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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Mohammedanisches Staatensystem.

über ganz Europa. Holzwaaren werden ziemlich gut verfertigt. Alles,was die türkische Industrie hervorbringt, zeichnet sich durch Dauerhaftig-keit aus, die gewebten Stoffe scheinen für die Ewigkeit zu sein. DaSentspricht, gewiß mit Unrecht, nicht dem unter der gewaltigen Herrschaftder Mode stehenden Geschmack der Eürvpäer, der immer Neües, Ande-res haben will, und darum haben die türkischen Gewebe keinen Absatzmehr in Europa, wozu noch kommt, daß sie, bei der Art der Fabrika-tion, natürlich theürer find, als unsere Fabrikate, die zum größten Theildurch Maschinen-Ardeit erzeugt werden. Nur im südlichen und östlichenRußland, dessen Bevölkerung zum größten Theil aus asiatischen Natio-nen besteht, finden die Erzeugnisse des türkischen GewerbfleißeS nochEingang.

Diese Verhältnisse haben auf ihn nachtheilig gewirkt, ja, er steht inGefahr, eine» großen Theil seines eigenen binnenländischen Marktes zuverlieren; denn das Drängen der eüropäischen Industrie zum Absatzihrer Produktionen in den Ländern des türkischen Reichs ist groß, ob-wohl die Völker desselben, dem konservativen Principe mehr, wie dieNationen anderer mohammedanischer Staaten, z. B. die Perser,'huldi-gend, diesem Drängen noch ziemlichen Widerstand geleistet haben.

Aber dieser Widerstand wird nicht mehr von langer Dauer seinkönnen. Schon jetzt scheinen die eüropäischen Waaren, die ihren Wegnach den Ländern der Türkei finden, bei weitem die Rohprodukte z»übersteigen, welche diese Länder an Eüropa zu liefern vermögen. DieWaaren des eüropäischen GewerbfleißeS, welche nach der Türkei fließen,sind: Baumwollengarn, welches nicht, wie früher, zum Färben nach derTürkei geschickt wurde, um dann wieder abgeholt zu werden, sondernjetzt daselbst verbleibt, und zum Weben halbseidener Zeuge verbrauchtwird; weißes und einfarbiges Baumwollenzeüg, Musseline, gedruckteJndjennes und Tücher, NanquinS, Baumwollenschawls, Sammt ausBaumwolle; die englischen, teütschen und Schweizer Fabriken lieferndiese Waaren, ja selbst die russischen haben einigen Antheil daran. Großist der Verbrauch an Tuch; nicht selten ist es, daß die Tuchhändler inKvnstantinopel täglich 6,NUN bis 8.NVN Ellen verkaufen; ihre Waare istösterreichisches, deutsches und belgisches Fabrikat. Kasimire, Kaisertuchund Merinos sind zur Svmmerkleidung in der Türkei sehr gesuchte Ar-tikel, eben so rothe, wollene Mützen, ein bedeutender Verbrauchsartikei,die Frankreich und Livoruo liefern. Gering ist der Absatz der Seiden-zeüge Eüropa's, ansehnlich dagegen der der Leinwand von Flachs u»dHanf, die aus den russischen Häfen am schwarzen Meere eingeführtwird. Österreich versorgt die Türkei mit Schreibpapier, mit Kaffeebret-tern und Schnupftabaksdosen aus Papiermacbst; Rußland mit Haute»,Juften und Sohlleder, das auch aus Triest, Livorno und Genua eiuge-führt wird, während Frankreich Sattelleder liefert. Pelzwerk kommt ausRußland; eben daher und aus England Eisen; Stahl liefert das zuletztgenannte Land, auch Österreich. Dieses Reich versorgt die Türkei >»»groben eisernen Waaren, die auch theilweise aus Rußland, selbst ausBelgien bezogen werden. Rußland liefert Kupferwaaren, und, in Ge-meinschaft mit Österreich, Gold- und Silberdraht, und die böhmische»Glasfabriken haben in vielen großen Städten des türkischen Rei^sNiederlagen. Außer kleinen Kaffeetassen verbrauchen die Türken rc r«--wenig Porzellan, und diese Tatzen kommen aus Deutschland, wahre»»das englische Fayence sehr e» ist. Siegellack und Haarkänum