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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Da- türkische Reich.

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Uschak, einer 7 Tagereisen von Smyrna entlegenen Stadt Kleinasiens,betrieben wird. Bagdad ist wegen seiner Gewebe aus Ziegen- undKameelhaar berühmt; und Angvra liefert den prachtvollen und kostbaren,aus dem Haar seiner Ziegen gewebten Stoff, welcher Schallt genanntwird, aber zu theuer ist, als daß viel davon nach Europa gelangenkönnte. Der Schallt ist weiß oder bunt gefärbt, äußerst leicht undvon bewunderungswürdiger Weichheit. In der Türkei gebraucht manihn zur Sommerkleidung. Das Angora-Gespinnft geht in ziemlich be-deütenden Quantitäten nach Eüropa. Die Baumwollen - Weberei istüberall da verbreitet, wo die Baumwolle gebaut wird, aber auch ander-wärts, und der Verbrauch an Zeugen dieses Stoffs ist außerordentlichgroß. Bedeutende Fabriken gibt es in Salonik, Sereö, Konstantinvpel,Silistria und an einigen andern Orten der europäischen Türkei, zu HemSin Syrien, zu Tokat u. a. Orten in Kleinasien. Karahiffar und Tams-sara, in eben demselben Lande, hat große Segeltuch-Fabriken, zu denendie Baumwolle den Stoff liefert. Sie liefern ein sehr starkes Fabrikar,das nicht nach der Elle, sondern nach Gewicht verkauft wird, und beiden türkischen Küstenfahrern außerordentlich beliebt ist. Die Kattun-druckerei kennt man in der Türkei nicht; man w.bt das Zeüg mit ver-schiedenfarbigem Garn. Die türkische Rothfärberei ist von jeher berühmtgewesen. Die besten Färbereien trifft man in Larissa, Ambelakia,Smyrna u. s. w. Überhaupt haben es die morgenländischen Völker inder Färberei weiter gebracht, als die Eüropäer. Sie benutzen eineMenge Ingredienzen, die unsern Färbern ganz unbekannt sind. DieSeiden-Man.ufaktur ist eins der blühendsten Gewerbe in der Türkei, be-sonders in Konstantinvpel, Skutari, Turnowv, Salonik, Brussa, Da-maskus, Haleb, Diarbekr, und sie liefert einen Stoff, der sich immersowohl durch seine Solidität, als durch seine prachtvolle Farbe ausge-zeichnet hat, obwohl ihm die Appretur der europäischen Seidenzeügeabgeht. Dieser Zweig der türkischen Industrie bat indessen in neüererZeit durch die Konkurrenz der eürvpäischen Waaren sehr gelitten. Auchin der Gerberei, in der Zubereitung und dem Färben des Leders sinddie Völker des türkischen Reichs, und namentlich die Türken selbst, sowie ihre Glaubensgenossen anderer Nationen, zu einer hohen Stufe derVollkommenheit gestiegen; die Cordnan- und Maroquin-Fabriken inLarissa, Salonik, Ivnien, Gallipoli rc. rc. liefern ein vortreffliches, inder ganzen Welt geschätztes Fabrikat. In der Metallwaaren-Fabrikationbehaupten die asiatischen Völker einen alten Ruf, obwohl sie in manchenArtikeln von den Eüropäern übetroffen worden sind. Aber die blankenWaffen von Damaskus sind unerreicht. Auch Erserum liefert dieseWaffen; Konstantinvpel und Tokat in Kleinasien vortreffliche Gefäße"us Kupfer, so auch Schumla, woselbst überdem die Arbeiten der Blech-lchiniede in großem Rufe stehen. Stahlwaaren werden in Bosna-Serai,skutari, Karatvwa und Kouftantinopel verfertigt, Feüerwaffen in Se-iendem, Grabowa rc. rc., Schießpulver überall; es liefert einen wichtigen^auschartikel zwischen der seßhaften Bevölkerung und den Nomaden,^ehr wichtig ist das Gewerbe der Goldschmiede, Juwelierer, GoldspinnerUnd Goldsticker; letzteres wird fast ausschließlich vom weiblichen Ge-lwlecht betrieben. Die Glasfabrikativn steht auf einer sehr niedrigen^>ufe, die Waare ist schlecht und noch dazu theüer. Großartig und sehrausgebildet ist dagegen die Töpferei; türkische Pfeifenköpfe, die zu Kon-itautinopel in ungeheüren Quantitäten verfertigt werden, verbreiten sich

Berghaue, Bd. VI. r. Abth. 2