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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerika.

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Eingeschlossen zwischen Bnenos-Ayres, Cbile und Peru, hatte es sichwährend der Revolution fast ganz passiv erhalten nnd gleichsam von ihrforttragen lassen, und erlangte die Freiheit am Ende wie von selbst, mehrdurch die Anstrengungen der Uebrigen, als durch sei» eigenes Bestreben.Nach der Schlacht von Ayacncho, 182-1, erklärte sich die Provinz für un-abhängig, und wurde, nachdem der letzte Kampf der Revolution, dasTreffen bei Tamasla, am I. April 1825, auf ihrem Gebiet geschlagenworden war, ein freier Staat, der sich zu Ebrcn des Libertador Bolivar»Bolivia" nannie. Später mit den peruanischen Republiken zu einemFoderativüaat vereinigt, wurde es mit in den Krieg gegen Chile gezogen;die Niederlage des Protektors Santa Cruz löste die Verbindung wiederauf; Bolivia zog die vier früheren peruanischen Provinzen: Arequipe,Ayacucho, Cnzco und Pnno, welche Ober-Peru gebildet halten, an sich,und steht nun seit dem Februar 1839 wieder für sich, ein eigner Staat,unter der ihm von Bolivar gegebenen Verfassung. Seit dem Jahre 1841mit Peru in Krieg verwickelt, hat es den Kampf siegreich bestanden;leidet aber, wie alle Staaten spanischer Nationalität, immer noch aninneren Parteikämpfen.

Bolivia liegt zwischen Lat. 11° 25' und 25° 41' S., und zwischenLong. 397° und 320° O., wird im N. von Peru, im O. von Brasilien,im S. von den La Plata Staaten und Chile und im W. vom Austral-vcean begrenzt, und umfaßt einen Flächenraum von 27,040 deutschen(574,515 englischen) Hü Meilen, oder 367,689,600 Acres.

Die Gestaltung des Landes ist ganz der von Peru analog; von denAnden durchzogen ist es gleich Ecuador, Peru und Cbile Höhenland, dassich gegen W. und O. zu abflacht. Die Republik besitzt ursprünglich nurwenig Küstenland, durch Hinzukommen der oberperuanischen Provinzenist aber die Küste um zweimal ihrer Länge ausgedehnt worden, und dieserTheil derselben ist, obgleich theilweise sandig, reiches, fruchtbares, gutbewässertes Land, der südliche Küstenstrich aber, Atcaeama, eine dürretrockene Wüste, mit wenigen Niederlassungen und nur einen unbedeu-tenden HafenCabija, versehen, und durch die Anden, die hier ganz inder Nähe der Küsten hinstreichen, vom Hanpttheile des Staates getrennt,ber auf dem Plateau und dem östlichen Abhänge des Gebirges sich br-andet. Die Gebirgskette ist höher als in Peru, weshalb auch früherbas Land den Namen Ober-Peru erhielt; trennt sich hier in zwei paral-lele Reiben, die zwischen Lat. 14° und 20° S. das Hochthal ChucnitoAnschließen, in welchem fast alle Städte des Landes liegen, und welchesfeiner ganzen Länge nach vom Desaguadero durchstoßen wird, und hat^ N. den Titwaca-See, der 12,760' über dem Auftralocean liegt, eine^änge von 38, und eine Breite von 15 geogr. Meilen hat, und mehrerepuseln trägt, auf deren einer früher ein berühmter Sonnentempel stand,^er See hat von 6 — 50 Faden Tiefe, wird jetzt mit einem Dampfbovte^r englischen Bergbaugesellschaft befahren, und bietet einen großen Ucber-fluß von Fischen. In der östlichsten der beiden Gebirgsreihen sind dieAlesengipfel der neuen Welt: der Nevado de Sorata von 23,600', der>iuamani 22,400', der Vulkan von Arequiba 16,600', der Cuipicani.'-600', der Pichupichu 17,400', der Jnchocajo 16,100'Höbe. Zwei Pässembren von der Küste über Tacna und Puno auf die Hochebene von^acora, auf die westliche Kette, die eine Höhe von 16,000' hat, undandere von 14,000' über verschiedene Theile des Gebirges, dessen^chneegränze erst über 16,000, an einigen Stellen aber schon mit 14,500' be-