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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatens-sten«.

ginnt. Selbst dieses Hochland ist im Sommer noch bewohnt; die Luftdaselbst außerordentlich trocken, der Himmel stets heiter, die Nächte aberselbst im Sommer sehr kalt. Der Boden ist im Allgemeinen wenig er-giebig, steinig, gebirgig, aber mit guten Viehtriften versehen; die Hoch-ebene ist öde» mit trachytiscbem Gestein bedeckt, und wie eine Oase ziehtsieb das schöne Hochthal von Cbncnito, ein reiches, fruchtbares Land,zwischen nackten, schneebedeckten Bergreihen hin, auf denen die Quellen-flüsse des Maranon, der Bein und Cachabamba, welcher weiter abwärtsdie Namen Mamore und Madeira führt, die Qnellenflüsse des Pilco-mayo, der Cachimayv und Paspaya, und der dem Bermejo zufließendeJngny, entspringen. Der große Desagnadero fließt aus dem See vonPuno ab; den O. durchströmt der Ubaby oder Magtalena, ein Zuflußdes Madeira, und der >a Plata, ein Arm des Mamore. Der tm O.liegende große See Xavayes ist nichts als eine 2000 Cl Meilen großeEbene, die 3 Monate lang Ueberschwemmnngen ausgesetzt ist, und durchwelche sich der Paraguay und seine Tributarieü winden. — Das KlimaBolivia's ist der hohen Lage wegen gesund, und nur die niedern feuchtenEbenen des Ostens Fieberkrankheiten unterworfen. — Reich an Minera-lien, besonders an Silber, bietet Bolivia alle Produkte Peru's und Wein,Obst, Südfrüchte, Baumwolle, Indigo, Mais und zahlreiche Heerdeueüropäischer Hausthiere, Llama's und Vicuna's.

Die Zahl der Einwohner, ein Gemisch von Europäern, Kreole»,Mestizen und Indianern der Qnichu-Nation, belaüst sich auf 1,535,000Seelen, die Volksdichtigkeit mitbin auf 56 auf die deutsche Ö Meile.Der Rassenverschiedenheit nach gehöre» davon : 58 Proeent der indianischen,12 der weißen und 30 Procent der gemischte» Rasse an. Nach ander»Angaben belaüft sich die Volkszahl auf 2,400,000 Seelen, die Volksdich-tigkeit mitbin auf 88 ; Pöppig gibt nur 1,200,00« an und nach der Meinungder Bolivianer beträgt diese, nach ihm, nur 800,000 Seele»; sicher habenaber alle diese Berichterstatter die Bevölkerung der vier hinzngekommenen,6220 lH Meilen großen Departamientos von Alto-Pern nicht mit dazugerechnet.— Der Charakter und die Sitten der Bolivianer gleichen ganzdenen der Bewohner Peru's, und wie diese sind sie indolent, bigott, aberdennoch gutmüthig. — Der Bergbau ist auch hier der tzauptquell desWohlstandes; die berühmten Gruben von Pvtvsi sind aber fast ganz er-schöpft, und neue Gruben müssen eröffnet werden, wozu noch viele Gelegenbeilim Lande ist, die auch jetzt in Alto-Pern unweit des Titicacasees vo»einer englischen Gesellschaft eifrig benutzt wird. Laudbau wird verbalt-nißmäßig wenig betrieben, desto blühender aber ist die Viehzucht, nament-lich die der Rinder und Pferde. Industrie findet sich in einigen derStädte, ist aber von keinem Belang. Der Handel ist im Steigen: Arica,Jslay, Vquiqne, diese sogenannten t^rrertos eniremestiv«, find die Sta-pelorte des bolivianischen Seehandels, wo im vorigen Jahrhundert ga^kein Verkehr statt fand; «in vierter Hafen ist Lamar, früher Cabija g^nannt. — Die Exporten, welche 1820 erst 300,000 DollarS betrugen,liefen sich 14 Jahre später bereits auf 3 Millionen, 1840 aus 4 ,' 221 , 58 »Dollars und bestanden in Salpeter, Silber, Kupfer, Zinn, Chinarinde,Hauten, Schaf- und Vicuiia-Wvlle u. s. w.; die Einfnhren beliefe« stcy1840 auf 1,736.518 Dollars, und bestanden in denselben Artikeln, welchim übrigen spanischen Amerika Absah finden. ...

Für Erziehung und Unterricht wird in Bolivia mehr gesorgt alsPeru; in allen Städten find hinlängliche Schulen, und sogenannte 1"