Das türkische Reich.
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leben, wird Wein und Branntwein bereitet, der oft ein sehr gutes Ge-wächs ist, wie der Wein von Brussa in Kleinasten. Traubensaft, wel-cher die Stelle des Zuckers vertritt, wird vornehmlich an den südlichenKüsten des schwarzen Meeres fabrizirt. Datteln liefern die syrisch-ara-bischen, vornehmlich aber die afrikanischen Länder am mittelländischenMeere. Pflaumen, Äpfel, Birnen, Mandeln, Aprikosen, Pfirsiche wach-sen im ganzen türkischen Reiche, mit Ausnahme der heißen KlimateAfrika's und einiger der höchsten Länder, wie die Gegenden um Ersernmin Armenien. Die ganze Südküste des schwarzen M«re6 ist gleichsamEin großer Nußbaumwald, und Smyrua und seine Umgebungen ist daswahre Vaterland der Feige, von der jährlich gegen 7«.0va Centner an'SAusland verkauft werden. Auch Thessalien bat Überfluß an Feigen. DerCitronenbaum wächst an den westlichen Küsten Kleinasiens, selbst beiTrebisonde und an andern Punkten der europäischen und asiatischen Gestadedes schwarzen und ägeischen Meeres, aber er ist nicht selten dem Erfrie-ren ausgesetzt. Der Ölbaum findet sich seltener in den südlichen euro-päischen Ländern, als in den asiatischen, wo die Insel Metelino und dieGestade des Golfs von Adramyti von Olivenwäldern bedeckt sind, dieeinen jährlichen Ertrag von 300,00» Centner Öl abwerfen. Die ganzeWest- und Südküste von Kleinasien treibt diese Kultur, weniger dasInnere und die Nordküste der Halbinsel, wo die Oliven meist frisch ge-nossen werden. An einigen Orten dient das Olivenöl zum Brennöl, unddas Leinöl zur Speise. Baumwolle wird in ganz Kleinasien, mit Aus-nahme der nördlichen Gebirgsländer und mit Ausnahme des erhabenenPlateau's von Armenien gebaut; doch aber ist Ägypten die eigentlichePflanzstätte dieses Gewächses innerhalb des türkischen Reichs. DerFlachs- und Hanfbau ist an den südlichen Gestaden des schwarzen Mee-res zu Hause, wo die ganze Masse der Bevölkerung mit dieser Kulturbeschäftigt ist, die zu einer großen Ausdehnung des Seiler-GewerbesVeranlassung gibt. In Armenien baut man eine Leinart, welche Seg-herek genannt wird, und zur Ölfabrikation dient. Sesam wird in ganzWestasien gewonnen, Ricinus in den Knrden-Ländern. Der Tabaksbaublübt in mehreren eüropäischen Gegenden, in Syrien und in Kleinasienan den Küsten des schwarzen Meeres; ebenso hat der Mohnbau einegroße Ausbreitung, doch hat er sehr abgenommen, seitdem der Opium-Genuß, als narkotisches Mittel, verboten worden ist; der türkische Opiumist besier als der indische. Die südlichen Gegenden der eüropäischenTürkei, Kleinasien und Syrien treiben eine ungeheüre Nosenkultur zurBereitung des Rosenöls und Rosenwassers, zwei Artikel, die den mor-genländischen Völkern unentbehrlich geworden sind. Die Salevwurzelbildet für Kleinasien einen nicht unwichtigen Ausfuhrartikel. Verschie-dene Gnmmi's, wie Tragant, sodann auch Mastix, gehören ebenfallsbisher, nicht allein für Kleinasien, sondern auch für Syrien. Kurdistanliefert Manon. Der Krapp-Ban blüht ganz besonders- in Kleinasien,und die Türkei hat lange Zeit das Geheimniß der richtigen Zubereitungdieses FärbestoffS bewahrt. Ägypten treibt einen sehr ausgedehnten Jndigo-Aau und gewinnt Koschenille, Kleinasien und Syrien Saffran, und die^nsel Cypern Henna, was zum Gelbfärbcn der Haüte rc. gebraucht wird.Der Strauch, dessen Körner, die Grenetten, ebenfalls zum Gelbfärbendlenen, wächst auf den Gebirgen Knrdistan's und in Kleinasien, woSmyrna und Trebisonde damit einen großen Handel nach dem Auslandetreiben. Die türkischen Länder in Eüropa und in Asien, besonders aber