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Amerikanisches Staatensystem.
Aufrechthaltung derselben Gegenrevolutionen hervorzurufen; wer sich po-pulär machen will, stützt sich auf diese Verfassung, um den Gegner zustürzen, und hat er die Macht erlangt, beseitigt er sie, um willkürlichzu regieren; wie Santa Anna, der auf die Aufrechterhaltung der Ver-fassung von 1824 hin die Präsidentur erwarb, den 13 Mai 1834 durchHülfe der aristokratischen und Priesterpartei die bestehende Verfassungüber den Haufen warf, eine einzige untheilbare Republik, mit alleinigerAusübung der Souverainetätsrechte, an ihre Stelle setzte, die bisherigensvuverainen Staaten in Departements verwandelte, die executive Regie-rungsgewalt in die Hände eines obersten Führers (Xele supiemo) legte,der er, versteht sich, selbst ward, und dann förmlich als Dictator auf-trat, in Folge dessen sich Texas und 1841 auch Dncatan von Mexikolosriß. Santa Anna, dessen interimistischer Stellvertreter General Ca-ralizo, und dessen zur Seite stehender V>ce-Präsident General Bravo ist,sucht an der Spitze einer Revolution die Einheit des Staats und fürsich das Regiment zu retten. Am 13. Juni 1843 ist eine neüe Konsti-tution der Republik in der Hauptstadt feierlich eingeführt worden, dochsind die dadurch bewirkten Modifikationen noch nicht bekannt. Die rich-terliche Gewalt ist in Mexiko frei und unabhängig, und es besteht einhöchster Gerichtshof, Staats- und Distrikts-Tribunale, Militär- undgeistliche Gerichte, aber nirgends sind die Richter so feil und bestechlichals hier, und die Justizverwaltung höchst unvollkommen. Die Staats-wirthschaft liegt noch ganz darnieder, man hat keine Straßen, keineKanäle, kein Pvstwesen, sondern nur Couriere nach Vera-Cruz rc. wegenMangel an Straßen zum Fahre». Man findet überhaupt im ganzenLande nur drei Straßen, oder vielmehr nur elende Wege, auf denenman, der baüfigen Naübereien und Anfälle wegen, nur bewaffnet reisenkann: von Mexiko nach Vera-Cruz, von Mexiko nach Acapulco und vonMexiko in's Innere des Landes. — Der öffentliche Unterricht ist eben-falls noch höchst unvollkommen, und außer einigen Schulen in den grö-ßer« Städten, bestehen nur 3 blühende Gymnasien zu Mexiko, Guanaxuatound zu Sau Lnis Porosi und die Kollegien zu Mexiko. — Der Kirchen-staat ist am besten organisirt; der gesainmte Bundesstaat bat einen Erz-bischof, dessen Sitz zu Mexiko ist; 9 Biseböfe; 3,677 Weltgeistliche inKirchspielen; 150 Mönchsklöster mit 2,069 Mönchen von fünf ver-schiedenen Orden und 51 Nonnenklöster mit 1,972 Nonnen. Alle Klösterzusammen haben 337,373 Dollars Einkünfte, folglich ein Vermögen voncirca 7 Millionen Dollars, was nicht so viel ist, als man gewöhnlichglaubte. Die Militärmacht ist nicht unbedeutend; sie bestand 1841 aus23,250 Mann Linientruppen und 44,580 Mann permanenter Miliz, diejedoch nur znr Hälfte bewaffnet und im Dienste war. Das Heer hat 12Regimenter Fußvolk ü I Bataillon von 8 Kompagnien, nämlich 6 Komp-Füseliere und 2 Komp. Grenadiere, und an Kavallerie 12 RegimenterDragoner ü 4 Schwadronen, jede zu 2 Kompag.; dazu I Artillerie-, lGenie- und 1 Sappeur-Corps, und die Handelsmiliz, die auf Kosten derKaufleüte erhalten wird. Die Garde des Präsidenten besteht"aus 2 Pelo-tons Grenadiere. — Die Marine zählt im Ganzen 12 Fabrzeüge, darunterI Corvekte von 30 Kanonen, 5 Briggs, 3 Goletten und 3 StativuSschMf'Die Finanzen sind keinesweges brilliant, und durch den Krieg n"tTexas die Staatsschuld nicht wenig gewachsen. Nach dem Berichte desFinanzministers, mitgetheilt im mexikanischen Disiio sie 6vbelnio voM15. und 16. Decbr. 1840, ist der Zustand der Finanzen folgender: