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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerika.

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auch lünAuo matrir, Mutter der Sprachen, genannt wurde, habe» dieseSprache angenommen, sie aber noch mit einer Menge Benennungenvon Thieren, Pflanzen, Flüssen u. s. w. aus der I^inAuo xersl berei-chert. — Alle Gesetze, so wie die Verfassung sind in der portugiesischenSprache abgefaßt; in allen Schulen wird in ihr der Unterricht gegeben,leider aber ist für den Volksunterricht hier weniger gethan, als in demkleinen Freistaat Paraguay. Kraft der Konstitution besteht zwar dieFreiheit der Presse, das größte aller Erziehungsmittel, doch hat selbigebis jetzt noch wenig geleistet. In den Hauptstädten der Provinzen undan andern großen Orten gibt es Elementarschulen, in welchen fast überallder gegenseitige Unterricht eingeführt ist. In Rio ist eine Wundarznei-schule, ein Hospital und eine Schule für Medizin, eine für Jngenieur-und Artilleriekunde, eine für die Marine, eine für Rechtswissenschaftund eine Handelsschule; die Provinzialhauptstädte haben noch Waisen-schulen und Priesterseminarien, und in den Klöstern wird Moral undTheologie gelehrt. Ebenso finden sich in den Hauptstädten chemische La-boratorien und botanische Gärten, und in Rio und Aahia eine Akade-mie der schönen Künste, ein sehr reiches Museum und eine öffentlicheBibliothek. In Rio Janeiro werden Vorlesungen über Botanik gehal-ten und es befindet sich eine Sternwarte daselbst, doch belauft sich dieZahl aller Unterrichtsanstalten im Lande nur auf 6>7 Elementarschulenin 13 Provinzen, l Lyceum, I Knabenseminar, 3 lateinische Schulen,8 Sekundärschulen und 13 höhere Anstalten. — Die herrschende undStaatsreligion ist die römisch-katholische; allen andern Religionspar-theien ist aber durch die Verfassung der haüsliche Gottesdienst, jedochohne Auszeichnung gestattet; in Rio ist eine gemeinschaftliche Kirchefür französische und deutsche Protestanten durch freiwillige Beiträge er-baut worden, und die Inquisition, die auch hier früher bestand, völligabgeschafft. Die katholische Kirche steht unter einem Erzbischof, 6 Bi-schöfen und 2 Prälaten mit bischöflichen Rechten. Mönchs- und Non-nenklöster bestehen noch viele, doch sind sie nicht geeignet, die Moral zuheben. *

Unter den verschiedenen Zweigen der Nationalbetriebsamkeit wirdder Bergbau stets die erste Stelle einnehmen. Die Gewinnung der Me-talle ward indeß bisher sehr unvollkommen betrieben. Das gemeineVolk schöpft den Goldsand aus den Bächen, leitet Wasser über SchaffelleUnd Lehm, in dem das Gold enthalten ist und wäscht dasselbe so aus.Das Suchen des Goldes ist ein freier Nahrungszweig geworden; derSklave muß täglich ein viertel Loth liefern; was drüber ist gehört sein,und ein Fünftel alles Goldes und aller Diamanten gehört dem Kaiser.Indeß so leicht dies alles scheint, so gering ist der Gewinn und diegroße Masse wird bald der Aufsuchung dieser todten Schätze entsagenund sich dem Ackerbau und der Viehzucht zuwenden. Der Staat hatden Bergbau längst förmlich, aber auch sehr unvollkommen betrieben.Die Hauptsitze dieserStaats-Reichthümer sind die Provinzen Minas Geraes,Matta Gross» und Goyaz, die deßwegen, sonst auch die Bergwerksdi-sirikte hießen und nicht betreten werden durften, und Sän Paulo. Mandaut indeß nur auf Gold und Diamanten, welche Letztere indeß, obwohlsie Brasilien immer ein Relief des Reichthums gegeben, von 1730 anbis 1822 nur einen Gewinn von lv,35»,ovv Rthlr. abgeworfen haben,^luch der Goldertrag ist gegenwärtig sehr unbedeütend, und obgleich der-selbe im Anfang dieses Jahrhunderts noch jährlich 7,8vo Mark betra-