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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

einer ziemlich starken spanischen Militärmacht besetzt war. In dem dar-auf ausbrechenden Unabhängigkeitskrieg fiel aber fast die ganze FamilieCarera, und durch ihren Sturz trat eine solche Erschlaffung der That-kraft in Cbile ein, daß General O'Higgins, der nun an die Spitze ge-treten war, das Vordringen der royalistischen Armee unter Osorio, imOktober 1814, nicht zu hindern vermochte. Osorio behandelte das Landals eroberte Provinz und führte im Namen der in Spanien wieder her-gestellten Bourbons ein Schreckenssystem ein, das mit aller Strengedurch Verhaftungen, Verfolgungen und Hinrichtungen ausgeübt ward.Aber gerade dieses grausame und unkluge Betragen erregte die Spann-kraft der Republikaner von Neuem und für immer; Diele flüchteten sichvor den Verfolgungen auf den Boden des angrenzenden FreistaatesBuenos-Ayrcs, wo man, obgleich im Innern selbst von Parteien zer-rissen, doch die Nothwendigkeit einsah, den Chileseu, der eigenen Sicher-heit wegen, zu helfen. St. Martin, an der Spitze von 4000 Streitern,überstieg im Januar 1817 die noch nie besuchten Thäler und Schlünde derAnden. Ueberrascht sah man ihn von den Gebirgen berabsteigen, derenUebergang man für durchaus unmöglich gehalten hatte; er aber nutztedieses Staunen und schlug am 12. Februar die Spanier bei Chacobac»total. Dieser Tag voll Blut und Schweiß entschied über Chile's Schick-sal. St. Martin berief einen Kongreß der Chilesen nach Sän Jago zu-sammen, schlug die Würde eines Protektors, die mau ihm anbot, aus,und hierauf erklärte der Kongreß am 18. Januar 1818 die Unabhängig-keit Chile's. 1825 wurde auch der Chilos-Archipelagus, der noch in denHänden der Spanier war, mit der Republik vereinigt, und durch Chile'sBeihülfe Peru vom spanischen Drucke befreit. 1838 brach zwischen Per»und diesem Staate ein Krieg aus, der mit Vernichtung des peru-bolivia-nischen Heeres endigte und >83i) den Frieden zur Folge hatte. Seitjener Zeit scheint alles in Ruhe zurückkehren zu wollen, obgleich parla-mentarische Parteienkämpfe immer noch fortdauern.

Die Republik Chile begreift das 26V Meilen lange und von 2V bis4V Meilen breite Küstenland, welches sich zwischen Lat. 24° 10' und 42"60' S. und zwischen Lvng. 303° 14' und 308" 41' O. erstreckt, und imN. durch die Wüste Atacama von Bolivia, im O. durch die Niesenketteder Anden, über deren Gipfel die Grenzlinie der la Plaka Staatenstreicht, im S. durch den Biobio von Araucanien getrennt, und im W»von dem Australocean begrenzt wird. Der Fiächenraum des Landes be-trägt 8,010 deutsche (170,210 englische), nach andern Angaben 8,43?und nach spanischen Berichten sogar 10.612 Cl Meilen, von denen amden kolvnisirten Theil 5548 C> Meilen kommen sollen, die erste Angabe >0aber unstreitig der Wahrheit am nächsten, und die Große des in ih»üangebauten Theiles beläuft sich auf 3, 348.ro Hü Meilen.

Cbile ist meist Gebirgsland; die Anken, die es der ganzen Läng?nach begleiten, nehmen allein ein Drittel der Oberfläche des Landes e»0erheben sich im Grcnzwall der la Plaka Staaten mit 18 — 19 , 000 ' hohe''Gipfeln, und zeigen in ihrem Streichen >6, meistens noch thätigekane, unter denen der von Aconcagna 16,000' Höhe hat. MitSchwierigkeiten ist der Uebergang über dieses Gebirge verbunden, aumeiner, fast kaum gangbaren Straße, führen nur gefährliche Pässe, welchneben unermeßlichen Abgründen und über steile Bergwände hinlaufe"'über dieselben hinweg, die höchstens für Maulthiere geeignet sind-Am Fuße der Anden finden sich Thäler und gute Weiden, und von h>^