Amerika.
225
besser als in Europa. — Die gemeinen Soldaten haben monatlich 6 Dol-lars und eine Nation gute Kost täglich; die Unterlientenaiits der In-fanterie und Artillerie 25 Dollars, 4 Rationen und l Bedienten; einOberlieuteuant LO D>, 4 N. u. 1 B., ein Kapitän 4«D., 4 R. u. l B.,ein Major 5V D., 4 R., 3 Pferde u. 2 B., ein Oberstlieutenant 60 D„5 R., 3 Pf. u. 2 B., und ein Oberst 75 D., 6 R., 4 Pf. u. L B.; dieOffiziere der Dragoner und des Ingenieur-Corps erhalten, vvm Lieute-nant aufsteigend: 33'/„ 50, 60, 75 und SO Dollars, und dieselben Ver-willigungen an Nationen, Pferden und Dienern, wie die Infanterie; einBrigadegeneral empfängt monatlich 104 Dollars, 12 Nationen, 5 Pferdeund 3 Diener, und ein Generalmajor 200 Dollars, 15Rationen, 7Pferdeund 4 Diener, und der Generalzahlmeister und Generalstabsarzt jederjährlich 2,500 Dollars, aber keine Emolumente.
Das System der Bürgerbewaffnung ist durchgehendS in denVereinigten Staaten eingeführt: Jeder amerikanische Bürger ist ver-pflichtet, vom 20sten Jahre an in der Miliz zu dienen, und im Falleines Krieges ist jeder Amerikaner Soldat. — Das Milizsystem wurdeschon zur Zeit der ersten Kolonien eingeführt, um die jungen Nieder-lassungen gegen die barbarischen Einfälle der Indianer zu schützen. ESwar gleich in seinem Entstehen den Gesinnungen und Grundsätzen derAmerikaner angemessen, die schon damals die Anwesenheit britischerTruppen ungern sahen, und lieber selbst die Beschwerlichkeiten des Mili-tärdienstes theilten, als Soldaten in ihre Dörfer und Städte aufnehmenwollten. Sie fürchteten die Möglichkeit einer unumschränkten Herrschaftder königlichen Gouverneure durch Hülfe des stehenden Heeres, und be-waffneten daher die Bürger auf den Fall einer bevorstehenden Usurpa-tion. — Zu Anfang des Unabhängigkeitskrieges standen nur die Milizen,und besonders die von Massachusetts und Connecticut, den britischenTruppen gegenüber. Ohne ihre Gegenwart und die vielen Opfer, welch«sie bereit waren ihrem Vaterland« zu bringen, hätten die Amerikaner angar keinen bewaffneten Widerstand denken können, und seine Folgenwären unvermeidlich tragisch gewesen. Seit dem letzten Kriege mit Eng-land ist das Militärsystem in allen Staaten verbessert, und während derVerwaltung des General Jackson ein allgemeines System der Taktik inder ganzen Union eingeführt worden.
Alle Jahre werden zwei oder mehrere Male Exercierübungen gehal-ten, und die Milizen jedes Jahres werden jährlich einmal von ihrenOffizieren inspizirt, bei welcher Gelegenheit alle Abwesenden, sowie die-jenigen, deren Waffen nicht den vorgeschriebenen Gesetzen entsprechen, zuwehr oder weniger harten Geldbußen oder Arrest verurtheilt werden.Daß diese Maßregel keineswegs die Popularität des MilitärsystemsUnter den reicheren Klassen vermehrt, welche bei allen solchen Gelegen-heiten für ihr Zuhausebleiben zahlen müssen, ist allerdings wahr, dieärmeren Bürger hingegen, besonders aber Gesellen und Arbeitsleüte, sindonmer bereit ihr« Waffe» zu tragen und den vorgeschriebenen Manövernbeizuwohnen. Da die Offiziere von den Milizen (dem Volke) selbst er-Ua»nt werden, so fällt die Wahl natürlich meistens auf jene, mit wel-ken das Volk in unmittelbarem Verkehr steht; und so trifft es sich nichtselten, daß die reichsten Kaufleüte und Advokaten als Gemeine einge-'chrieben sind. während ein armer Schreiner oder Schlosser ihnen befiehlt:ätz diesem oder jenem Tage vorschriftmäßig equipirt und bewaffnet an*>nem bestimmten Platze sich bereit zu halten, und ihrer weiteren Befehle
Dcrghau«, »S. VI. »S