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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerika.

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Theil von ihnen lebt wie die Gauchos der Pampas; im Allgemeinen sindsie gebildeter als die Brasilianer, und ihre Staatseiiirichtungen beweisen,daß sie reifer für die Freiheit sind, als der größte Theil der Bewohnervon Buenvs Ayres. Der Handel ist bedeütcnd, der auswärtige wirdallein über Montevideo betrieben und beträgt gegen 10 Millionen Dol-lars. Die Ausfuhren bestehen in Hauten, Hörnern, Pökelfleisch, Vi-cuna-Wolle und Talg; die Einfuhren vorzüglich in Wein, Käse, Glasund holländischen Branntwein; die Einfuhr von Mehl aus Nord-Ame-rika hat aufgehört, seit der Aekerban durch brasilianische Kolonisten ge-hoben worden und dessen Ertrag für die Bedürfnisse der Einwohner hin-reicht. Unter allen südamerikanischen Staaten hat Uruguay die liberalsteKonstitution; sie ist vom 18. Juli 183« und deren Grnndzüge sind: ZweiKammern, die erste mit 9 Senatoren, die zweite mit 29 Abgeordneten;Religionsfreiheit; Preßfreiheit; Einführung des Geschwornengerichts;keine stehende Armee (nur in der Stadt Montevideo ein Bataillon von4«« Mann), aber eine Bürgergarde in jedem der 9 Departements derRepublik; Ertheilnng des Staatsbürgerrechts a» jeden Fremden, dersich im Lande niederläßt; Aufhebung des Briefporto's und Obliegenheitder Staatsregierung, die Briefe der Staatsbürger gratis zu besorgen;Schulunterricht auf Staatskosten und Verpflichtung jedes Staatsbürgers,seine Kinder unterrichten zu lassen; Einführung des Eofle Napoleon miteinigen Lokalmodifikatienen. Durch ein Dekret des Vicepräsitenten Bu-stam ente an die Kammer, vom 12. Dec. 1842, wurde die Sklavereiin der Republik für immer abgeschafft. Die vollziehende Gewalt ruhtin den Händen eines Präsidenten, gegenwärtig Don Fructuoso Nib er a.Die Finanzen sind trotz der ewigen Kämpfe sehr geregelt: die schwebendeSchuld betrug im Dec. 1812: 1,905,702 Dollars; die Staatseinnahmendesselben Jahres: 1,223,in9, die Ausgaben 896,890 Dollars. Dasstehende Heer belauft sich, ohne die Fremdenlegion, auf 14,000 MannBürgermilizen.

Die Republik zerfällt gegenwärtig in folgende 9 Departamientos:1. Montevideo, 2. Maldon ado, 3. Canelones, 4. Sän Jose,5. Colonia del Sagramento, 6. Svrianv, 7. Paisandu,8. Duranjo und 9. Cerro Largo.

Montevideo, Hauptstadt des Landes, mit Wall und Graben um-geben, am linken Ufer des Nio de la Plata, unmittelbar an dessenMündung in das atlantische Meer, in einer sehr vortheilhaften Lage.Sie ist ämphitheatralisch auf einer kleinen Halbinsel erbaut, gut befe-stigt, hat breite, gerade, mit Trottoirs versehene Straßen, einstöckigeHaüser, auf dem Hauptplatz eine schöne Kathedrale und außer derselbenhoch 4 Kirchen, und zählt gegenwärtig 15,000, früher 36,000 Einwohner;A Hafen ist seicht, aber dennoch der wichtigste des Landes, und dieRheede vor demselben ziemlich sicher. — Maldonado, kleine Stadt^it 5,000 E. und einem Hafen, welcher durch die Mündung des Mal-dv„ado in den la Plata gebildet wird. — Sän Carlos, ebenfalls mitEinem kleinen Hafen und 2,000 E-; — Sän Domingo Suriano,ssidl. Ufer des Nio Negro, in einer vortheilhaften Lage, mit 3,000Sagramento, am la Plata, Bnenos Ayres gegenüber, mit 5,000und gutem Hafen. — Batobi, auf dem Plateau, im Inneren desj-andes, mit 2,000 E.; — Sän Rafael, mit 1 , 20 «, — Nosario,""t i.ooo, — Casapapa, mit 900 Einw.; — kleine, aber vortheilhaftgelegene Städtchen.