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Amerikanisches Staatensystem.
mehr fort. Des Mangels an Weide wegen, ist das Land nicht so reichan Hornvieh als die benachbarten la Plata-Staaten, doch findet mandessen in verschiedenen Gegenden in Heerden zu zehn und noch mehrtausend Stück; Pferde aber in noch größerer Menge. Auf den Andenist das alte Saumlhier Chile's, das Llama, zu Hause und ebenso dieVicuna und wilde Ziegen.
Die Einwohner Chile's, deren Zahl sich, nach englischen Angaben,auf 1,500,000 Seelen belauft, mitbin eine Volksdichtigkeit von 187 aufdie lH Meile nachweist, nach Andern aber spezifizirt, auf 778,700, oderzu einer Volksdichtigkeit von 97 Seelen angegeben wird, sind theilsSpanier unc> Kreolen, theils Indianer und Mischlinge, und machen dieersteren 12, die Indianer 60 und die gemischte Nasse 28 Prozent derBevölkerung aus. Im Allgemeinen zerfallen die Bewohner von Chilenur in zwei Klassen, welche die äußersten Spitzen der gesellschaftlichenStufenleiter inne haben: I) in große Landeigenthümer, Abkömmlinge derersten spanischen Eroberer, denen große Landstrecken verliehen wurden,die man in Majorate gestaltete und so den Familien erhielt; sie sindder Adel des Landes, die allein große Heerden besitzen, und ihre Residenz,Hacienta genannt, ist mit einem Kaufladen versehen, in denen die armeKlasse alle Bedürfnisse erhalten kann. In diese hohe Klasse gehörenauch die Besitzer der gangbaren Straßen in den hohen Gebirgen, diehöhere Geistlichkeit und die Civil- und Militärbehörden; und 2) in armeLeute, die etwas Land in Pacht besitzen. Sie haben, wie alle Landleütehier, nur hölzerne oder Binsenhütten und halten sich fast beständig unterfreiem Himmel auf. — Der Charakter der Cbilesen ist vortrefflich, sanftund gutmüthig; sie leben ein mildes, ruhiges, leidenschastloseö Leben,haben ein verständiges, gelehriges und munteres Naturell, und sind sehrtolerant. Reisende genießen der größten Sicherheit unter ihnen, und derDiebstahl ist fast ganz unbekannt. Gegen Ausländer sind sie etwas miß"iranisch und erweisen ihnen eben keine besondere Hochachtung. IhreSitte» sind einfach, selbst in den Städten, und sie sind verbältnißmäßigalle gut und reinlich gekleidet und wohlgenährt. Die große Menge vo»Pferden im Lande und deren wohlfeile Unterhaltung macht die Ein"wvhner zu trefflichen Reitern; der Gebrauch der Pferde ist daher allgs"mein, die untersten Volkeklassen bedienen sich derselben, ja sogar dirBettler gehen selten zu Fuß, sondern halten zu Pferd an einer Ecke stütz-— Für den Unterricht des Volks ist »och wenig gethan, doch besteht s"^die wohldabendere Klasse eine Universität zu Sän Jago. Die katholischeKirche ist Staatskirche und steht unter einer, nicht sebr zahlreichen Geist"lichkeit; andere Religionen sind tolerirt, doch ohne öffentlichen Kultus-Der Bergbau und die Viehzucht sind die Hanpterwerbsqnelle» des Lau"des; der Ackerbau hat bis jetzt nur geringe Fortschritte gemacht, u>mnoch weiter sind die mechanischen Künste zurück, obgleich an einige"Orten wollene und baumwollene Zeuge, vergoldetes Leder und Go>^und Silberwaare» verfertigt werden. Der Handel, der vor der NevoG"tivn nur Tauschgeschäft mit den benachbarten Staaten und Schleichba"^mit Engländern und Nord-Amerikanern war, ist seit der Unabhängig^des Landes bedeutend gestiegen, und von Chile's Häfen Copiapv, Hnast 'Coquimbo, Conception, Valdivia und Valparaiso (mit 26.000 Ein »'-)'>der letztgenannte unstreitig der bedeutendste an der ganzen '
und kein Schiff, welches Kap Horn donblirt, fährt bei Valparaiso v 'über, ohne erst hier anzulegen, sei es auch nach andern Plätzen bestimm -