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Amerikauisches Staatensystem.
tes Feuer. Krankheiten sind bei diesen rohen Naturkindern ziemlich sel-ten, und gegen aüsiere Beschädigungen kennen alle DolkSschaften die hei-lenden Krauler, tie sie alle mit Namen belegt haben. — Die zahlreich-sten Stämme der in Brasilien hausenden Jiidiauerhordeu sind: die Ca-putcbos, Botecudos, Cumanchos, Paraibas, Puris, Coroatos und Bar-bados, welche letztere sich durch lange Bärte vor allen übrigen Einge-bornen Amerika's auszeichnen; die meisten dieser Stämme sind gefähr-liche und erbitterte Feinde der Ansiedler, was auch kein Wunder ist,denn trotz der zu ihrem Besten gegebenen Gesetze wurden sie noch in denneuesten Zeiten i» der Provinz Para förmlich gejagt, um sie als Skla-ven wegzuführen, und unter solchen Umständen konnten freilich die Mis-sionen nur wenig auf die armen Tapuyas wirken.
Die weißen Brasilir, die Herren des Landes, sind ein gutartiger,wohlwollender Menschenschlag, doch kann sich bei ihnen der Stammcha-rakter der Portugiesen, der sich auch im Mutterlande zu keiner ausge-zeichneten Strebsamkeit ausgebildet, nicht verlangn«». Reizbarkeit, Leb-haftigkeit, Nachsucht, Eifersucht, viel Stolz auf Nichts, selbst beim ge-ringsten Hautwerker, der sich schämen würde, die leichtesten Werkzeugein den Städten über die Straße zu tragen, sonder» dazu einen Sklavenzu miethen für nöthig hält, um anständig zu erscheinen; Hang zum Ge-nuß, zum Wohlleben, der selbst im niedern Stande bei Beschränktheitder Bedürfnisse leicht zu befriedigen steht; Hang zur Wollust, der inder äußerst verfänglichen Lage, in welcher hier die Moralität der Men-schen bei dem Gemisch von Sklaven und Farbigen schwebt, sehr gestöhntwird, und deren Fv!ge eine Reihe der schrecklichsten Krankheiten ist, unddie schaamlvse Oeffentlichkeit, mit der man von ihr spricht, das sittlicheGefühl zerstört, und die Rechte des weiblichen Geschlechts verletzt, wel-chem hier gar kein Einfluß auf die Sinnesart der Männer und die Be-gründung glücklicher Ehen gestattet ist; dieß sind die Schattenseiten i>nGemälde des brasilischen Charakters, die kaum von ihrer Freundlichkeit,Höflichkeit und Gastfreundschaft gegen Fremde verwischt werben können-Zwar ist der brasilische Charakter nicht gleich, und wie ein Bild ausbesseren Zeiten, gleich einem rüstigen viel versuchten Ritter erscheint dertapfere Paulist, melancholisch-cholerischen Temperaments, wie es seinerZone, entfernt vom Äquator, wo cholerische Reizbarkeit vorherrscht, ge-mäß ist. Narv und gutmüthig, jovial und natürlich. Der frühere Ko-lonialdruck hat seinen freien natürlichen Sinn, der in Wagnissen allerArt erwuchs, nicht ausgezehrt, und ihm gleich ist in weiblicher Art dasWeib. Auch ist er weit aufgelegter als die andern zum Nachdenken, znfeinern Forschungen, Untersuchungen, Erfindungen und Gelehrsamkeit,und der Einwohner von Sän Paulo das Muster eines edlen Brasiliers.Im Allgemeinen stehen die Brasilier an geistiger Ausbildung den mei-sten Amerikanern nach, doch zeigen sie Neigung und Liebe zur Kultur;allenthalben erwacht in ihnen das Verlangen, sich in Künsten und Wis-senschaften auszubilden, und viele der Angeseheneren schicken ihre Kin-der nach Frankreich, England und Deutschland, um sie dort unterrichtenund bilden zu lassen.
Die portugiesische Sprache ist in Brasilien allgemein angenommen,und selbst die Recepte der Ärzte werden oder »izüffen vielmehr in ib?abgefaßt werden; auch die JndioS mensos, welche, als die Portugiesenin's Land kamen, sämmtlich ein und dieselbe Sprache in verschiedenenDialekten redeten, welche daher auch I^'nAuv allgemeine Sprache,