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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

8. Der Staat Nicaragua.

Der Staat Nicaragua, nach Guatemala der größte Mittel-Amerika's,erstreckt sich vom caraibischen oder Autillenmeer bis zum Australoceau,umfaßt alles zwischen Lat. 9° 45' und 13° 5V' N. und zwischen Long.

289" 29' und 294° 5' O. liegende Land, wird im N. und O. von Hon-duras, dem Judianerlande der Mosqnitos und dem Antilleumeer, imS. von Costa Nica und im W. vom Australoceau begrenzt, und hateinen Flächeninhalt von 2,176, nach Abzug der beiden innerhalb desStaats liegenden großen Seen Nicaragua und Managua aber, von 1,799deutschen (36,129 engl.) lUMeilen oder 16,716,899 Acres.

Nicaragua ist ein völliges Gebirgsland; die von Costa Nica herüber-streichende Andenkette thürmt sich hier zu majestätischen Berggrnppenauf, die bis auf 12,999' ansteigen, und unter ihnen kochen jene entzünd-baren Stoffe, die sich von Zeit zu Zeit durch zahlreiche Bulkaue auf dieErde ergießen, von denen der Masaya, Tenaco, Virgo, Orosi und Wam-bocho sich alle am westlichen Ufer des großen Sees, der Papagayo amnordwestlichen Ende der Halbinsel Nicoya, der Tlico oder Nindiri im ^NW. des Sees Leon, der Viejo im N. und der Cocibina im W. vonRealejo ihre Krater eröffnen. — Die Mitte des Landes bedeckt ein gro- ^Her See, der Nicaragua oder Grenada, der im NW. durch den Lipitapamit dem See von Leon oder Managua zusammenhängt, nach O. aberdurch den Sän Juan sein Wasser in das Antillenmeer ausschüttet. Durcheinen schmalen Erdgürtel von höchstens 5 Meilen Breite, der aber schoneinen Theil des Hochplateau bildet, eine Höbe von 2,599' über den Au-stralocean erreicht und auf seinem Rücken noch hohe Berge trägt, unterdeuen die fünf ersten oben genannten Vulkane, wird der See vom Austral-ocean getrennt, und durch diesen Wall beabsichtigt man eine Verbindungzwischen dem atlantischen Meere und der Südsee herzustellen, zu welcherauch schon zu verschiedene» Zeiten in England und Nord-Amerika bereits !

Gesellschaften zusammengetreten sind, das Werk in Ausführung zn brin- ^

gen. Das Stufenland am Ocean besteht nur aus dem sandigen felsige» !

Küstenraude, der wohl nirgends über eine deutsche Meile breit ist, nach !

SO. zu sich aber zn einer ziemlich beträchtlichen Halbinsel, der von Nü icoya, erweitert, die sich bei Kap Blauca endet und mit der gegenüber,in Costa Nica liegenden Puuta Harradura den großen, tief in's Landeinschneidenden Golf von Nicoya, Salines oder Chira bildet. — Nörd-lich von Nicoya bilden die Vorgebirge Sän Catalina und Desolados denweiten, weniger tief einschneidenden Busen Papagaya, in weichen derbeabsichtigte Kanal münden soll, und noch weiter nördlich öffnet sich die iBay Cardon oder Realejo, die den besten Hafen in ganz Mittel-Amerikahat. Die Einbiegung der Küste am Antilleumeer bildet den Golf vonMatina und gewährt in den breiten Mündungen des Sau Juan u»dSucio gute Häfen. — Nicaragua bietet eine zahllose Menge kleinerFlüsse, die sich vom Hochplateau nach dem Australoceau herabstürze»'alle aber nur von kurzem Laufe sind; die wichtigsten derselben: der N>-coya, welcher nach Costa Nica zu den Grenzfluß bildet, der Partidv/Nicaragua, Alvarado und Vieja, keiner von allen ist schiffbar; die nach