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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Das türkische Reich.

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der Gluhthitze der Tropen und der Eiseskälte nordischer Gegenden: jeneherrscht in den afrikanischen Wüsten des türkischen Reichs mit einerIntensität, wie kaum irgendwo auf der ganzen Erde zwischen den Wende-kreisen, diese deckt einen großen Theil des Jahres hindurch die erhabenenVergebenen und Gebirge Armeniens mit Schnee und Eis. Die natür-liche Beschaffenheit eines großen Theils der asiatischen, sowie aller afri-kanischen Länder des türkischen Reichs, der Wüsten-Charakter, den sietragen, und ihre Stellung gegen den jährlichen Kreislauf der Sonne,bringt es mit sich, daß sie ein Quantum Wärme strahlen, welches zwarnnmeffbar ist, aber einen so großen Einfluß auf die klimatischen Ver-hältniße ausüben, daß man sagen kann, der tropische Erdgürtel, indemer weit außerhalb seiner astronomischen, am Himmel gezogenen Grenzenvorgeschoben sei, erstrecke sich über die gesammten afrikanischen Länder,und in den asiatischen Ländern über den südlichen Theil von Syrien, so-wie über den Mittel- und Unterlauf des Eüphrat-Tigris. TropischeWärme herrscht in allen diesen Ländern. Die Kurve von 2V° mittlererJahres-Wärme, die das südliche Eüropa nur in einem einzigen Punkte,an Portugals Küste, in Algarbe, zu erreichen scheint, schneidet sehrwahrscheinlich die Mitte von Syrien am südlichen Fuße des Libanon,und steigt von dort in nordöstlicher Richtung zum armenischen Hochlandeempor, um sich außerhalb des türkischen Gebiets gegen den Kaspi-Seezu senken. Hier, auf Armeniens Hochflächen, hat jene Jsothermkurve,welche als die nördliche Grenze der subtropischen Zone betrachtet werdenkann, einen Scheitel, der fast den 40° nördlicher Breite erreicht; — einEffekt der wärmestrahlenden Ebene Arabiens und Afrika's. In diesenWüsteneien fällt die nördliche Grenze des periodischen Regens der Tro-penzone nicht mit dem Wendekreise selbst zusammen, sondern liegt ummehrere Grade gegen Süden; der größte Theil des türkischen Reichs inAfrika und Asien ist ein — regenloses Land, das nie, oder doch äußerstselten von einem Tropfen benetzt wird, weil sein von aller Vegetationentblößter, nackter Boden keinen zum Himmel steigenden Wasserdampferzeugt. Daher der Mangel an Quellen und Flüssen in diesen Ländern,daher die trostlose» Einöden auf Hunderten von Meilen weit und breit,in denen der Reisende zu Kamecl, dem Schiff der Wüste, umherirrt, dieLeüchtfeüer des ewig heitern Himmels, oder einen Berggipfel am fernenHorizont zum Wegweiser habend, froh seiend, alle drei oder vier Tagein mühsam gegrabenen Brunnen ein brackischeS, oft stinkendes Wasserzu finden, womit er seinen Durst löschen kann, bei Tage erstickend vorHitze, bei Nacht zitternd vor Frost, eine Folge der Wärmestrahlung desam Tage glühend gewordenen Sand- und Felsbodens gegen das wolken-lose Firmament. So ist der klimatische Charakter eines großen, ja desgrößten Theils des türkischen Reichs; und darum konnte weiter oben mitRecht gesagt werden: Nubien und Ägypten liege nur im Nilthale, indiesem Thale üppigster Fruchtbarkeit, die von den Regenfluthen hervor-gebracht wird, die auf die abyssinischen Hochgebirge und die unbekanntenGebirge im Innern des tropischen Afrika herabstürzen, denen der west-liche Nil, der weiße Strom, Bahr-el-Abiad, entquillt. Diese periodischenRegenmassen strömen in dem Flußbette hinab, überschwemmen mehr oderMinder das ganze Thal, und geben durch ihre Befeüchtung des Bodens^lnlaß zu den großartigsten Kulturen.

Auch die Vergebenen Kleinasiens und Armeniens haben, derselbengeologischen Beschaffenheit wegen, eben keinen Überfluß an Regen; auch