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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

urtheile, daß Handarbeit schände; die wichtigsten Plätze für denselbensind Rio, Vahia nnd Necife, wo förmliche Sklavenmagazine angelegtsind, in denen sie wie Vieh zum Verkauf auegestellt werden: ein allerMulatte ist in diesen Magazinen gewissermaßen Herbergsvater, sorgt fürAbwaschung des Leibes, für Abreibung mit Fett, für Pflege und Nah-rung, und putzt sie mit aller Sorgfalt beraus, versteckt leibliche Fehlerso viel als möglich, und stellt dem ankommenden Käufer jede gute Ei-genschaft an's Licht. Mir dem Verkauf ist für den armen Schwarzen,wenn er nicht, wie oft geschieht, von seiner Familie getrennt wird, dasgrößte Uebel überstanden, denn im Allgemeinen erfahren die Sklaven inBrasilien eine mildere Behandlung, als ihre Unglücksgefährten in densüdlichen Theilen der Vereinigten Staaten oder Westindien, und derenVerhältniß zu ihrem Herrn ist durch Gesetze fest bestimmt, die auch zu-gleich den Freikaufspreis jedes Negers reguliren. Die meisten der Skla-ven in den Städten werden in Handwerken unterrichtet, nnd miethensich dann selbst von ihren Herren gegen eine geringe wöchentliche Ab-gabe. Allsbdings fällt auch vielen ein schweres Loos, und alle sind Kör-perstrafen unterworfen, doch bat man noch nie von Negeraufständen ge-hört, so leicht es auch hier der farbigen Nasse werden würde, Ausständemit Erfolg durchzuführen. Einzelne, denen es zu hart geht, laufen da-von und bilden in den Gebirgsgegenden kleine Räuberbanden; aber haüsigkehren auch die Entlaufenen wieder zurück, und werben dann treücre,anhänglichere Diener als vorher. Die gemischte Nasse ist jetzt schon derZahl nach den Weißen oder Brasilianern gleich, und mit jedem Jahremehrt sich deren Anzahl, denn jeder Weiße, ja selbst der zum Cölibatverurtheilte Geistliche hält ungescheüt eine Negerin als Geliebte und zeügtKinder, die hier nicht Mulatten, was ein Schimpfname ist, sondern Par-doS genannt werden. Das Kind eines Weißen und einer Pardos wirdPardos blancos oder Claros; das eines Negers mit einer Pardos Cn-bras; das eines Weißen mit einer Indianerin Mamelucos, und daseines Schwarzen mit einer Indianerin Caribvcas, Mestizen und Cafn-sos genannt. Alle diese Sprößlinge sind von Geburt Sklaven, wenn dieMutter im Eklaveusiande sich befindet. — Die Ureinwohner Brasiliens,die Indianer, deren im bewohnten civilisirten Theile des Landes übe*eine halbe Million sich befinden, werden in zwei Abtheilungen, in unter?thänige Indianer, Indios mansos oder Capoculos, und in wilde J,n-dianer, Indios tapuyos geschieden. Die ersteren legen sich nur mit Wie*derwillen auf den Ackerbau, und treiben lieber Jagd und Fischerei, wieihre wilden Brüdcr, und die letzteren, die in ungefähr I4ü verschiedeneVölkerschaften zerfallen, stehen noch auf der untersten Stufe der Kultur;es fehlt ihnen zwar weder Verstand noch Urtheilskraft, selbst Witz un-satyrische Laune steht ihnen zu Gebote; unter die Weißen gebracht be-merkt der Indianer alles genau, und macht spöttisch und mit höchstmischen Geberden alles nach, was er sieht und was ihm lächerlich dünkt,auch begreift er mit Leichtigkeit allerlei Kunstfertigkeiten und eignet st-sich an, aber rohe Sinnlichkeit bleibt doch die Grundlage seines Charak-ters, und übt die Gewalt über die unentwickelte geistige Kraft; der Leiherrscht vor, der Geist ist gehorsamer Diener. Der Sinn für ungebun-dene Freiheit und das angeerbte Leben in freier Natur, dazu die strengHerrschaft des Magens, sind einzig die Antreiber zur Thätigkeit, dieKriege und auf der Jagd mit großer Lebendigkeit hervortritt, klebrigesist der brasilische Indianer, ungleich seine» Brüdern in Nordamerika,