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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerika.

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flächt die Gegend immer mehr nach dem Meere zu ab, und endet zuletztin einem plötzlichen Absturz der steilen Küste, die das Land von derSecseite her sowohl dem Handel als dem Feind« sehr unzugänglich macht.Diese scheinbaren Ebenen sind daher selbst nur eine Fortsetzung desgroßen Gebirges, ein Hochplateau, das nach dem Meere zu endet, undvoller Hügel ist, die durch tiese Schluchten geschieden werden. — DerBoden ist größteniheils Felsen oder Sand, und das Land keineswegsso srnchtbar und schön, als man es ehedem schilderte. Ungeachtet seinerHöhen und Gebirge hat Chile nur eine dürftige Bewässerung, indem dieAnden ihre Quellen alle nach der Ostseite, den la Plata - Staaten zu-senden, ein Umstand, der über das ganze physische Verhältniß des Lan-des entscheidet, das sehr eigenthümlich und besonders ist. Längs derWestseite stürzen 42 Küstenflüsse herab, die eben so viele Thäler bilden,doch sind sie alle nur wenige Meilen lang und nicht schiffbar, und vonihnen der Huaeco, Maypo, Aconcagua und der Maule, welcher das ganzeLand in eine nördliche und südliche, an Boden und Klima verschiedeneHälfte theilt, und der Bibio, die bedeutendsten. Im Frühling, wennder Schnee der Anden schmilzt, erscheinen sie als reißende Ströme, imSommer aber sind sie nur nnbedeütende, kaum bemerkbare Bäche, «ndzu dieser Zeit die Thäler und Schluchten, welche sie durchwinden, nichtsals nackte Felsen und Sandebenen, denen alle Vegetation fehlt. Mittenunter diesen Felsenschlünden sind aber hin und wieder breite Oasen zer-streut, durch welche der geschmolzene Schnee nach dem Meere rinnt, unddiese allein.in dem weiten Lande sind fruchtbar, angebaut und bewohnt.Die wenigen Städte Chile's, sowie die Hauptstadt Sau Jago, sindsämmtlich in oder an diesen Oasen angelegt, wie Guasco, Valparaiso rc.,welches letztere daher nur in einem solchen Lande einigermaßen seinemNamen entspricht. Das Klima ist sehr verschieden; in der nördlichenHälfte ist es nicht mehr tropisch, doch noch mild und gesund; Regenfällt in den Sommermonaten gar nicht und daher ist oft großer Wasser-mangel. Gewitter sind selten, Stürme im Sommer fast unbekannt unddie Hitze wird durch die nahen Schneeberge gemildert. Im Süden desMaule ist die Witterung unbeständiger, aber äußerst lieblich, im Winteraber um so unangenehmer. Erdbeben sind häufig, und haben noch 1822,1824 und 1835 große Verwüstungen, namentlich bei Sau Jago, ange-dichtet, und 1822 hob sich die Küste bei Valparaiso auf einer Strecke^v„ 15 Meilen 3—4 Fuß hoch. Weiter südlicher zeigen sich Spuren vnl-miiischer Thätigkeit früherer Zeiten und im Gebirge sind die 16 Feüer-lpeier des Landes immer abwechselnd in Thätigkeit.

Die Naturprodukte Chile's bilden des Landes Reichthum: das Landbat treffliche Metatladern und Chile's Gruben liefern Gold, Silber, vor-züglich aber Kupfer, die Stapelwaare des Landes, und bei Tnlcahuanauriden sich auch Steinkvhlenflötze. — Der Boden ist im AllgemeinenL^ar nicht sehr ergiebig, jedoch gedeihe» Weizen und Gerste in allenProvinzen sehr üppig, und Chile ist das einzige Land in Süd-Amerika,wo der Anbau des Weizens bis jetzt allgemein und mit gutem Erfolge^rieben wird. Auch Wein gedeiht vortrefflich, desgleichen Wassermelo-s^' ^'Egeu, Oliven, Granatäpfel, Citronen, Äpfel, Birnen und spani-Bwr Pfeffer, der in den chilesischen Küchen eine große Rolle spielt;

abqk wird in Menge gebaut und Hanf, der den russischen übertrifft, in^Uen nördlichen Provinzen. Kartoffeln findet man in 7 —8 verschiedenen"eit, aber Kaffee, Zucker, Cacao und Baumwolle kommen hier nicht