem er den amerikanischen General Lincoln in zwei Gefechten besiegthatte. —

Spanien, in Folge eines zwischen den regierenden BourbonischenHäusern bestehenden Familienvertrages, sich gegenseitig in allen Kriegenzu unterstützen, und in der Hoffnung, bei dieser Gelegenheit Gibraltarund Florida wieder zu erlangen, trat jetzt öffentlich auf Frankreichs oderAmerika's Seite, und der Seekrieg wurde nnn allgemein. Holland lie-ferte den Franzosen und Amerikanern Kriegs- und Schiffebedürfniffe ausdem Norden, und zwar zum Theil auf Kredit, mitten durch ten Kanal;aufgebracht hierüber wollten die Engländer den Grundsatz: »frei Schiff,frei Gut«, nicht mehr anerkennen, sondern den Blvkadeznstand einge-führt wissen, wogegen aber Rußland, welches bei diesem Handel vielGeld gewann, den Grundsatz der „bewaffneten Neutralität" aufstellte,dem endlich die meisten cüropäischen Mächte beitraten. — England er-klärte in Folge dieses Handels am 20. Dec. >780 Holland den Krieg,wogegen Hyder Ali in Ostindien, von den Franzosen bearbeitet, gegenEngland auftrat, und >781 die Franzosen eine Landung auf Jersey ver-suchten, welche indeß von den Engländern vereitelt, und der holländischeAdmiral Zantmann mit seiner Flotte und Handelsschiffen, vvm Admi-ral Parker nach dem Sund und den niederländischen Häfen zurückgewor-fen wurde.

Der Feldzug von 1780 wurde von Washington unter den ungünstig-sten Umständen eröffnet; es fehlte Amerika an Geld. — Das creirtePapiergeld war tief unter seinen Nennwerlh gesunken; — es fehlte demHeere an den dringendsten Bedürfnissen, der Sold konnte nicht gezahltwerden, und in Folge dieses Mangels brach 1781 sogar ein Aufstandunter den Truppen aus, von denen nun ein großer Theil sich ron seinemHeerführer trennte. General Clinton nöthigte Charleötvwn unter Lin-coln zur Übergabe; Cvrnwallis schlug den General Gates bei Camden;der empfindlichste Verlust war aber der Abfall des Generals Arnold vonder Sache der Freiheit und sein Übergang zum Feinde. — Endlich kamfrisches Geld aus Frankreich nach Amerika, und nun machte Wasbing-Gn große Zurüstungen, die dem General Clinton zu gelten schienen.Dieser berief daher einen Theil des Heeres unter Cvrnwallis ausVirginia nach New-Dort. so wie die Arbutheats-Flotte eben dahin.Allein gerade dies schien Washington gewünscht zn haben; kaum davonunterrichtet, brach er mit dem französischen General Nvchambeau nachVirginia auf, vereinigte sich hier mit Lafayette, und schloß Cvrnwallisin Jorktvwn von der Landseite her ein, während der Admiral Grosse