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von denen leider im spanischen Süd-Amerika nur wenige der Kirche Ehrewachten; er sammelte für Alles, für Messen, Predigten, Kerzen, Weih-rauch rc. Geld ein, und haüfte die Feiertage, um nur desto mehr fürMessen und Predigten anrechnen zu können; die Segnungen des Christen-thums blieben den Indianern fremd, und sie, außer aüßerlichen Ceremo-nien, was sie zur Zeit der Entdeckung waren. — Doch all' diese Scheuß-lichkeiten waren nichts gegen die Mita oder Aushebung: Jedes Dorfwußte nämlich jährlich eine gewisse Anzahl Menschen in die Minen, zuden Staatspachtungen oder Staatsmanufakturen stellen; diese Leute soll-ten nur ein Jahr dienen und erhielten dafür 18 Dollars; allein davonwurden ihnen sogleich 8 Dollars Kopfgeld, 7 Dollars für den Unterhaltihrer Familie, 2'/« Dollars für Kleidung, so wie noch etwas für jedenversaümten Tag abgezogen, so daß jeder solcher Arbeiter gewöhnlich nachDerfluß des Jahres einige Dollars mehr schuldig war, als er einzuneh-men hatte, und welche er nun im nächsten Jahre abverdienen sollte; indiesem mußte er natürlich, da ihm dieselben Abzüge gemacht wurden,"och mehr in Schulden gerathen; sein Loos war, ewig Sklave zu blei-ben, und zuletzt, wenn die aufreibenden Arbeiten sein Leben zerstört hat-ten, mußten gewöhnlich erst seine Kinder noch diese gesteigerte Schuldabarbeiten. — Wenn daher ein Zug Indianer nach den Obrajos sich inMarsch setzte, so sammelten sich die Dörfer des ganzen Stammes, undriefen ihnen mit feierlicher Wehklage ein: Lebewohl auf ewig! zu.
Erwägt man, bis zu welchem Grade des Despotismus und des Ver-derbens die öffentliche Verwaltung gestiegen war, dann darf man sichüicht wundern, daß die Bevölkerung nicht stieg, sondern wie in Peruauf den fünften Theil des früheren Betrags Herabsinken und eine Nevo-"ttion die letzte Folge dieser Mißbraüche sein mußte, denn nicht blosauf das Vermögen, den Handel und die Industrie, nein, auch über dieEinwohner selbst, ihren Geist und ihre Seele dehnte sich dieses Aussau-klungs- und Verbotsystem aus. Argwöhnisch gegen jede Art von Ver-besserung, begünstigte man aus fluchwürdiger Politik: Unwissenheit, Ar-muth und Aberglauben unter dem Volke. Kein Mensch, der in Amerikabas Licht der Welt erblickt hatte, durfte ohne Erlaubniß des Königsaußer Landes reisen oder nach Eüropa kommen; man durfte ohne Er-aubuiß sich nicht einmal verheirathen, und machte deßhalb oft großeSchwierigkeiten, um die Zahl und Kraft der Menschen zu beschränkenaud die scharfe Absonderung der Stände und Klassen zu erhalten. Über-haupt fürchtete die spanische Regierung die geistige Entwickelung der^unerikaner noch mehr, als deren Wohlstand, und suchte beiden anfalleAbgliche Weise entgegen zu arbeiten; — man that nicht nur nichts, umIndianer aus ihrer Unwissenheit zu ziehen, sondern versenkte sie ab-!Mlich noch immer tiefer hinein; selbst die Kreolen hatten keine Mittelbilden, weil nur in wenig Städten Schulen geduldet wurden,die Übung eines andern Glaubensbekenntnisses, als das der katho-Üchen Kirche, war bei lebenslänglichem Gefängniß untersagt. — Hierzuuur „och das gespannte Verhältniß, das sich allmählig zwischen Spa-^ern u„d Kreolen entwickelte: durch Vertrag zwischen dem König und
H Ersten Kolonisten war zwar festgesetzt worden, daß diese und ihre
den
Nachkommen bei öffentlichen Anstellungen den Vorzug haben sollten,^uein seit Eroberung des Landes bis 1810 waren von 166 Bicekoiugen588 Generalkapitäns nur 18 Kreolen angestellt worden, und diese""r aus Rücksicht, daß sie ihre ganze Jugend in Spanten zugebracht