Buch 
6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
281
JPEG-Download
 

Amerika.

28 L

gebaut, Flachs und Hanf dagegen im W. und den mittleren Theilen desSraats in großer Menge. Gemüse und Obst sind reichlich vorhandenund alle Landleüte haben ansehnliche Äpfel-, Pfirschen- und Kirschen-gärten. Dem Wiesenbau wird wenig Aufmerksamkeit zugewendet, unddie Viehzucht ist daher in schlechtem Stande; nur in den westlichen Kan-tons ist eine Art Winterstallung eingeführt, sonst aber bleibt das Viehin den Wäldern überall sich selbst überlassen. Waldungen gibt es nochin Menge, doch sind selbige im schlechten Zustande. Die graue Magno-lie, Fichten, Tannen und Eichen wachsen in dem sandigen Boden; inden feüchten Niederungen Cedern und Cypressen, und längs den Flüssen:Ahornbaüme, Ulmen und Linden. Kastanien, Wattnüsse, Hickorys, Ha-selnüsse, Chinkapins, Persimonen, mehr als zehn verschiedene Eichenar-ten, zum Theil mit eßbarer Frucht, die großblüthige Magnolie, Sassa-fras, Hundeholz und Tnlpenbaüme sind in West-Maryland zu Hause,und heilsame Kraüter findet man überall im Lande wild wachsend. AnMineralien ist das Land reich; Cbromeisenstein und gemeiner Thoneisen-stein bricht man bei Baltimore; Steinkohlen findet man an verschiedenenOrten, und eben so Blei, Arsenikalknpfer, Marmor, Kalk n. s. w.Der Kunstfleiß hat sich neüerer Zeit sehr gehoben: Eisenwerke, Maschi-nenanftalten, Glashütte», Brantweinbrennercien, Brauereien, Mehl-»nd Pulvermühlen, Baumwollen- und Hutmanufokturen, Reeperbahnenund Zuckerrasfinerien sind die wichtigsten Gewerbe des Landes. DerHandel mit dem Auslande ist bedeütend und Baltimore die vierte Han-delsstadt der Union; der Binnenhandel ist ebenfalls von großer Wich-tigkeit und wird durch mehrere Eisenbahnen und Kanäle, so wie über-haupt der Handel durch 40 Banken unterstützt. LandeSerzeügnisse bildenden größten Theil der Ausfuhr; dieselbe, welche meistens von Baltimoreaus betrieben wird, bestand >842 aus: 51,537 Barrels gesalzener Fische;au« 558,282 Barrels Weizenmehl; 5,45« Barrels Roggen- und 715Oxthoft und 7,983 Barrels Maismehl; 242,256 Rindöhaüten und Soh-lenleder; 13,989 Kegs Butter; 26,657 Kegs Schwejneschmeer; 14,30«Barrels Salzfleisch; 44,846 Oxthosl Tabak; 14,224 lebenden Rindernund l«,8«9 Schweinen.

Die Zahl sämmtlicher Einwohner Marytands belauft sich gegenwär-tig auf 47«,«19, worunter 62,078 freie Farbige und 89,737 Sklaven.Die ersten Ansiedler waren verfolgte englische Katholiken, die in derneüen Welt eine Freistatt suchten, und später die Verfolgten aller Neli-kionsparteien brüderlich unter sich aufnahmen; ihnen folgten Jrländer,Deutsche, und nach der Revolution auf St. Domingo, Franzosen undHolländer. Die westlichen Kantons find grvßtentheils von Deütsche» undbereu Nachkommen bewohnt. Der Beschäftigung nach sind 69,851 in der"ndwirlhschaft, 3,249 im Handel, 21,325 in Manufakturen und Ge-werben, 721 in der Seeschifffahrt, 1,519 in der Kanal- und Flußschiff-ahrt und 1,647 im gelehrten Fach bethätigt. Für den öffentlichenUnterricht ist sehr gesorgt; Universitäten lind Colleges bestehen 12 imStaate mit 813 Studenten, Akademien und lateinische Schulen 127 mit^->78 Schülern und Volksschulen 567 mit 16,982 Schillern. AlleSek-

genießen hier, obgleich der Staat von Katholiken gegründet wurde,nvllkommene Religionsfreiheit, die schon bei Begründung der Niederlas-',^3 von Lord Baltimore ausgesprochen wurde. Die Katholiken habench Staate l Erzbischof, der zugleich Metropolit der Vereinigten Staaten

54 Kirchen, 57 Priester, 2 Colleges und I theologisches Seminar;