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Mohammedanisches Staatensystem.
irgend eine andere Beschäftigung im türkischen Reiche darnieder. Kaumkeunt man die Lagerstätte dieser Schätze. Kein Zweifel, daß nicht alleindie Gebirge der europäischen Türkei, sondern auch die der asiatischen,auch beute noch reich sind an Metalle»; allein für die kunstmäßigeFörderung nach den Grundsätzen der Bergbaukunst bleibt noch Alles zuthun übrig, wenn gleich in neüerer Zeit durch deütsche Bergleüte Eini-ges dafür geschehen ist, in Serbien, in der Wallachei, in Kleinasien.Serbien und Macedonien hat Eisen, Kleinasien und Macedonien hat vor-treffliches Kupfer, auf das auch gebaut wird, durch Griechen, derenBergbau noch in der Kindheit steht. Salz, als Stein-, Quell- undBaysalz, wird zahlreich gewonnen: Steinsalz u. a. in der Wallachei undin Armenien.
Wenden wir uns zur technischen Kultur, so ist es vor allenDingen zu beachten, daß den Völkern des türkischen Reichs, und nichtblos diesen, sondern denen der ganzen mohammedanischen Welt dasjenige,was die christlichen oder die Völker des eüropäischen StaatensystemsMode nennen, durchaus unbekannt ist. Eine Eigenthümlichkeit der mo-hammedanischen Völker, eine in ihren religiösen und den darauf basirtenbürgerlichen Institutionen tief begründete Eigenthümlichkeit ist, daß siedem Prinzip der Erhaltung des Alten, Überlieferten huldigen; und alleVersuche, die in neüerer Zeit, namentlich im türkischen Reiche, durch ver-hältnißmäßig aufgeklärte Gewalthaber gemacht worden sind, den Grund-sätzen des Fortschrittes Eingang zu verschaffen, haben an jenem konser-vativen Principe ein äußerst schwer zu überwältigendes Hinderniß gefun-den. Daß dasselbe auf die Industrie von großem Einfluß sein müsse»leuchtet ein. Von einer Industrie im eüropäischen Sinne ist nicht dieRede, Mittel zur Belebung und Entwicklung derselben, wie die Anwen-dung von Maschinen, sind unerhörte Dinge. Alles wird handwerksmäßigbetrieben, und das Zunftwesen ist in voller Kraft, was bei dem gegen-wärtigen Zustande nicht allein nicht schädlich, sondern der Industrienützlich ist; und wahrlich stehen die christlichen Völker der eüropäischenTürkei in dieser Beziehung anf einer weit tieferen Stufe, als die mo-hammedanischen, weit tiefer als das Herrschervolk selbst, die Türken, dieunter allen Nationen ihres Reichs die civilisirtesten und gebildetsten sinv,was leicht erklärlich ist, wenn man erwägt, daß sie die von ihnen unter-jochten Völker unter dem schrecklichsten Druck des Despotismus gehaltenhaben und noch halten, was diesen alle Mittel, alle Lust zu ihrer Au^bildnng benommen hat. Unter den technischen Gewerben zeichnet sichdie Seilerei aus, die an verschiedenen Orten der Küsten des schwarzenMeereS, besonders aber in einer Negierungö-Seilerei zu Konstantinopelbetrieben wird, die eine von den Seeleütrn aller Nationen geschätztWaare liefert. Eine Segeltuchfabrik besitzt die Regierung ebenfalls lNder Hauptstadt, und in Lasistan, am schwarzen Meere, wird Hanftuchzum Gebrauch als Hemden gewebt; es findet einen großen Absatz nachder ganzen Türkei, nach Syrien und Arabien; die feinste Sorte gleichtdem Musselin. Die Verarbeitung der Wolle nimmt viele Hände wAnspruch; diese Fabrikation ist über das ganze Reich, besonders abeüber die Gcbirgsländer verbreitet. Am beliebtesten ist das Tuch, welchein Rnmelien gewebt wird; es gibt Sorten davon, die zuweilen mebrerLinien stark sind. In Konstantinopel gibt es eine große Mützenfabn >die besten Mützen aber, die in der ganzen Türkei verbreitet Ü"d, lieseTunis. Nicht unwichtig ist die Teppichweberei, die ganz besonders n