Amerika.
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an. — Die Elemente der Bevölkerung sind wie in Mexiko, nur sind hierdie Sitten milder, das Volk fleißiger und die geselligen Verhältnisse et-was geschmeidiger. — Es herrscht hier eine größere Masse vHi Bildungals in den andern Staaten, und da hier die Altspanier und die Weißenbei der Uiiabhängigkeitserklärung nicht vertrieben wurden, auch für denVolksunterricht sehr viel gethan wird, so zählt Guatemala eine großeAnzahl gebildeter Männer. Spanier, Kreolen und Mischlinge bilden denvierten Theil der Bevölkerung, die andern drei Viertel sind Indianer,von denen drei Fünftel, die sogenannten lateinischen Indianer (Ladinoö),angesiedelt sind, die letzten zwei Fünftel noch unabhängig in den Gebir-gen Hansen. Die lateinischen Indianer sind getauft und machen aüßer-lich alle Gebraüche des Christenthums nach, ohne vom Geist desselbenetwas zu ahnen. Indessen ist damit viel gewonnen, denn Volksschulen,für welche hier mehr gethan wird, als in Mexiko, können in Kinderndurch Unterricht das wahre Christenthum pflanzen, ohne die Dvrurtheileder Eltern zu befürchten zu haben. Die kirchlichen Angelegenheiten stehenunter einem Erzbischof und drei Bischöfen. Die katholische Religion istdie allein herrschende, die allein geduldete im Staate. Der öffentlicheunterricht liegt ganz in der Hand der Geistlichen, und ist in sofern inden besten Handen, als die Geistlichkeit Guatemala's größte,itheils ausgediegenen Männern besteht und die Schulen den Schutz und die Aufsichtdes Staats genießen. Man zählt in Guatemala 183 Pfarreien, 4 Mis-sionen, 32 Mönchs- und 4 Nonnenklöster, mit 598 Kirchen; einzelneausgenommen, sind sie nicht so reich dvtirt wie in Mexiko, und der hierauch jm kirchlichen herrschende goldene Mittelzustand zwischen erniedri-gender Armuth und üppigem Reichthum, läßt sehr viel Gutes für dieZukunft hoffen.
Mit Einführung der Republik hat' die Kafteneintheilnng aufgehört,Und die Sklaverei hat mit der Erklärung der Unabhängigkeit ihr Endegeeicht; alle Sklaven wurden in Freiheit gesetzt, und der Staat faßtea°u edlen Entschluß: den Bürgern, welche durch dieses Dekret VerlusteGlitten, den Werth ihrer Sklaven zu ersetzen. Nur die dürftigen Bür-ge.l' haben diese Entschädigung angenommen, die wohlhabender» aber?>esei, jede Entschädigung zurück, und zeigten dadurch, daß die Keimelener Tugenden ihnen nicht fremd sind, welche dazu gehören, der Frei-!>e>t werth zu sein. Die Sitten der Indianer sind von denen in Mexikou sofern verschieden, als es unter ihnen große Grundbesitzer gibt, welcheNttex der vorigen Regierung den Namen Kazikcn führten und alle Ans-^'cbnungen des castilischen Adels genossen. Sie zeichnen sich durch Wohl-habenheit, geistige Lebendigkeit und eine malerische Tracht von den übri-sh" Indianern aus: ein baumwollenes Hemd, weite, mit Fransen be-tzte Beinkleider, über welche andere, nur bis an die Knie reichende, ge-ei,?h" sind, lederne Sandalen und ein Gürtel von farbigem Zeüge voll-^ vei, den Anzug; ei» weißer Mantel mit eingestickten Thieren verschie-bet bildet einen malerischen Überwurf; die ganze Kleidung, welchebleikr tz weiblichen Geschlechte dieselbe, nur daß das Hemd vorne offentj ist aüßerst malerisch und trägt einen gewissen Charakter von Züch-wvll Decenz an sich. Die gemeinen Indianer tragen keine Baum-
P-» ^"stvffe, sondern Zeüge aus den Fasern des Maguey und andererKinlt»-" 6M'ebt. Vielversprechend ist die Sanftmuth, der Fleiß und dieMit ^ ^ dieser Stämme, welche jetzt als Bürger des freien Staats,
gleichen Rechten wie die Weißen, ein großes Gewicht in die politi-