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Amerikanisches Staatensystem.
ligion ist die allein geduldete im Lande und die katholische Kirche stehtunter einem Erzbischof und zwei Bischöfen. — Die Industrie bat hierbedeutende Fortschritte gemacht, da der Bezug von Waaren sehr erschwertwar; der Handel aber wurde durch das Negiernngssystem beschränkt.Paraguay hat die Idee eines geschlossenen Handelsstaats executirt. Indiesem Augenblick hat zwar die frühere Strenge nachgelassen, doch istder Handel noch auf Brasilien beschränkt, mit dem er nur auf zweiPunkten: Jtapua im S., und Nuevv Coimbra im N. betrieben wird.Der treffliche Paraguay-Thee, die Mattöpflanze, durfte nach Francia'sBefehl nicht mehr ausgeführt werden. Die andern Ausfuhrartikel be-standen: in Haüten, Südfrüchten, Gewürzen, Apothekerwaaren, Tabak,Baumwolle, etwas Wein, und besonders in Holz, welches letztere inFlößen hinab nach Buenvs-Ayres gebracht werden durfte.
Paraguay, obgleich der Absicht nach repräsentative Demokratie, warder That nack reine Autokratie, denn ein Mann beherrschte das Landmit unumschränkter Gewalt. Gesetzgebende, vollziehende und richterlicheMacht waren allerdings auch hier, wie in allen repräsentativen Staatengetrennt, allein die vollziehende in den Händen des Diktators absvrbirtealle übrige». Dr. Francia ließ zwar einmal die Stände zusammenrufenund nach Assnmcivn kommen, nachdem er sie aber mehrere Wochen hattewarten lassen, ohne den Kongreß zu eröffnen, erklärte er ihnen: »Eswäre wohl eben so gut, wenn sie künftig zu Hanse blieben, — sie könn-ten sich diese Mühe, Kosten und Vcrsaümnisse ersparen — es geschähevon ihm, was möglich wäre, auch ohne ihre Einmischung." Sie gabenihm vollkommen recht und erschienen seitdem, da sie keine Diäten beka-men, nicht wieder, überzeugt, daß der Diktator das Möglichste für desLandes Beste thue, und — so war es auch: die Achtung vor dem Gesetze»und die Überzeügung von der Gewißheit ihrer Anwendung, machte, daßdie Gerichtshöfe beständig leer standen, denn die Gesetze wurden auf dasStrengste gehandhabt. Die Polizei war ebenfalls sehr despotisch; indeßdie öffentliche Sicherheit ungemein groß; man konnte das ganze Landdurchreisen, ohne für Leben und Eigenthum fürchten zu müssen, den»die Gesetze machten jede Gemeinde verantwortlich, für jeden Raub, derauf ihrem Gebiete begangen wurde. Es war allgemeiner Wohlstandverbreitet; nicht einen einzigen Bettler gab es in Paraguay; denn derDiktator wollte, daß Jedermann arbeite, und sein Wille war Gesetz-Die Kommunikation im Innern war sehr erleichtert. — Kein Staat»Nord-Amerika ausgenommen, hatte so viel für Schulen gethan, alsParaguay: Höhere Unterrichtsanstalten gibt es zwar fast gar nicht, aberüberall sind öffentliche Elementarschulen errichtet, in denen die Kindeim Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet werden; alle Kinder vomsechsten Jahre an, müssen die Schule besuchen, und werden nicht eheentlassen, als bis eine Prüfung darthnt, daß sie genug gelernt haben.Im Jahre 1824 wurden alle Mönchsorden von Francia aufgehoben,die Mönche mußten Priester werden oder erhielten eine geringe Pensisu-nnd die gesammte Geistlichkeit wurde der weltlichen Macht untergeordue'-- Die bewaffnete Macht besteht aus: 80V0 Mann Linien-Militär odvier Legionen freiwilliger, regulärer Truppen, von denen aber imMnur eine Legion Dienst hat und besoldet wird, und aus 3 v, 00 ü Ma>Milizen, die blos bei einem feindlichen Angriff jdnrch Allarmfeuer Z 'sammenberufen werden, und aus drei bewaffneten Fahrzeügen auf seParang. — Die Finanzen des Staats befinden sich in einem sehr geor '