Das türkische Reich.
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Landstriche und deren Urbewohner, die Amagirghen oder Bereber» zuunterwerfen, die als Ademser in Tripolis, als Zuaven in Tunis und alsTuariks und Tibbus in den Oasen der Sahara theils seßhaft sind, theilsin der Wüste ein Nomadenleben führen, und nur in sehr geringer Ab-hängigkeit von den Türken leben, die sich nach den Arabern die Herr-schaft angemaßt haben.
Was die Neligions-Verschiedenbeit der im türkischen Reiche wohnen-den Völkerschaften anbelangt, so ist die mohammedanische Religion dieStaatsreligion und die christliche nur tolerirt. Die heiligen Städte derMohammedaner, Mekka und Medina in Arabien, stehen unter derOberherrlichkeit des türkischen Reichs, und eben so die Orte und Gegen-den, welche die Christenheit als ihre heiligen betrachtet, weil JesusChristus in ihnen gelebt und gelehrt, Jerusalem und ganz Palästina.Zum Islam, und zwar zur rechtglaübtgen Sekte der Sunniten, bekennensich sämmtliche Türken, sehr viele Bosnier, Bulgaren und Albaneser,die Lasen, Araber, Turkomannen, Mutualiö, ein Theil der Kurden, diennbischen und die afrikanisch-mittelländischen Völkerschaften. Der Groß-herr oder Sultan ist nicht allein das weltliche, sondern auch das geist-liche Oberhaupt, das in der zuletzt genannten Eigenschaft den Muftizum Stellvertreter hat. Besondere Sekten des Islam sind die Drusen,die Jsmaeliten in den nördlichen Gebirgen Syriens, die Jesidis in Me-sopotamien. In den asiatischen und afrikanischen Ländern des Reichsbilden die Muselmänner die Mehrzahl der Bevölkerung; in den euro-päischen Ländern dagegen werden sie von den Christen übertreffen. Dergriechisch-morgenländischen rechtglaübigen Kirche, die einen in der Haupt-stadt des Reichs residirendeu Patriarchen an der Spitze hat, bekennensteh die Grieche», die Albaneser, Bosnier und Armenier zum Theil, dieSerbier, Wlachen und Montenegriner, ein großer Theil der Bosnier undBulgaren. Das Schisma der Monophysiteu herrscht in der koptischenKirche, die ibre Anhänger in Ägypten und ihren Patriarchen in Cahirabat. Zu diesem Schisma gehört auch die armenische und die jakvbitischeKirche. Die Dogmen der armenischen Kirche werden von der Mehrheitber Armenier anerkannt, die der römisch-katholischen Kirche von vielenGriechen, Armeniern und Kurden. Jakobiteu finden sich unter denGriechen und Kurden; Nestorianer unter den Kurden und Armeniern;Protestanten in allen großen Handelsstädten. Für sie ist ganz neüer-b'ngs durch die zwei protestantischen Großmächte England und Preüßen
eigenes Bisthum in Jerusalem gestiftet worden. Die Maronitenam Libanon haben zwar ein eigenes Dogma, das sie aber allgemach mit
Dogma der römisch-katholischen Kirche verschmolzen haben. DieMosaische Religion ist die der über das ganze Reich verbreiteten Juden,^»ter den Hirtenvölkern des östlichen Nubiens und der ägyptischen Wü-Ken mag, es noch viele Götzendiener und Heiden geben.
5. Die Kultur des Volks.
. Die physische Kultur der das türkische Reich bewohnenden Vvl-,*rschaften unterscheidet, wie bereits aus dem Vorigen hervorgeht, seß-bafte, Ackerbau treibende Völker und nomadisirende Hirten-Dölker. Dasr"ich besitzt aüßerst fruchtbare Landstriche in allen drei Erdtheilen:G Eürvpa das große Donau-Thal, die Ebene von Adrianvpel u. m. a.;
Asien die Vergebene von Erserum, die als einer der fruchtbarstenLandstriche des ganzen Reichs bekannt ist, und deren Boden iSfältige